In München angekommen, hilft mir spontan wieder ein Mann, meinen Koffer herunterzuhieven. Echt schön, dass Menschen so hilfsbereit sind. Ziemlich müde und schlapp komme ich Zuhause an. Ich bin zu müde, um wirklich noch mein Konsumverhalten zu reflektieren. Noch mal Schwein gehabt, hm? 😉 Nicht so viel Schwein hatten meine Neffen. Es gab ein Gewitter, weshalb sie gegen Mitternacht alles abbrechen mussten. Was für Mimis, oder? Bei Gewitter zu zelten, macht doch erst richtig Spaß! Aber dafür muss man wahrscheinlich Hexenblut haben…

Heute und morgen stehen jetzt wieder Webinare an. Es geht um Ängst, Zwänge und Belastungsstörungen. Die Themen sind spannend…und ich habe eine meiner Favoritinnen der Dozenten. Sie hat einen entzückenden, ost-europäischen Akzent und spricht wie eine strenge Balett-Lehrerin. Was ich so an ihr mag: Sie ist 100 %ig strukturiert, hält sich an die Zeiten, geht klar verständlich vor und steht doch auch zu ihren Schwächen. Sie verabscheut diesen „Radiomodus“, weshalb sie ganz süß bittet, es mögen sich ein paar von uns erbarmen und ihre Videofunktion aktivieren. Da ich sie nicht auf dem Schirm hatte, sitze ich mit vom Duschen nassen Haaren und ungeschminkt auf dem Balkon. Keine Chance, so sehr ich sie auch mag.

Es ist kurzweilig, auch wenn das Thema mal wieder kein leichtes ist. Heute behandeln wir aber erstmal „nur“ Ängste. Und hin und wieder denke ich: Jo, ich habe durchaus Angst vor Mathe. Enge Parklücken lösen nun auch keine Begeisterungsstürme in mir hervor. Aber von allem habe ich eines: Angst vor Spinnen. Aber es ist nicht soooo schlimm, wie es vielleicht bei anderen ist? Vorhin habe ich beispielsweise eine kleinere in der Küche entdeckt, die sich schnell versteckt hat. Die meint auch, nur weil ich zwei Wochen weg war, sei das jetzt hier ihr Reich. Aber da hat sie die Rechnung ohne die Wirtin gemacht, denn das ist kein bisschen der Fall! Trotzdem lasse ich sie mal sich verkriechen. Damit kann ich umgehen. Sie stolziert nicht vor mir herum, dann staubsauge ich sie auch nicht weg. Bei größeren Spinnen hört der Spaß allerdings auf. Dann verspüre ich wirklich würgende Übelkeit. Das ist echt nicht witzig.

Dafür sind es bei meiner Dozentin Nacktschnecken. Da, wo sie herkommt, gab es keine. Im Erwachsenenalter hat sie erstmalig so ein braunes Ding gesehen und befürchtet, dies sei eine ägyptische Plage. Wie sie auf diese Idee kommt, ist mir schleierhaft, aber es klingt zunächst mal unterhaltsam. Dann stellt sie die Frage: „Was ist schlimmer als eine Schnecke?“ Mir schießt spontan durchs Hirn: „Mehrere“, aber sie antwortet bereits: „Eine halbe!“ Das finde ich dann richtig witzig. Eine tote Spinne ist für mich auch noch eklig, aber nicht mehr so eklig wie eine lebendige. Und eine halbe Schnecke ist ja tot. Ist ja kein Regenwurm, wo mindestens eine Hälfte nach der Durchtrennung weiterlebt. Habe ich als Kind auch mal probiert, als wir das im Sachkundeunterricht hatten (später heißt es ja erst „Biologie“). Ääääh, ich kann Euch sagen: Wenn man die Teilung zu häufig mit dem überlebenden Rest durchführt, lebt auch da kein Teil mehr weiter. Und nein, ich habe niemals Katzen gequält! Oder Frösche aufgeblasen. Nur das mit dem einen Regenwurm versucht. Ok, und Nacktschneckenweitwurf mit den Kindern von Papas Cousin gemacht. Aber man, so habe ich meiner Dozentin vermutlich unbewusst einen Gefallen getan. Und ich war jung…und nein, es gab kein Geld dafür. Aber Anerkennung von den Jungs. Ha!

Ich weiß noch, als wir damals in Ungarn waren, habe ich mal wieder eine Kröte gefangen. Ich fand sie süß – ehrlich wahr. Schnecken waren auch ok. Im Grunde alles – außer Spinnen. Da war ich schon sehr früh sehr klar. Meine Mutter hat mich vom Fenster aus beobachtet, wie ich da was aufgehoben habe. Als ich dann freudestrahlend vor der Tür stand und meiner Mutter präsentiert habe, was ich da in Händen hielt, kassierte ich eine schallende Ohrfeige, bevor sie dann die Tür ins Schloss fallen ließ. Von der anderen Seite aus hörte ich sie schreien, ich müsste unbedingt dieses Tier draußen aussetzen. Ich tippe mal darauf, dass sie die Phobie mit Kröten hat, die meine Dozentin mit Nacktschnecken hat. Dazukommen bei meiner Mutter aber noch Frösche, Mäuse und Ratten…exotischere Nager natürlich auch…und Schlangen. Beim Kartoffelumlagern musste ja immer ich die letzten wegnehmen, weil da immer Mäuschen saßen. Mäuse finde ich bis heute süß. Ich würde auch Echsen und Schlangen anfassen. In Florida habe ich auch ein kleines Baby-Krokodil auf den Arm genommen. Überraschend war, dass sie sich warm anfühlen. Alles kein Stress – solange keine Spinne in der Nähe ist. Dabei fand ich die Spinne Thekla bei Biene Maja echt nett. Aber die war auch nicht real, sondern Zeichentrick. Man, meine Logik ist heute wieder einmal bestechend!

Warum ich so viel über Schnecken, Spinnen, Frösche und dergleichen philosophiere? Vermutlich, weil es zu warm ist. Ja, die meisten ärgert der anstehende Temperaturabfall wahrscheinlich wieder, aber ich sehne ihn herbei. So ein Wetter macht mich bräsig in der Rübe. Ja, noch mehr als sonst ohnehin schon. Und wer jetzt noch frech ist, dem werfe ich eine Nacktschnecke entgegen. Wie sagen die jungen Wilden heute immer so schön: „In your face!“

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