2017…nun endest Du bald. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die sich einen Katalog an unzumutbaren Vorsätzen fürs nächste Jahr diktieren. Wenn ich etwas ändern möchte, dann immer am besten sofort – und nicht immer ab Januar. Was ich aber schon mache: Ich ziehe Bilanz. Und da muss ich seeeehr aufpassen. Meine erste Bilanz war: Was ein verkacktes Jahr?! Wieso hänge ich so in den Seilen? Wieso sind meine Aussichten so…äääh…bescheiden derzeit?! Es ist so einfach, mich da in eine hübsche Endlosschleife zu drehen.

Aber einfach ist ja dann auch wiederum nichts für mich. (Hier fällt mir gerade ein Rechtschreibfehler auf: Laut der Deutsch-Lehrerin meines jüngsten Neffen wird „wiederum“ nicht so geschrieben, sondern: „widerrum“, also gegen den Rum??? Ich liebe unser heutiges Bildungssystem!)

Nun aber zurück zu „einfach kann jeder“, was ich ja nicht so mag. Im Grunde war es ein gutes Jahr. Es verleitet viele – mich leider eingeschlossen – dazu, voreilig zu sagen, wie blöd ein Jahr gelaufen ist, weil bestimmte Dinge nicht ein getreten sind, die man ja unbedingt wollte. Wenn aber alles immer sofort in Erfüllung gehen würde, wäre es ja fad, wie Franz (Bully-Parade) zu sagen pflegte. Ernsthaft. Wenn alle Wünsche sofort Wirklichkeit würden, dann wüsste ich sie auch nicht zu schätzen. Gut, bei dem ein oder anderen Thema würde ich mir vom Universum schon gerne nicht die ständige Keule wünschen, aber im Großen und Ganzen…ist es wohl ok.

Dieses Jahr hatte ich Gelegenheit, eine neue Sprache zu lernen (rudimentär, zugegeben), mich einen Trekking-Pfad entlangzuquälen und dabei nicht zu sterben (und niemanden zu töten – fast noch herausfordernder), von keiner Bullet Ant gebissen zu werden, die Dschungel-Läuse erfolgreich los zu werden, tolle Menschen aus unterschiedlichen Ländern kennenzulernen, einen Paragleitflug zu absolvieren, das Meer mehrfach zu sehen, Motorrad zu fahren, ein weiteres Theaterstück zu schreiben, den Weihnachtsmarkt mit lieben Menschen zu besuchen, Freunde zu sehen, Night of the Proms zu besuchen und und und. Ich habe Zuspruch von Freunden und Bekannten erfahren, was mir sehr viel bedeutet. Also im Grunde…? Ja, das Glas ist definitiv mehr als halbvoll. Es ist längst nicht alles, wie das Böckchen in mir es gerne hätte, aber es ist schön.

In diesem Sinne wünsche ich mir nicht, dass sich alles ändern mag im nächsten Jahr. Ich wünsche mir, meine Freunde zu „behalten“, ihnen gerecht werden zu können und Zeit mit ihnen zu verbringen. Ich wünsche mir selbstverständlich einen neuen Job mit ordentlichen Herausforderungen. Ich wünsche mir wieder Abenteuer und dass ich meinen Schweinehund überwinden muss. Und vor allem wünsche ich mir Gesundheit und Zufriedenheit – zwei Dinge, die ich immer gerne als selbstverständlich hinnehme, die es aber nicht sind.

Und von allem das Beste wünsche ich auch den Menschen um mich herum. Wenn Ihr andere Wünsche habt, fügt sie ruhig an. Wünschen darf man. Achtet nur drauf, dass nicht immer alles (sofort) in Erfüllung geht und mancher Wunsch auch besser unerfüllt bleibt.

In diesem Sinne: Danke 2017!

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