Komisch, heute fängt der Mai an, aber das Wetter von April herrscht. Wie soll ich da nicht durcheinander kommen? Ernsthaft, ich habe immer mehr Schwierigkeiten, die Wochentage zu sortieren. Normalerweise ist es doch immer so: Den Montag kennt man so sehr, weil er immer schmerzhaft ist – da dauert die Arbeitswoche noch am längsten. Am Dienstag kann man sich schon damit motivieren, dass bereits ein voller Arbeitstag rum ist. Mittwoch ist ja Bergfest…da wird in Düsseldorf auf dem Marktplatz ja auch offiziell die Woche geteilt. Donnerstag ist schon der kleine Freitag. Und dann habe ich ja eh Fortbildung. Aber jetzt? Da verschwimmt alles. Ganz schön eigenartig. Und dann kommen auch noch Feiertage, so wie heute beispielsweise, dazu. Man, man, man. Wer noch nicht kirre ist, wird es spätestens jetzt.

Am Morgen schickt mir eine Fortbildungskollegin ein Video von der Frau mit zwei Schüsseln, von denen eine einen Sprung hat. Und weil ich die so schön fand, mach´ ich mir mal die Mühe, diese abzutippen…Mooooment. Ha! Habe sie im Internet gefunden, also nur kopieren und zack, hier ist sie:

Es war einmal eine alte chinesische Frau, die zwei große Schüsseln hatte. Diese hingen an den Enden einer Stange, die sie über ihren Schultern trug. Eine der Schüsseln hatte einen Sprung, während die andere makellos war. Am Ende der langen Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau enthielt die eine Schüssel stets die volle Portion Wasser, die andere war jedoch immer nur noch halb voll. Zwei Jahre lang geschah dies täglich.
Die alte Frau brachte nur anderthalb Schüsseln Wasser mit nach Hause. Die makellose Schüssel war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung. Die arme Schüssel mit dem Sprung schämte sich aber wegen ihres Makels und war betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht worden war.
Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen, sprach die Schüssel zu der Frau: „Ich schäme mich so wegen meines Sprunges, aus dem den ganzen Weg zu deinem Haus immer Wasser läuft.“ Die alte Frau lächelte: „Ist dir aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen, aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht? Ich habe auf deiner Seite des Pfades Blumensamen gesät, weil ich mir deiner Besonderheit bewusst war. Nun gießt du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen. Zwei Jahre lang konnte ich diese wunderschönen Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken. Wenn du nicht genauso wärst, wie du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und unser Haus beehren.“
Asiatische Weisheit, Autor unbekannt

Die Geschichte finde ich einfach schön, weil sie so passend ist. Wenn wir alle „normal“ wären und „perfekt“ (was auch immer das heißen mag), wäre das Leben ganz schön langweilig, oder? Wir brauchen nur hin und wieder Menschen, die uns sagen, dass wir gerade mit diesen Macken so toll und einzigartig sind.

Und heute ist wohl der Tag, an dem das gleich zwei Menschen denken: Die Kollegin aus der Fortbildung und mein alter Kollege (bald 81). Er ruft an und will nur wissen, wie es mir geht, was meine Pläne sind und ein bisschen quatschen. Es ist interessant, dass es Menschen gibt, die einen immer bestärken und sagen, man schaffe alles, wenn man das nur wolle. Er ist einer von diesen Menschen. Er bestärkt mich immer, sagt mir, welche Punkte ich für mich verbuchen könne und wie sicher er sich ist, was meine Zukunft betrifft. Und dann sagt er leise: „Ich vermisse Sie…und die Zeit, die wir hatten. Ich würde so gerne wieder mit Ihnen ein Pöttchen Kaffee bei Heinemann trinken und ratschen.“ Das rührt mich…sehr sogar. Wenn Corona dann mal passé ist, werde ich das nachholen. Denn wir hätten uns in diesem Monat hier im Süden getroffen, was aber auch abgesagt werden musste.

Solche Momente sind es, die mir wieder und wieder zeigen, wie schön das Leben ist, welche tollen, wertvollen Menschen ich kenne und dass nichts unmöglich ist, wenn man die richtigen Leute auf seiner Seite weiß. Und das weiß ich…ich kenne jeden einzelnen von ihnen. Danke!

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