„Der Popo der Frau war aber ganz schön warm!“ Zum Glück meint die kleine Maus nicht mich. Ich befinde mich auf meinem Weg in die „Heimat“ – wenn ich das so bezeichnen mag? Keine Ahnung. So ein richtiges Heimatgefühl kenne ich gar nicht. Aber meine Lieben sind mir wichtig. Sie stehen also quasi synonym für meinen Heimat-Begriff. Es sitzen recht wenige Menschen in der S-Bahn.

Vorhin am Gleis meckert ein Kerl noch rum, wie sehr ihm das mit den Masken stinkt. Das kann ich noch verstehen. Ich tröste ihn, dass diese Zeit auch vorübergeht. Er moppert: „Klar. Aber frühestens 2022!“ Ich hoffe, es geht schneller, daher entgegne ich: „Naja, wenn sie einen Impfstoff finden, dann wird es schneller gehen.“ „Pah, ich lass mich nicht impfen!“ Innerlich verdrehe ich die Augen, sag aber ruhig: „Muss man ja auch nicht. Aber ich werde es tun.“ Er schüttelt den Kopf: „Wird ja eh aus China kommen. Und dann ist da wer-weiß-was drin.“ Och nö… so einer? Da hab ich ja keine Lust zu. „So schnell wird in Deutschland schon nichts zugelassen. Aber wurscht. Ich muss dann mal: Schönes Wochenende!“ Und dann bin ich auch schon weg. Da ist mir das Mädel, das jede Station fragt: „Sind wir schon da?“ wesentlich lieber. Mal schauen, wie es nachher im ICE wird. Ich schlapp dann mal rüber.

Am Hauptbahnhof München ist echt sehr wenig los. Ich hatte schon befürchtet, hier sei es wieder so voll wie so meist. Aber nö. Und die Leute halten sich alle an den Mundschutz. Gut, Abstandhalten ist so eine Sache, aber immerhin. Ich bin beeindruckt. Wieder was Positives.

Apropos positiv: Heute ging es in meiner Schulung um positive Psychologie. Und ich glaube, genau das wird es sein, was meins wird, weil es schon länger meins ist. Klingt komisch, macht aber nix! Mittlerweile geht die Wissenschaft davon aus, dass ca. 50% Veranlagung/Gene dafür verantwortlich sind, wie glücklich wir sind. Lediglich 10% seien den Lebensumständen geschuldet, womit die Kindheit, Trennungen, Kündigungen, Katastrophen und dergleichen gemeint sind. Die restlichen 40% sind der eigene Wille bzw. das, wie wir selbst die Welt sehen wollen. Dabei geht die Tendenz da hin, dass die Gene eher noch weniger Einfluss nehmen und der eigene Wille (und damit das eigene Verhalten) an Bedeutung zulegt. Ha! Genau meine Überzeugung! Klar, es gibt immer Ausnahmesituationen. Keine Frage. Es wurden Studien hierzu erhoben, die mehr als interessant sind. Dabei wurden Menschen aus verschiedenen Ländern und völlig unterschiedlichen Lebenssituationen hierzu untersucht. Da gab es sowohl Prostituierte aus Kalkutta, als auch Hausfrauen in westlicheren Ländern. Puh, schon krass…

…und doch deckt sich das mit meiner Denke, dass ich immer eine Wahl habe, wie ich mein Leben sehe. Ich kann immer den Blick auf das Negative richten, dann wird mein Leben auch negativ sein. Oder ich betrachte mein Leben als positiv. Dann wird es das auch sein. Natürlich gibt es immer wieder Umstände, die mich kurzzeitig aus der Bahn werfen. Doch hierzu gibt es Untersuchungen zu Menschen ein Jahr nach einer eingetretenen Querschnittslähmung und Menschen ein Jahr nach ihrem Lottogewinn. Erstere waren – bis auf wenige Ausnahmen – nicht weniger glücklich als zuvor. Und Letztere nicht glücklicher. Das freut mich wie Bolle!!!

Und ja, jetzt kann ich sagen: Verdammte Axt! Die blöde Bahn hat mal eben den Zug ausgetauscht, womit meine Reservierung ihre Gültigkeit verliert. Oder ich freue mich, weil ich dadurch einen Mann kennenlerne und ihn zum Lachen bringe. Neben meiner Matheschwäche kann ich mir räumlich nichts vorstellen. Oh, ich bin gesegnet mit einer blühenden Phantasie! Aber mir was räumlich vorzustellen? Ääääh… da verkack ich perfekt. Deswegen auch die Herausforderung beim Einparken. Mein Kollege meinte am Dienstag noch: „Der steht aber schräg in der Lücke!“, woraufhin von mir kam: „Aber nirgends angedötscht! Man muss schon für Kleinigkeiten dankbar sein!“ Hat er nur mit einem Lachen quittiert.

Doch zurück zum Zug: Aufgrund meines fehlenden räumlichen Vorstellungsvermögens weiß ich nicht, ob mein Koffer auf die Ablage passt. Also sage ich zu dem Mann drei Plätze hinter mir: „Sie sind doch ein Mann?!“ Ok, wenn ich das jetzt so lese, muss ich schon auch lachen. Er springt auf und sagt: „Klar, ich helfe Ihnen mit dem Koffer!“ Ich schaue ihn an: „Äh, das meinte ich nicht. Ich wollte nur wissen, ob Sie glauben, der Koffer passt da oben rein?“ Er zuckt mit den Schultern: „Müssen wir ausprobieren.“ Und so heben wir das Ding hoch. Er passt. Ha, er wusste es also auch nicht! Ich bedanke mich, er schlendert zurück. Erst dann wird mir bewusst, was ich ihn zuerst gefragt hab. Und so grinse ich: „Auch ne geile Frage: ‚Sie sind doch ein Mann‘!“ Daraufhin lacht er und sagt dann: „Ich hab länger nicht mehr nachgeschaut, aber ich dachte, das passt schon.“ Und so lachen wir beide. Säße ich nun woanders, hätte ich ihn nie getroffen. Also: Das Glas ist so was von halbvoll – auch wenn die Bahn lala ist.

Ich schaue mal, dass ich jetzt was lese. Möglichst trivial, weil ich das manchmal einfach brauche. Daher wünsche ich Euch positive Gedanken, verrückte Glückshormone und mindestens halbvolle Gläser. Slainte!

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