Manchmal ist es einfach nicht genug. Da ist was, und ich denke: Wow, das fegt mich weg. Eine Euphorie überkommt mich wie eine Welle. Ich reite diese Welle, ich feiere sie…und dann läuft sie aus. Sie verliert sich am Strand und war einmal. Die Leere, die sie hinterlässt, tut weh. Dieses Phänomen kenne ich aus unterschiedlichen Bereichen. Es gab so einen Flash mal eine Zeitlang fürs Fitnessstudio. Zugegeben, das war eine echt verdammt kurze Welle.
Es gibt Freundschaften, die furios wie ein Feuerwerk starten und dann gnadenlos abschmieren. Und auch wenn ich weiß, dass es besser so ist, tut der Schmerz des Verlustes weh. Beziehungen jeglicher Art unterliegen diesen Wellen und dem Wandel. Nicht jede Welle, die den Strand erreicht, löst sich komplett auf. Manche hinterlassen verheerende Verwüstungen, wie man in der Karibik gut erkennen kann. Andere spülen wunderschöne Dinge an…Treibholz zum Beispiel. Ich liebe Möbel aus Treibholz. Und so betrachte ich auch manche Leidenschaften, Beziehungen, Freundschaften. Es gibt Freundschaften, die über die Jahre ganz viel Treibholz angespült haben, woraus wir jede Menge bauen konnten. Trotzdem kann es Wellen geben, die all das mit einem Schlag vernichten. Alles wird mitgerissen und zerschlagen. Dabei war es doch alles mal so wunderschön?! Und bei manchem weiß ich nicht, wie es dazu gekommen ist, dass es da zwar einen Haufen gemeinsames Treibholz gibt, es sich aber dennoch so anfühlt, als gehöre er nicht zu mir. Die Schuldfrage stellt sich hier gar nicht. Es ist einfach, was es ist: Es gehört nicht mehr zu mir. Trotzdem tut es weh. Verstand und Herz sind manchmal ganz schön blöde Berater, weil sie sich so selten einig sind.
Und dann gibt es noch das Treibholz, das vor langer Zeit angespült worden ist. Es liegt da und bewegt sich nicht. Bei hohem Wellengang bin ich so abgelenkt, dass ich es nicht wirklich im Blickfeld habe. Aber wenn das Meer ruhig ist, dann liegt dieses Stück Holz fast anklagend vor mir. Ja, es ist da, aber es ist nicht genug. Es fehlt das Fundament. Ich schaue es gerne an, ich bewundere es, aber gleichzeitig weiß ich auch, dass es nicht genug ist. Wie ein prachtvolles Möbelstück in einem hallenartigen Raum. Es wirkt verloren. Und so verloren, wie es da steht, kann es seine Schönheit nun mal nicht entfalten. Dabei ist es an sich der absolute Hammer. Paradox, hm? Ja, findet das einsame Treibholz auch.

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