Was bin ich froh, wenn es hoffentlich heute Nacht ein fettes Gewitter gibt. Die Nacht war anstrengend. Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich wach geworden bin und mich hin- und hergewälzt habe. Keine Ahnung, wie Leute ab 30 Grad erstmal von Sommer reden können. Für mich fängt der bei 20 Grad an und endet bei 24 Grad. Celsius, wohlgemerkt. Nicht, dass wir – wie auch immer – aneinander vorbeireden.

Heute Morgen ist es zumindest in meinem Breitengrad noch angenehm draußen. So sitze ich auf dem Balkon, genieße meinen Kaffee und probiere meine Marmelade. Ja, eigentlich ist sie eher winterlicher Art, aber wisst Ihr was? Das ist mir so was von scheißegal. Es gibt Dinge, die sommers wie winters gehen. Nahezu alles, wo man Zimt ranknallt, geht das ganze Jahr über. Vermutlich bin ich längst abhängig von dem Zeug. Macht aber nichts. Irgendwie schmeckt es so vertraut und heimelig.

So gar nicht vertraut und heimelig finde ich hingegen die Berichte über Demonstrationen in Berlin. Ich verstehe es nicht. Wirklich. Ich bin total überfordert mit so was. Nein, ich muss nicht allem folgen, ohne es zu hinterfragen. Aber zumindest erschließt es sich meiner Logik, dass niemals nahezu alle Regierungen dieser Welt die Köpfe zusammenstecken und sich einigen können, die Rechte aller Völker zu beschneiden. Wenn ich das schon verstehe, wieso können es dann nicht auch andere, die vermutlich höher studiert sind? Wobei es im letzten Jahrhundert auch Hochstudierte waren, die die wildesten Rassen-Ideologien entwickelt haben, die jeglicher Grundlage entbehrten. Ich frage mich, was in solchen Hirnen alles schiefgelaufen sein muss? Wieso lernen manche Menschen nicht einfach, dass man mit Hass und Ignoranz nicht weiterkommt? Es bleibt mir ein Rätsel. Und ja, ich sehe durchaus, dass die Medien in Teilen manipulieren. Ich sehe, dass vieles übertrieben dargestellt wird, um Meinung zu machen. Aber kein Zusammenschluss der Regime hat sich das Corona-Virus ausgedacht.

Aber kommen wir mal zu etwas echt Banalerem: Kennt Ihr das? Ihr hört von einem Film und denkt: Den muss ich sehen. Er wird so kontrovers diskutiert, da muss ich auch reinschauen. So geschehen bei mir. Und ich habe mir diesen ominösen Streifen (365 Days) reingezogen. Und es war, wie bei einem Unfall: Er war schlecht, aber ich musste hinsehen. So kann man einen Tag auch verbringen. Ob ich das nun wirklich gebraucht habe, um mitreden zu können? Nö. Aber was soll ich denn sonst bei so einem Wetter machen? Eben. Mein Hirn kocht einfach bei solchen Temperaturen. Sollte es so was wie Wiedergeburt geben, dann bin ich vermutlich nordischen Ursprungs. Echt wahr. Ein Erotikstreifen macht es da bestimmt nicht besser, was die Temperaturen betrifft, aber eben auch nicht schlimmer. Es waren ja auch nur zwei Stunden meines Lebens mit diesem Film. Der weitaus schlimmere Film, war der für mich schlechteste aller Zeiten: Mother. Oh Gott, hat den jemand von Euch gesehen? (Und ich frage hier nicht meine Kinobegleitung. Dass Du dabei warst, weiß ich ja schon.) Kann mir den Film einer erklären? Ich hatte Mühe, nicht völlig hysterisch im Kino loslachen zu müssen.

Und da haben wir ein weiteres Dilemma von Corona: Es kommen zu wenige neue Filme auf den Markt. Nein, das ist nicht kriegsentscheidend. Es bietet auch keine Grundlage für weitere Verschwörungstheorien – zumindest nicht von meiner Seite. Aber an Tagen, wie diesen, habe ich echt meine liebe Mühe mit dem knappen Angebot der Filme, die ich noch nicht kenne und das Potenzial haben, mich wirklich zu unterhalten. Denn ich bin wirklich zu nicht viel zu gebrauchen. Und da fang´ ich dann wieder das Träumen an. Das mit dem Bulli hat nicht funktioniert. Aber sollte ich mal im Lotto gewinnen, wird es in meinem Haus eine riiiiiiesige Klimaanlage geben. Nicht, wie bei den Amis. Da musst Du ja das ganze Jahr über Jäckchen im Haus tragen. Ist nicht so mein Fall. Aber an den Sommertagen würde ich das Ding schon aufdrehen. Dann könnte ich wenigstens etwas produktiv sein. Aber so? Keine Chance. Ich verstehe da die Südländer sehr gut, die mittags immer Siesta machen. Ist das Sinnvollste, was man tun kann. Vielleicht sollte ich das auch mal einführen? Aber dann kann ich nachts ja wieder nicht ordentlich pennen. Es ist ein Teufelskreis. Also: Wenn dann mal jetzt jemand so freundlich wäre und am Sönnchen schrauben könnte? Ich wäre ihm/ihr echt sehr verbunden. Ich gäb sogar mein Erstgeborenes dafür her – so ich denn eines hätte. Ihr seht es ja selbst: Die Temperaturen machen meinem kleinen Hirn wirklich sehr zu schaffen.

Was mir zumindest Freude bereitet, ist Oppa auf der anderen Seite. Wenn ich in meiner Küche bin, geht mein Fenster zur Vorderseite heraus. Auf der Rückseite sind keine Häuser mehr. Aber auf der Vorderseite eben schon. Und regelmäßig sehe ich Oppa, wenn ich in der Küche wusel´. Und das Schönste an Oppa? Er mag keine Shirts. Gut, an so heißen Tagen, wie es heute einer ist, kann ich das schon fast verstehen. Aber Oppa mag ab schätzungsweise 22 Grad schon kein Shirt mehr. Manchmal trägt er noch ein nettes Feinripp-Unterhemd, nur um es sich dann doch auszuziehen. Warum ich mir das anschaue? Habe ich das vorhin nicht erklärt? Es ist wie mit einem Unfall. Aber auch hier kann ich nur wieder sagen, dass ich so was schon ziemlich cool finde. Klar, es sieht schräg aus, aber es ist ihm egal. Außerdem ist es ja sein Zuhause. Was kann er dafür, wer alles auf seine Terrasse schauen kann. Der scheißt sich einfach nix, wie man hier so schön sagt. Gerade würde ich es ihm so gerne gleich tun, aber wenn ich ihn sehen kann, kann er mich vermutlich auch sehen. Und…äääh…wie soll ich sagen? Ich scheiß´ mir da durchaus was.

Also schwitze ich wohl weiter, finde den Sommer doof und freue mich auf das kühle Nass, das hoffentlich in ein paar Stunden kommt. Ich brauche es – und mal ehrlich: Bei meinen wirren Gedanken, braucht Ihr das auch. Es wäre also eine Win-Win-Situation. In diesem Sinne: Petrus, oller Knöterich, dreh´ den Wasserhahn auf! Wenn ich erst raufkommen und es Dir erklären musst, wird es ziemlich unbequem für Dich. Ich warne Dich, ich bringe Oppa von gegenüber mit. Und Heinz! Jawoll! Den lange nicht erwähnten Heinz. Also hopp, hopp!

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