Ein kleiner Junge – vielleicht 7 oder 8 Jahre alt – geht schnurstracks auf ein kleines Mädel zu, das ich auf etwa 6 Jahre tippe. Klar und laut fragt er: „Und? Geht’s Ihr a auf d’Wiesn?“ Ein schüchternes: „Ja“ ist die Antwort. Er sagt noch zwei, drei Sätze, bis er sich umdreht und seiner Mutter laut zuruft: „Los Mama, trau di! Der Mo (Mann) is a nett.“ Gemeint ist der Vater der kleinen Maus. Dessen Frau und andere Tochter sitzen neben mir auf der Bank. Die Frau neben mir lacht. Der Mann grinst vor sich hin. Es ist ja auch ein Kompliment.

Und ich denke nur: Warum kann es nicht immer so unkompliziert und einfach laufen? Warum muss es immer komplizierter werden, je älter wir werden? Es scheint, als würden wir alle mit jedem weiteren Lebensjahr lernen, uns mehr zurückzunehmen. Oder geht es nur mir so? Ich fand den kleinen Jungen einfach genial.

Ich komme wieder aus dem Krankenhaus. Die Atemzüge sind mittlerweile auf zwei reduziert, bevor eine lange Pause entsteht. Es dauert also nicht mehr lange. Und doch schlägt das Herz noch… vielmehr ist es ein Flattern. Es wirkt, als hätte er sich schon verabschiedet, nur der Körper kämpft noch. Es ist erstaunlich, zu sehen, wie so ein Körper noch seine allerletzten Reserven mobilisiert. Und die Welt dreht sich immer noch… so wie gestern noch und auch morgen wieder. Die S- Bahn ist auch wieder voll. So, als würde gerade nichts passieren.

Vor mir sitzen zwei kleine Lausbuben in Lederhosen… schätzungsweise 2 und 4 Jahre alt. Sie wissen noch nichts von der Welt. Sie strahlen, mampfen ihre Brezn und sind völlig unbeschwert… und ich wünsche ihnen, dass es möglich lange so bleiben wird.

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