Heute habe ich erfahren, dass ich cool bin. Gut, der Weg dorthin war etwas holprig – wenn nicht gar übel steinig. Mein kleiner Neffe hat mit mir gesprochen. In der Pubertät muss man allein dafür ja schon dankbar sein. Während des Gesprächs kamen wir dann darauf zu sprechen, wie er zu welchen Leuten stehe, wer ihm was bedeute usw. Auf meine Frage hin, dass er zu mir ja auch ein anderes Verhältnis hätte als zu seinen anderen Tanten und Onkeln, folgte eine nickende Bestätigung und dann die ernüchternde Ergänzung: „Ja klar. Die sind ja auch normal und so.“ Hallo?!?! „Und ich bin nicht normal?!?!?!“ „Äh, also mal ehrlich: Du willst doch nicht sagen, dass Du normal bist?!“ Doch, will ich schon. Bin ich auch… also nach meinen Maßstäben. Aber dann kam die Erlösung: „Ja, wer ist denn in Deinem Alter noch so cool? Das ist doch nicht normal!“ Aaaaah, da war ich dann doch sehr versöhnt. Und dann bin ich auch sehr gern sehr unnormal. Alles feini also.

Meine Besprechung hat ergeben, dass ich nach wie vor die meisten meiner Kollegen bescheuert finde. Und die wichtigste Info konnte auch nicht gegeben werden: ob und wie viel meine Firma zum Kurzarbeitergeld dazugeben wird. 60 % vom Netto ist nicht wirklich lustig. Nächste Woche arbeiten wir dann gar nicht, ab übernächster Woche dann zunächst zwei Tage pro Woche im Home Office. Damit hätte ich dann nicht gerechnet. Jetzt kommt aber der Clou: Es wird im Team besprochen, was überhaupt gemacht werden soll. Überstunden dürfen nicht gemacht werden. Mein Chef teilt dann ein, welche Aufgaben wichtig sind und gemacht werden sollen und welche nicht. Als hätte er davon wirklich eine Peilung!!! Das kann bedeuten, dass manch einer von uns doch nichts zu tun haben wird. Das macht sich logischerweise auch monetär bemerkbar.

Unbezahlbar dann mein Kollege Heinz, der ja angeblich via Skype in der ersten Home Office Woche gecoacht hat und vorhin fragte: „Wieso kann man von ein paar von Euch Bilder sehen? Wie mache ich das denn?“ Er weiß nicht mal, wo die Kamera bei Skype aktiviert wird??? Springt einem ja auch nicht sofort ins Gesicht. Alter, in so einem Moment bin ich immer stolz, dass mir keine Ader platzt. Ich würde zu gerne wetten, dass besagter Heinz wieder alles so hinbiegen wird, dass er voll ausgelastet ist – ohne es auch nur einmal in seinem Leben gewesen zu sein. Es gibt aber niemanden, der bei einer solchen Wette dagegen halten würde, denn alle kennen ihn ja. Aber… auch diese Zeit wird vorübergehen – ohne, dass ich handgreiflich werden muss, hoffe ich.

Ich beschäftige mich den Rest des Tages einfach mit den schönen Dingen des Lebens: gemeinsames Essen mit meinen Lieben (ich tu mal so, als wären sie es wirklich) und anschließendes Kartenspielen mit den Rotzigen. Das wird ein Spaß und lässt die Sonne auch innerlich scheinen. Und das wünsche ich Euch auch: Sonnenschein und gute Laune.

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