Heute ist quasi der Haupttag von Mardi Gras. Und auch, wenn et Sönnsche schinnt: Es ist eiskalt. Verdammte Axt, kann man da frieren.

Gestern Abend wirkte die Parade dunkler. Es waren mehr komische Gestalten unterwegs. Das sieht heute anders aus. Irgendwie entsteht auch der Eindruck, dass die schickeren Wohnungen von Weißen gemietet/ gekauft sind. Die Schwarzen wirken durch die Bank weniger betucht. Irgendwie komisch, dass dieser Eindruck selbst in diesem Jahrhundert noch sofort entsteht.

Und wieder riecht es überall nach Gras. Es fahren sogar Cannabis-Wagen durch die Gegend, die Süßigkeiten und Popcorn mit Cannabis anbieten. In einem Laden in einer Seitenstraße frage ich nach, ob das eigentlich legal sei? Nö. Aber gerade scheißt sich wohl keiner drum. Ekeliger Geruch.

In der Bourbon Street geht es nach dem Zug völlig verrückt zu. Da schmeißen sie die Ketten von den Balkonen herunter, was durchaus schmerzhaft sein kann. Dazu laufen manche tatsächlich trotz eisiger Kälte oben ohne herum – ja, auch Frauen. Und es ist KEIN schöner Anblick.

Richtig schlimm finde ich mal wieder die Mädels, die im Zug mitgehen. Sie sind noch Kinder bzw. teilweise auch Teenies, die superleicht bekleidet sind und sich so sexy und lasziv bewegen, dass einem schlecht werden kann. Ich bin nicht prüde, aber das ist Sexismus pur… Und kaum einer stört sich daran. Das hat nichts mit normalem Tanz zu tun. In Südamerika fand ich das schon schlimm, aber hier hätte ich damit nicht gerechnet. Und es sind durch die Bank farbige Mädels. Keine Ahnung, ob wir das jemals ändern können? Frauen sind keine Ware, werden aber von kleinauf darauf „dressiert“.

Richtung French Quarter sieht man dann auch viele Obdachlose, Alkohol- und Drogenkranke. In Amerika sind Reichtum und totales Aus nah beieinander. Dazu dudeln dann alternative Hippies von einer Graswolke eingehüllt eigenartige Musik. Hier ist wirklich alles vertreten.

Als wir auf dem Rückweg durch die Royal Street laufen, hält mich ein Bild gefangen. Es ist eine Ausstellung. Nun bin ich ja kein Kunstmensch, aber das sind wunderschöne Aufnahmen aus dieser Gegend. Viele traumhafte Bäume, die im Wasser stehen, sind in schummriger Atmosphäre eingefangen. Ich bin völlig geflasht. Irgendwann kommt ein Mann zur Tür herein, der eine Uniform trägt, wie die Musiker in der Parade vorhin. Er fragt, was so viele hier machen, wie es mir geht. Ich bin so weggebeamt, dass er die Frage wiederholen muss. Ich antworte ihm nach dem zweiten Mal, dass es mir gut ginge, ich nur einfach unwahrscheinlich beeindruckt sei von diesen Bildern. Er bedankt sich und stellt sich als Frank vor. Jo, schön. Ich bin Claudia. Wir schütteln uns die Hände.

Ich drehe mich vollkommen verzaubert von den Bildern um meine eigene Achse und könnte mich hier echt nicht entscheiden, welches ich kaufen würde – so ich denn genügend Kohle hätte. Irgendwie stellt sich heraus, dass Frank nicht der Verkäufer ist, sondern der Künstler. Krass. Seine Bilder hängen u.a. bei Promis, wie Drew Barrymore. Er freut sich wohl, dass ich so beeindruckt bin. Puh… einfach nur schön.

Was soll ich sagen? Mardi Gras ist ein Erlebnis. Ich schätze, vielen Auswärtigen käme es in Köln nicht viel anders vor: Viel Müll, viele Betrunkene, nur die Musik ist schon sehr anders. Es ist interessant, aber noch mal bräuchte ich das hier nicht…

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