Wer fühlt sich bitte nicht besser, wenn er nach diesem Winter die Sonne wieder begrüßt? Jaja, ich bin kein Sonnenanbeter, ich weiß. Werde ich auch nicht mehr in diesem Leben. Allerdings gefällt mir der Frühling schon sehr. Nach dem Herbst ist mir der Frühling ja die liebste Jahreszeit. Und mit dem Wissen, dass die Sonne sich bald wieder mal verabschieden wird und der Winter wieder Einzug halten will, möchte ich mir eine Box suchen, in der ich die Sonne für schlechte Tage einfangen kann. Bislang habe ich keine gefunden, bin für Anregungen diesbezüglich aber sehr offen.

Die Woche, die ja mit Mathetrauma begonnen hat, entwickelte sich dann schön wie das Wetter. Ich darf ehrenamtlich im Altenheim arbeiten, was mich sehr freut. Alte Menschen finde ich immer schon spannend. Jo, es gibt diese Knatschpötte (für alle Nicht-Rheinländer: Menschen, die meckern und jammern), aber die muss ich ja auch nicht bekehren. Ich kann immer wieder gehen. Tatsächlich glaube ich ja auch fest daran, dass man selbst diese Leute zu einem Lächeln bringen kann. Es dauert nur etwas länger. Von außen ist das zudem ja leichter, als wären es die eigenen Eltern. Daher bin ich schon gespannt.

Das andere Highlight ist hingegen die Aussicht, nach Amsterdam zu dürfen. Da gibt es wohl ein Subunternehmen meiner Firma, das wohl Beratungsbedarf und Unterstützung benötigt. Ääääh, alles wurscht, außer: AMSTERDAM!!! Hallo??? Wie geilo ist das bitte?! Richtig. Saugeilo. Daher wollte ich das unbedingt machen. Mein ChefChef wollte meine Kollegin und mich allerdings noch etwas ärgern. Er wollte bestochen werden. Auf Nachfrage hin z.B. mit Kuchen. Na gut, den sollte er bekommen. Was eigentlich nur ein Scherz sein sollte (niemand scherzt ungeschoren mit einem Rheinländer! Auch nicht im Süden.), wurde als Challenge angenommen. Und so tanzten meine Kollegin und ich mit Schwarzwälder Kirsch und zu „Traum von Amsterdam“ (mit freundlicher Unterstützung von Youtube) ins Büro unseres ChefChefs. Der war…äääh…überrumpelt/überfordert/sprachlos…irgendwie so was. Und dann wurde er rot. Ach, hätte ich nur schneller reagiert und das aufgenommen! Unbezahlbar. Nach Rumgedruckse und einem „Ihr seid natürlich ganz weit vorne“, wollte ich ihn so nicht davonkommen lassen. „Also, wer hat den Zuschlag?“ „Äääääh….Ihr.“ Da ich ja ein Biest bin, habe ich das per Handschlag besiegeln wollen. Er war so überrumpelt, dass er sich darauf eingelassen hat. Bingo! Das wäre also geschafft. Er konnte nur noch murmeln: „Aus der Nummer komme ich wohl nicht mehr raus.“ Cleveres Kerlchen, gell?

Meine Kollegin hat sich sofort ans Recherchieren gemacht, wo man „Fietse huren“ kann (=Fahrräder mieten…kein Schweinkram!), wo es Coffee Shops gibt (da wir beide immer schon Nicht-Raucher sind, habe ich ihr erklärt, dass Kiffen bei uns nix bringen wird) und natürlich, dass wir Lakritz für die Kollegen mitbringen müssen (ich habe auch hier Aufklärung betrieben: Sie ist aus dem Norden, ich aus dem Rheinland, also mögen wir Lakritz. Hier ist aber Bayern. Die finden Lakritz einfach nur bah…ich sag´ ja, komische Menschen leben hier). Auf einem Bild erblickte sie dann plötzlich die Grachten. Aufgedreht fragte sie: „Können wir da mit ´nem Boot fahren?“ Hab´ ich zwar schon hinter mir, feier´ ich aber immer wieder gerne aufs Neue. „Ja, können wir und werden wir.“ Oh je, unsere anderen Kollegen werden bis dahin noch einiges ertragen müssen, aber da müssen wir alle durch.

Und weil alles so super läuft, hat OTTO dann auch den richtigen Schrank zur abgemachten Zeit geliefert. Hermes hat sich eine halbe Stunde vorher noch gemeldet, dass sie dann in 30 Minuten da wären. Äääääh…? Gibt es so einen Kundenservice heute echt noch? Sie lieferten pünktlich und freundlich. Aber dann saß ich da und dachte: „Wäre schon toll, wenn es dazu einen Mann gäb, der einem das hier aufbauen würde…“ Aber ich will es ja nicht übertreiben. Frau kann das ja auch selber. Meine Lampe flaggt zwar immer noch unmontiert herum, aber da müsste ich ja auch den Strom abschalten und bohren. Das ist ein anderes Kaliber.

Ganz Profi (*hüstel) habe ich dann alles ordentlich sortiert, abgezählt und verglichen, ob alles dabei ist. War es. Dann habe ich Akkuschrauber, Hammer, Schraubendreher und Zange (die nur für alle Fälle) zurecht- und dann losgelegt. Was soll ich sagen? Er steht. Der Schrank. Mann gibt es ja nach wie vor keinen. Es hat zwar lange gedauert, aber das schmucke Ding steht nun und wartet aufs Beladen. Das mache ich heute. Musste ja erstmal putzen und überlegen, wie ich was krame. Und da ich so was nicht so doll finde, schreibe ich jetzt erstmal lieber hier was rein. Das nennt man, glaube ich, Ablenkungsmanöver. Davon gab es schon reichlich heute. Ich habe schon mit der Bank telefoniert (ja-haaa, an einem Sonntag!), damit ich meine PIN von der Kreditkarte oneline ändern kann, habe mit zwei Freundinnen telefoniert, Milchreis gekocht…auf dem Balkon die Sonne genossen und ein bisschen doof durch die Gegend gestiert. Es hilft aber alles nix, ich muss ran. Heinzelmännchen wohnen in Mainz und nicht in Dachau, Freiwillige laufen hier auch nicht herum und – wenn ich mal ehrlich bin – würde ich mir ja eh nicht helfen lassen.

In diesem Sinne leg´ ich jetzt mal los. Ach ja, Universum? Nächste Woche bitte weiter so.. ;o)

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