Heute Morgen werde ich wach – zugegeben, reichlich spät. Und mit einem fetten Lächeln im Gesicht. Das Schreiben übers Knutschen gestern Abend hat seine Wirkung nicht verfehlt. Ich hab im Traum rumgeknutscht. Und jetzt liege ich lächelnd hier, bis mir einfällt: Hey, wer war der Typ denn eigentlich?! Man man man, konnte der gut küssen. Puh. Wir waren zu dritt im Kino. Irgendwer links, dann er in der Mitte und ich rechts. Und ich hab keine Ahnung, wer das war. Das geht so was von gar nicht! Nach Freud hätte das eine tiefere Bedeutung. Die will ich gar nicht wissen. Ich will die Nummer, die Adresse, den Beziehungsstatus. Würde mir für den Anfang jedenfalls voll reichen.

Was bekomme ich stattdessen? Eine Matheaufgabe. (Danke, Sonja, Du Komikerin!!!) Ich also noch voll verpennt und selig vom Knutschtraum und komme schwups in meinen Albtraum – Mathe. Manche haben’s echt drauf, einen fertig zu machen. Nach mehreren Versuchen habe ich es lösen können – mit einem Tipp meines Neffen, der Mathe als Leistungsfach hat. Ja, ich hab ihn trotzdem lieb, eigenartigerweise.

Den Vormittag verbringe ich mit Backen. Es gibt Puddingstreusel und Körnerknäckebrot. Ich liebe es ja zu backen. Nur leben in meinem Haushalt nur bereits erwähnte Wollmäuse, Milben und Spinnen (Letztere natürlich nie lange). Jedenfalls hat bisher noch keiner von denen je irgendwas Gebackenes von mir gegessen. Ja, verwöhntes Pack. Vermutlich sind es Mäckes-Anhänger. So verkommen ist die Jugend heute! Wen ich beim letzten Mal schon vergessen hatte zu erwähnen, was tiefe Depressionen hervorgerufen hat, sind meine Silberfische. Die lassen sich allerdings auch nur selten sehen, weshalb sie sich nicht beschweren dürfen, wenn sie denn in Vergessenheit geraten. Schließlich haben sie auch noch nie von meinen Backerzeugnissen gekostet.

Und so bin ich eben wieder mal dankbar, meine Neffen zu haben. Die essen so ziemlich alles, was ich ihnen kredenze. Vielleicht haben sie Angst vor mir? Nee, dazu sind sie zu groß und stark. Da hab ich leider keine Chance mehr. Vielleicht spekulieren sie aufs Erbe? Aber außer reichlich Porzellan ist da auch nix zu holen. Also scheidet die Interpretation auch aus.

Egal, was es ist: Es ist doch wurscht. Sie essen, was ich koche und backe. Und so komme ich mir etwas nützlicher vor. Also gewinnen wir doch alle irgendwie.

Jetzt mache ich,  glaube ich, ein Nickerchen auf der Wellenbank meines Neffen – mitten in der Sonne. Na und, dann kriege ich eben Sommersprossen. Hauptsache, der Typ aus dem Kino erscheint wieder im Traum. Vielleicht nehme ich ihm ein Stück Puddingstreusel mit? Mal schauen, wie der ihm schmeckt. Ich weiß, wie er sich revanchieren kann. Gehabt Euch wohl – und bleibt bitte meinen Träumen fern!

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