Die Nacht war aber so was von fies. Mannomann, hab ich schlecht geschlafen. Das geht mir ja mittlerweile häufiger so, wenn ich montags wieder arbeiten muss/ darf. Wie hieß es heute Morgen so schön im Radio: „Siri, was gibt es Schöneres, als montags arbeiten zu gehen?“ Siri: „Da fallen mir 157 Millionen andere Dinge ein.“ Im Radio hat man also 1.) IPhones und 2.) auch keine Lust zu arbeiten. Das ist doch ein Trost. Allein ist eben allein. Und wenn es anderen genauso geht, ist es doch geteiltes Leid.

Ich sitze im Büro, während mein Laptop wieder einmal Updates fährt. Für meine Geduld ist das immer ein Spaß (nicht wirklich). Und in der Küche hat sich auch so gar nichts verändert in letzter Zeit. Hatte ich da wohl Wunder erwartet? Die Spülmaschine ist fertig (ich hatte sie Donnerstag angestellt, also was für eine Überraschung!), während reichlich benutztes Geschirr noch auf der Ablage steht. Tja. Ich hatte mal den Rat bekommen, das Zeug stehen zu lassen. Und Ihr erinnert Euch? Ich bin kein Putzteufel. Wasserflecken gehen mir ja gepflegt am Heck vorbei. Aber das hier ist echt eklig. Beim ersten Mal geh ich demonstrativ weiter. Beim zweiten Mal geht es nicht mehr. Ich räume also zunächst das saubere Geschirr in den Schrank und dann das schmutzige ein. Ein Abteilungsleiter eines anderen Centers betritt die Küche und befüllt seine Kaffeemaschine. Er stutzt kurz, räuspert sich und sagt: „Danke, dass Sie sich erbarmen.“ Kurz schießt es mir in den Kopf zu sagen: „Ach, dafür hat der liebe Gott uns Frauen doch erst geschaffen“, sage aber stattdessen: „Irgendwer muss es ja machen.“ Ihm ist es peinlich, mir dafür egal. Keine Ahnung, warum immer ich das doofe Ding ausräume? Wenn ich es nicht mache, übernimmt es meine Kollegin. Ansonsten bleibt der Rotz einfach stehen… auch tagelang. Ob das bei den anderen Zuhause auch so läuft? Macht das da auch eine Putzelfe weg? Oder kleine Männchen? Dann will ich da wohnen. Echt jetzt. Kann mal einer dieses Bezaubernde-Jeanie-Blinzeln für mich übernehmen?

Das Wetter bleibt so eklig und legt sich wie eine Glocke über meinen Kopf. Der Betriebsrats-Spezl macht es mit seinen Horror-Nachrichten in meinem Büro auch nicht gerade besser. Mir fehlt die Inspiration für irgendwas. Aber das ändert sich. Ein hohes Tier hat am Freitag eine laaaaange Mail geschrieben und die geplanten Aktivitäten mal in eine Zeitleiste geschrieben. Ääääh… jo. Das nenne ich mal ambitioniert. Jetzt sitzt also eine panische Führungskraft vor mir und erklärt im breitesten Bayrisch, dass „des ois a ries’n Scheißdreck is“, was wir aber machen müssen. Er braucht Hilfe. Ach. Durch die Kurzarbeit einerseits, die Urlaubsplanung andererseits und dann noch das Durchtakten der verschiedenen Bereiche, bleibt uns nun nichts anderes übrig, als diesen Donnerstag loszulegen. Hä? Und Montag direkt die nächste Runde, damit wir sofort im Anschluss Teil zwei durchführen können – auch Montag. Ääääh… dazu steht bislang noch gar nichts. Niente. Weniger als nichts. Mit anderen Worten: Es wird eine kleine Mission Impossible.

Ich höre schon Limp Bizkit im Hintergrund laufen. Ok, Tom Cruise ist nicht so mein Fall. Vielleicht könnten wir die Rolle mit Dwayne (The Rock) Johnson neu besetzen? Ach, wie war das noch mal mit den Paralleluniversen? Da würde ich ihm dann eventuell noch einen niederländischen Akzent verpassen… Uups, ich sollte besser nicht auf die Tastatur sabbern.

Worauf ich aber hinaus wollte (bevor mich eine niederländische Version von The Rock abgelenkt hat), ist dies: Ich liebe Herausforderungen! Das, was manch einen panisch den Kopf schütteln und abwehrend die Hände heben lässt, macht mich eher glücklich. Meine Theaterstücke konnte ich auch immer am besten kurz vor knapp schreiben. Und wenn ich dann noch in dieses strahlende, jetzt wieder normal durchblutete Gesicht der Führungskraft blicke, wird mir ganz warm ums Herz.

Ich gebe zu, ich gefalle mir in der Rolle eines weiblichen Grisu (für die jungen Hüpfer: Das war ein kleiner Zeichentrickdrache, der immer Feuerwehrmann werden wollte – sehr zum Leidwesen seines Vaters… oh je, noch eine Parallele!). Ich bin also quasi eine Grisusin! Ha. Im Zeitalter der Emanzipation sollte man diesen Klassiker noch mal mit weiblicher Besetzung verfilmen. Ich biete mich gerne an – zumal ich ja auch in echt ein Feuerdrache bin…

Was ich aber eigentlich damit meine: Es heißt, dass es am besten ist, wenn man mehr und mehr automatisiert. Dazu braucht es allerdings stabile Prozesse. Diese sind aber keine ad hoc Aktionen, die mir wiederum am besten gefallen… Ihr merkt schon: Ich habe Kopfschmerzen und rede wirr. Aber im Kern ist es in der Tat so: Ich funktioniere am besten, wenn es stressig wird und der Druck hoch ist. Daher freue ich mich auf die nächsten Tage, was doch perfekt ist. Was nicht vorbereitet werden kann, mache ich spontan, also wie im Impro-Theater. Zum Schluss denken ja eh die meisten, ich sei eine verrückte Preissin. Also passt es doch. Wie sagte der Betriebsratsfuzzie heute so nett: „Für a Preiss bist ganz schee selbstbewusst.“ Nach meinem Feuerdrachenblick kam dann kleinlaut hinterher: „Aba a z’recht!“ Geht doch – fauch, fauch…

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