Heute wird´s komisch. Das habe ich im Gespür. Ich träume von einer eklig fetten Spinne, die in Rekordzeit über meine Zimmerdecke flitzt. Alter, die muss einen Turbogang eingelegt haben. Ist ja schon faszinierend, wie die ihre acht Beine so koordiniert bekommt, wo ich ja schon bei zweien manchmal durchaus meine Schwierigkeiten habe. Aber trotz aller Faszination: Eklig bleibt es schon irgendwie. Ich schaue auf die Uhr. Es ist gerade mal sechs Uhr. Nee, das muss heute nun wirklich nicht sein. Ich drehe mich noch mal um. Irgendwann denke ich, es bringt ja doch nichts, da stehe ich besser doch gleich auf. Mein Blick auf die Uhr lässt mich dann an meinem Verstand zweifeln. Es ist mittlerweile zehn Uhr! Hallo? Vier Stunden mal eben so weg. Krassenhausen. Die Sonne gestern muss mich wohl doch geschafft haben…oder die Esoterik…oder der Spinnentraum.

Ich erhebe also meinen Kadaver und schlurfe ins Bad. Eine gute Dusche weckt noch immer meine Lebensgeister. Das Wasser läuft über mich, und ich seufze wohlig auf. Bis…ja, bis mein Blick nach oben schweift. Und da glotzen mich zwei Spacken an. Das darf doch echt nicht wahr sein! Echt, da sitzen zwei Spinnen. Zum Glück nicht solchen Ausmaßes, wie sie in meinem Traum waren. Eine etwas größer, eine kleinere. Und die Kleinere meint dann doch tatsächlich, sie müsse hier akrobatische Experimente starten – in meiner Dusche! Sie rennt los – über die Decke in meine Richtung, dann an der Seite runter. Ich quietsche laut auf. Scheint sie aber nicht zu hören. Und dann puste ich leicht, in der Hoffnung, sie merkt, dass sie in die falsche Richtung läuft. Stattdessen verliert diese Usche ihren Halt und stolpert. Ich spucke gleich echt. Baaaaaaaah! Gut, ich bin jetzt wirklich vollends wach, aber mehr Positives kann ich dieser Situation nicht abgewinnen. Dann kriegt sie aber die Kurve, rennt wieder ein Stückchen hoch, bis sie dann in der Ecke angekommen ist und in einem Affenzahn runterpest. Äääääääääääääääh…. Halt! Ich muss gar nichts machen, sie stolpert von allein und fällt runter – ins Wasser. Sie trudelt Richtung Abfluss. Ich habe echt das Gefühl, dass die größere Spinne da oben kurz reagiert und los will – immerhin macht sie ein paar Schrittchen, verharrt dann aber. Vermutlich merkt sie, dass sie auch nichts mehr ausrichten kann. Na dann…ist die Kleinere jetzt bei ihrem Kumpel von vor ein paar Tagen. Irgendwo im Hades, Spinnenhimmel oder weiß der Henker wo. Ich dusche hastig weiter und flitze in Unterwäsche zu meinem Staubsauger. Bevor die Größere jetzt Rachepläne schmiedet, muss sie weg. Im Nu verschwindet sie in meinem Staubsauger, bevor sie mit dem restlichen Staub weggespült wird.

Es heißt ja immer, dass in einer Wohnung, in der Spinnen leben, ein gutes Klima herrscht. Insofern soll das hier wohl ein Kompliment sein? Ob die wohl auch so einen Kanal haben, wo sie sich gegenseitig informieren, welche Reiseziele besonders lohnenswert sind? Ich stell´ mir gerade vor, wie da so eine Durchsage funktioniert: „Aaaah, da kommt gerade wieder ein herrliches Angebot aus Oberbayern rein. Berta, Susi und Peter hat es leider dahingerafft – aber gut für Euch: So sind drei Plätze freigeworden. Die Bewohnerin quietscht zwar ein bisschen viel und ist schnell mit dem Staubsauger zur Hand, aber wenn Ihr ein bisschen aufpasst und Euch bedeckt haltet, fällt es ihr kaum auf. Dann könnt Ihr dort nach Herzenslaune abhängen, denn Bayern ist ja schon ein herrliches Fleckchen Spinnenwelt. Wenn Ihr jetzt anruft, erhaltet Ihr noch obendrauf Sonnenmlich und eine Sonnenbrille on top. Die Leitungen sind frei…also: Hopp, hopp!“ Und mich fragt keiner. Is ja mal wieder klar, ne?

Ob ich spinne? Nee, ich hatte nur zuletzt drei hier. Und das ist zu viel für mich. Ich denke, die kommen nur im Herbst in so großen Scharen zum Vorschein. Pffff… Ist wohl der Klimawandel, der auch die Spinnen zum Spinnen bringt. Wer weiß das schon so genau? Oder die sind durchs ganze Corona bedingte Home Office genauso durcheinander wie ich. Irgendwie fehlen mir ein paar Monate. Ist mir gestern aufgefallen, als meine liebe Kollegin eröffnet hat, sie wechsle im September zu einem unserer Firmenpartner. Ich bin perplex, finde es schade, freue mich aber für sie und stutze dann: „Äääääh, wieso denn erst im September? Lassen sie Dich nicht eher gehen?“ Sie reagiert irritiert: „Das ist doch schon in zwei Monaten.“ Hoppla. Stimmt ja. Die Corona-Monate sind irgendwie in einem Nebel verschwunden. Wisst Ihr, was ich meine? Oder bin ich die Einzige, die so lala in der Birne ist? (Wehe, einer schreibt mir ein: „Ja – haaaaa, Du bist alleine gaga!“!)

In diesem Sinne gehe ich jetzt mal auf die Suche nach den fehlenden Monaten… oder aufräumen… aber erst mal frühstücken. Mahlzeit!

1 Kommentar

  1. Eigentlich fressen sie ja auch ätzendes Stechvieh…dennoch gibt es bei mir auch Qietschgarantie…
    Hab gerade mal einen Spinnenexpress nach Bayern an den Start gebracht – ich bleibe dann allein mit Autan 😉

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