Da hocke ich nun in meiner Ferienwohnung und verbummel´ den Tag. Sie hatten gemeldet, heute wäre überall strahlend blauer Himmel zu sehen. Ist aber nicht so. Daher habe ich meinen Hintern auch nicht aus der Butze bewegt und mir – wie ursprünglich gedacht – ein Eis gekauft. Die Eisdiele soll nämlich super sein…und der italienische Eisverkäufer quasi die Kirsche auf dem Eishörnchen. Naja, das bzw. den muss ich mir wohl ein anderes Mal anschauen.

Tja, die ersten Tage sind also geschafft. Mein Gefühl dazu? Es läuft… Ich fühle mich bisweilen wie in einem out-of-body-Erlebnis. Irgendwie schaue ich aus der Vogelperspektive zu. Das mag daran liegen, dass mein Hirn mich wohl etwas schützen will, damit ich nicht in Panik verfalle. Zwei Tage habe ich gearbeitet, bevor ich dann fürs Theater mal eben so 1300 Kilometer an einem Wochenende abgerissen habe. Zusätzlich zu all den Informationen, mit denen ich hier privat und fachlich gefüttert werde, war das schon etwas üppig. Wahrscheinlich war ich aus diesem Grund gar nicht aufgeregt, als ich meinen ersten Tag hatte. Gedanklich hat es mich da nämlich schon sehr gegruselt, wie ich bei der Wetterlage am Wochenende so mit dem Auto durchkommen würde.

Nun könnte ein schlauer Mensch einwerfen: „Wieso nimmst Du da nicht den Zug?“ Tja, hätte ich glatt gemacht, nur wohne ich gerade echt am Arsch de Brie. Ich hätte mehrfach umsteigen müssen und für eine Strecke achteinhalb bis elfeinhalb Stunden einkalkulieren müssen. Nein, nicht doch, da muss man nicht auf die Bahn schimpfen. Die ist in der Tat echt nicht schuld. Es liegt an meinem etwas abseitigen Wohnort, der aber auch ganz idyllisch ist. Die Ferienwohnung ist superschön und die Nähe zu meiner Freundin auch richtig toll. Da nimmt man eben solche Einbußen hin. Und es ist gut so, denn dadurch wird mir deutlich, dass ich meine zukünftige Wohnung nicht hier herum suche.

Und da kommen wir zu des Pudels Kern: Die Wohnungen hier sind seeeehr dünn gesät. Sie sind überteuert, aber vor allem einfach sehr rar. Da muss man dann auch manches inkauf nehmen. Die erste Bude war der Klopper: Die Wohnung war kleiner, als angegeben. Damit aber nicht genug. Ich hätte 2,4 Brutto-Monatsmieten Honorar zahlen müssen. Nicht erlaubt? Richtig, aber der Typ war ja Österreicher – genau wie seine Immobilienfirma. Daher gelte österreichisches Gesetz. Is klar. Und auch damit noch nicht genug. Der alte Mann meinte dann auch noch, mich anbaggern zu müssen. Äääääh…selbst wenn die Wohnung ein Träumchen gewesen wäre – und davon war sie meilenweit entfernt – hätte ich mich für die Bude garantiert nicht selbst verkauft. Das Gute an meiner alten Tätigkeit bei der Versicherung: So was kann mich nicht mehr schocken.

Zwei andere Wohnungen habe ich mir nun noch angeschaut, aber beide sind wohl zu weit ab vom Schuss. Mit Familie wären beide Orte sehr schön gewesen, aber ich bin nicht in den Süden gegangen, um hier allein auf dem Land zu hocken. Daher muss ich weitersuchen. Ihr dürft gerne die Daumen drücken.

Die Arbeit macht bislang Spaß, und ich kann mich sogar schon etwas einbringen, was mir natürlich sehr gefällt. Erstmalig habe ich nicht das Gefühl, hier nicht lange bleiben zu können. Bisher war es immer recht schnell klar, dass ich nur für eine bestimmte Zeit verweilen würde, aber dieses Mal scheint es anders zu sein. Ich lass mich überraschen. Das Konzept wirkt stimmig auf mich, die Perpektiven interessant und das Produkt einfach genial – auch wenn ich so gar nichts von technischen Dingen verstehe. Muss ich ja aber auch nicht…was hab´ ich nur für Glück! So wie damals, als ich im Abi Mathe abwählen konnte. Wenn´s läuft, dann läuft´s.

Gerade bin ich noch etwas platt von den letzten zwei Wochen, schätze aber, der Gewöhnungseffekt stellt sich schnell ein, so dass ich dann auch bald innerlich ankomme. Und dann werde ich zu meinem geliebten Ammersee fahren, den Englischen Garten genießen und durch München schlendern, als sei ich nie weg gewesen. Spätestens wenn ich meine erste Brotzeit in einem Biergarten auspacke, weiß ich, dass ich in Bayern bin. A guat´n.

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