Heute Morgen war ich um 7 Uhr bei Lidl. Nee, nicht, weil ich so ne kranke Sau bin, sondern weil ich meinem Schwager beweisen wollte, mit ihm aufzustehen. Der Arme muss ja nach wie vor arbeiten. Lustig fand ich die Frau, die sofort nach links geschossen ist, um zwei Pakete Klopapier zu ergattern – und dann doch nur eines kaufen durfte.

Ich finde es schon komisch, wenn andere Leute jetzt noch arbeiten. Bei mir sind es jetzt schon zwei Wochen her, dass ich in der Firma war. Gut, es gab ja noch Home Office. Aber seit zwei Tagen selbst das nicht mehr. Noch fühlt es sich ein bisschen wie Urlaub an – auch wenn ich da natürlich Leute treffen würde und unterwegs wäre. Aber noch ist es eben ok…

Doch wann kehren wir zurück an den  Arbeitsplatz? Kriege ich dann eine neue Einarbeitung, weil ich alles verlernt hab – hihi? Dann geh ich zu Heinz, der alles kann, weiß und überhaupt. So einen Heinz haben wir doch alle, oder?

Ob ich mich dann noch an alle Passwörter erinnern kann? Es wird schon am Schlüsseltresor scheitern. Da hab ich letztens schon mal die PIN meiner EC-Karte eingegeben. Auf einmal ging nichts mehr. Nicht mal Geld kam raus! Puh, da ist mir aber der Schweiß ausgebrochen. Nach ein paar Minuten ging es dann aber wieder – mit dem Schweiß zumindest. Ich hab meinen Kollegen angerufen und gefragt, welchen PIN wir noch mal hätten? „Äääääääh, da muss ich vor dem Bedienfeld stehen. Das kann ich Dir so nicht sagen.“ Krasses Phänomen, oder? Mir geht es nämlich leider auch so. Es fiel mir dann aber zum Glück selbst wieder ein, wie die PIN lautete. Ich hatte schon die Idee, mich auf Demenz testen zu lassen. Aber für so was ist gerade ja keine Zeit… Derweil bau ich einfach munter weiter ab. Ist auch was Schönes.

Heute haben wir weitergenäht… also ich nicht. Hab ja nur die Nähte versäubert, die Qualitätsprüfung durchgeführt und etwas gebügelt. Es will ja keiner, dass ich vor Ungeduld alles in die Luft jage. Auf Dauer ist das keine lustige Arbeit, weil die Nähmaschinen darüber die Grätsche machen.

Nachmittags ging es dann endlich in den Grotenrather Wald (den die Minderbegabten auch Teverner Heide nennen). Hach, kamen da Erinnerungen hoch! Da waren wir früher mit unsrem Opa spazieren und auf Wandertagen zum Ausflug. Und da hab ich rumgeknutscht. Erstmal mit Uli. Später mit Micha, was schon deutlich besser war. Da ist man immer bei jedem Knacken zusammengezuckt. War das aufregend, weil sich das harmlose Knutschen so verboten angefühlt hat! Es folgte noch einer, aber der war gar nicht gut. Dann hab ich dem Wald keine Chance mehr gegeben bzw. hatte meine eigene Bude.

Wie das wohl heute im Wald so wäre? Ob ich es noch mal versuchen soll? Aber mit wem denn?! So ein Wald kann ja schließlich auch keinen herbeizaubern, oder?

Ich merke nur eins: 1. Ich bin ganz schön alt geworden, wenn ich so an damals denke. 2. Die Zeit ohne Arbeit bekommt mir nicht. 3. Knutschen war schon schön. 4. Mathe kann ich immer noch nicht (siehe: „Ich sage nur EINS“).

In diesem Sinne: Ich geh Schafe zählen. Da ist die Genauigkeit nicht so wichtig. Schlaft auch gut – mit oder ohne Schafe.

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