Ich mag ja Menschen. Und ich mag es sehr, wenn jemand eine fundierte Meinung hat und zu ihr steht. Ich frage mich nur, was ein rotes Shirt mit schätzungsweise 100 Mal in weißer Aufschrift gedrucktem Wort „FUCK“ aussagen soll? Ja, ich mag zu alt geworden sein. Eine Mitschülerin hatte früher „fucking bullshit“ auf ihr Ledermäppchen geschrieben, was unsere Englischlehrerin damals keifen ließ, das wäre ja völliger Nonsense und ob ihr das bewusst sei? Ulli hat das damals nur mit einem grinsenden Schulterzucken abgetan. Ich wüsste zu gern, was sie heute macht. Bestimmt ist sie Umweltaktivistin geworden. Sie ist in der 10 sitzengeblieben und in unserer Klasse gelandet – wie die meisten. Warum? Weil wir chaotisch waren und einen tollen Zusammenhalt hatten. Mobbing gab es damals auch schon, aber nie in unserer Klasse. Oh man, die Mittelstufe war einfach genial!

Doch egal, zurück zur Sache: Dieses Shirt an dem spirreligen Jungen zu sehen, verwirrt mich irgendwie. Aber ich muss ja auch nicht alles verstehen, oder? So ein Bahnhof hat was. Da kann man lauter lustige Menschen sehen. Auch süß: Der Mann vom Kofferhochheben geht noch an mir vorbei und wünscht mir eine gute Weiterfahrt. Man, Nettsein kostet nichts und tut doch immer wieder gut.

Ich hab einen Podcast (auf Empfehlung – danke Sonja!) zum Thema Glück gehört. Da geht es ums „Geschäft mit dem Glück“. Und ein Psychotherapeut ist vehement gegen die Idee der positiven Psychologie, weil sie für ihn impliziert, dass jeder dann selbst schuld sei, wenn er nicht glücklich sei. Oh man! Von Schuld zu sprechen, ist so ziemlich das Dümmste überhaupt – aus meiner Sicht. Und so was macht ein Psychotherapeut?! Da kriege ich ja die Krise! Die Themen „Schuld“ und „Scham“ gilt es, völlig auszuhebeln. Sonst könnte ich ja munter weiter in die Kirche rennen.

Ich weiß, dass es Zeiten gibt, in denen man nichts Gutes mehr sehen kann. Da hilft einem positives Denken auch nichts. Nicht im akuten Moment. Aber dann ist es nach einer Weile die beste Möglichkeit, aus dem Tief wieder herauszukrabbeln. Und ja, es ist auch eine Möglichkeit, „einfach“ in der Talsohle zu verharren. Dabei von Schuld zu sprechen, ist jedoch hirnrissig. Es ist eher, wie das spanische Sprichwort: „Lieber das bekannte Übel als das ungewisse Gute“. Aus Furcht vor dem Unbekannten, bewegen sich viele Menschen einfach gar nicht. Nachvollziehbar… aber auch schade.

Was ich damit ausdrücken will: Jeder darf seine eigene Wahl treffen – und damit glücklich oder auch unglücklich sein. Ich entscheide mich fürs Glücklichsein… zum Beispiel darüber, mit meinem „kleinen“ Neffen einen Videoabend zu machen – so wie heute. Ich hoffe, Ihr genießt auch alles – was immer Ihr auch tut. Trefft Eure Wahl!

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