„Es ist wieder Leben in die Firma eingekehrt… Ich seh da gerade eine Kollegin, die ich jetzt länger nicht gesehen hab.“ Ah ja. Das freut mich aber. Mir hat man ja bereits manche Namen gegeben. Aber „Leben“? Nö. War bislang nicht dabei. Kann ich aber besser mit umgehen, als mit „der noajemackte Zijeuner van Üch“ oder „stinkende schwarze Katze“ – nur um mal zwei Highlight-Namen rauszupicken. „Der nachgemachte Zigeuner“ kam von der Frikandel – meinerseits ein Spitzname. Eine meiner zahlreichen Tanten hat sich vor Jahren getrennt und im Gegenzug einen Fresel in die Familie eingeschleust, der große Ähnlichkeit mit einer Frikandel aufweist. Wer diese holländische Spezialität (die ich echt verabscheue) nicht kennt, kann sie ja mal googlen. Leider geht der fiese Geruch über das rein Visuelle verloren. Alles kann man wohl echt nicht haben.

Die zweite Bezeichnung, also „stinkende schwarze Katze“, hat mir mal einer im Zug gegeben. Ich glaube, die Geschichte ist hier aber schon irgendwo verewigt. Und da ich nicht als senil und/ oder dement gewertet werden möchte, lass ich das Thema jetzt mal ruhen. Wobei Katzen schon so ein klares Thema für mich sind. Ich reagiere allergisch auf die Viecher. Da können die nix zu, macht sie mir aber nicht sympathischer, verständlicherweise. Daher sage ich gern, dass die beste Katze die ist, die kross gebraten, gesalzen und gepfeffert kredenzt wird. Und: Nein, ich habe noch nie eine gegessen. Ich will sie auch nicht ernsthaft mal probieren. Die Vorstellung allein reicht mir schon.

Um im Katzenthema zu bleiben: Meine liebste Interventionsmaßnahme hat ebenfalls mit dem Thema zu tun. Hab ich allerdings auch schon mal beschrieben, glaube ich? Egal. Wenn ich merke, dass da gerade echt was schräg läuft, ich es aber keinesfalls verändern kann, dann wende ich sie an, die „tote Katze im Fluss“. Ich habe sie nicht erfunden, ich habe das Tier nicht meiner Aversion angepasst. Es hieß von Anfang an so. Ich sehe also diesen Zustand und stelle mir vor, wie ich das zwar wahrnehme, aber vom Fluss dann weitertragen lasse – herrlich! Und da es eine Katze ist, kann ich das sehr gut ertragen. Kann mir noch einer folgen? Nee? Spielt einfach „tote Katze im Fluss“.

Heute ist ein guter Tag. Der Workshop läuft sehr gut. Die Führungskraft hat zudem gute Werte attestiert bekommen, als er zur Nachuntersuchung (Krebs) musste. Im Vorfeld war er echt ängstlich. Er ist im fortgeschrittenen Alter Vater geworden. Klar, dass er noch erleben will, wie sein Bub eingeschult wird, oder? Ich freu mich jedenfalls riesig für ihn. Im Gegenzug gibt er mir die Rückmeldung, dass er mit meinem Chef gesprochen hätte, der ihm gesteckt haben muss, ich sei so ziemlich die Letzte, die aus unserem Team gehen müsste. Mein Chef habe nur in den höchsten Tönen von mir gesprochen. Ehrlich? Das mag jetzt undankbar klingen, aber es ist mir nicht so wirklich etwas wert. Ich nehme Feedback nicht mehr von allen Leuten an – weder im Positiven, noch im Negativen. Ich merke, wenn mein Herz dabei ist. Und das ist es gerade leider so gar nicht. Klar, es ist ganz nett, dass der Kollege mir das hier sagt. Entsprechend würdige ich das auch. Aber es erreicht mich echt nicht. Schon schade, diese Entwicklung. Mancher Zug ist und bleibt eben abgefahren…

Richtig schön ist das Mittagstreffen. Meine Kollegin ist schon wieder besser drauf als gestern während des Telefonats. Ihr Chef-Chef hat sie zum Gespräch gebeten. Er wisse um ihr Können und ihr Engagement. Im Moment versuche er, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um sie doch noch fest anzustellen. Sie müsse jedoch in erster Linie an sich denken. Sollte sich also irgendetwas für sie ergeben und unsere Firma zu langsam sein, würde er bei so einem Angebot zuschlagen – auch wenn unsere Firma dies definitiv bedauern würde. So geht das! Warum das nicht alle hinbekommen, erschließt sich mir immer noch nicht. Doch es ist ein Anfang, oder? Wenigstens ist mal einer in der Position, der so etwas wie Fühungswerte kennt und berücksichtigt.

Der restliche Tag geht unspektakulär weiter, so dass ich jetzt nur noch warten kann. Worauf? Na, dass meine Freundin vorbeikommt und wir ratschen können. Ich bin gespannt, was sie zu berichten hat. Da merke ich schon, dass mir sonst etwas fehlt. Ich kann zwar per Telefon von meinem Tag berichten, doch abends gemeinsam zu essen, während man den Tag Revue passieren lässt, hat definitiv was für sich. Aber bitte schön mit dem Richtigen und nicht mit irgendwelchen dahergelaufenen Türklinglern. Wie war das noch mit dem Handwerker??? Hat jemand einen für mich gefunden? Nee? Dann gebt Euch gefälligst ein bisschen mehr Mühe! So schwer dürfte das doch wohl nicht sein. Eben.

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