Ich schaue mir natürlich nicht das dämliche Fußballspiel an. Ich kann den FCB nicht leiden. Aber ja, ich erkenne durchaus an, was sie leisten. Und auch, wenn ich das Spiel nicht anschaue und mir angedroht wird, bei jedem Tor eine What’s App zu bekommen (die natürlich nie abgeschickt wird… war wohl bei nur einem Tor auch zu lächerlich), bekomme ich durchaus mit, als die Bayern das eine entscheidende Tor schießen. Es ist nicht zu überhören, da sich wohl Leute zusammengerottet haben, um das Spiel zu verfolgen. Das Ende wollte ich gar nicht mehr wach erleben, aber es wird nun einmal gefeiert. Es ist gar nicht mal so laut, aber vermutlich gibt es noch größere FCB-Gegner als mich, da ich auf einmal eine Frau keifen höre, es sei schon Nachtruhe. Sie sollten gefälligst leiser sein. Dabei war es echt noch voll ok. Aber da sieht man es wieder einmal: Des einen Leid, ist des anderen Freud.

Heute Morgen stehe ich mal montags untypisch nicht gerädert auf. Es ist alles soweit ok. Vermutlich arbeite ich auch nur zwei Tage diese Woche, weil ich ja keine Überstunden aufbauen darf, was in Kombi mit Straubing gar nicht so einfach zu gewährleisten ist. Ich fahre also gut gelaunt los, lasse noch einen Fußgänger die Straße überqueren, als auch schon eine blonde Audi-Fahrerin angerauscht kommt und in meinem Kofferraum kuscheln möchte. Ich fahre weiter, bis ich wieder langsamer werden muss, weil vor mir ein Auto abbremst, da es abbiegen will. Und da findet das Dumm-Dumm-Geschoss hinter mir Gefallen an der Hupe in Kombination mit Kuscheln im Kofferraum. Ich bin mir nicht sicher, ob sie weiß, dass mein kleiner Clio nicht die integrierte Bocksprung-Vorrichtung eingebaut hat? Im Gegenzug bete ich, dass die Ampel weiter vorn auf rot springt. Heute bin ich so weit, auszusteigen und die blöde Bratze mal zu konfrontieren. Aber es ist wohl nicht nur FCB-Zeit, sondern auch Bratzen-Time. Die Ampel bleibt grün, ich kann abbiegen. Schade. Ich hätte das zu gerne mal ausprobiert. Aber der Tag wird auch noch kommen, da bin ich mir sicher. Ich werde davon berichten…

Aber jetzt ist erstmal Showtime. Und ich habe richtig vermutet: Heinz hat Urlaub. Da wird das Meeting etwas kürzer. Wer hat Wetten abgeschlossen, dass die Mitarbeitergespräche eingeladen sind? Ich muss Euch enttäuschen. Das ist nämlich immer noch nicht geschehen. Wobei… wer war denn so naiv, daran noch zu glauben? Eben. Oooh man. Zum Glück geht’s heute Abend mit zwei Mädels zum Italiener. Nur so was kann einen Montag aufpimpen – zumal ja schon der liebe Heinz fehlt. 🤢 Und dann teilen sich die Wolken, die Erde bebt, ein Donnerschlag erschallt! Mein Chef fragt ab, wer wann diese Woche vor Ort ist. Gut, eigens dafür befüllen wir eine Liste, aber da reinzuschauen, ist wohl vom Schwierigkeitsgrad zu hoch. Er beginnt nämlich – wer hätte denn damit jetzt doch noch gerechnet – mit den Gesprächen. Ich habe mir derweil alles ganz genau angeschaut: Es gibt keine Kamera, die hier irgendwo versteckt angebracht ist. Es handelt sich hierbei um ernstgemeinte Situationskomik. Na dann. Morgen trifft’s mich. Ihr dürft mir die Daumen drücken, dass mein Gesicht mir nicht entgleist – gleiches gilt für meine Zunge. Ich hoffe doch sehr, er fragt mich nicht, ob ich zufrieden sei. Der Schuss würde nämlich definitiv nach hinten losgehen. Oooh, und dann kommt auch schon die Einladung. Und siehe da: Ich kriege ganze 45 Minuten. Das Jahresgespräch dauert normalerweise 90 Minuten. Ein anderer Kollege bekommt immerhin 60. Ach, herrlich. Und natürlich ist es Kante an Kante bei mir zwischen angrenzenden Terminen. Da mein Chef immer unpünktlich ist und dann erstmal mindestens eine Viertelstunde über den „ganzen Scheißdreck“ rumkotzen wird, der derzeit in der Firma abgeht, wird das bestimmt ein motivierendes und ausführliches Gespräch.

Ihr merkt bestimmt meinen Puls. Was mich so ankotzt, ist die Tatsache, dass es einfach ungerecht zugeht. Ich weiß, dass das überall auf der Welt so ist. Trotzdem nervt mich das massiv an. Wir haben die Schwafler, die Gehör bekommen. Wir haben die Jammerer, die gepampert werden müssen. Gerade komme ich mir wie so eine doofe Arbeiterbiene vor. Die darf ackern, den Sommer über Nektar sammeln und nach dem Sommer tot umfallen. Ich weiß, wie theatralisch das klingt. Und nein, ich bin natürlich nicht so überarbeitet, dass ich umkippen werde. Es geht ums Prinzip. Die, die am lautesten jammern und schreien, werden bedient. Und ich eigne mich nun mal nicht für so was. Ich bin kein kleines Hascherl und will es auch nie werden. Aber ich bin auch kein Fußabtreter und Selbstbedienungsladen. Echt schade, wie wenig echte, gelebte Führungsstärke es doch gibt. Dabei ist es kaum Aufwand, sich nur mal nach dem Befinden zu erkundigen.

Als ich meine Reisekosten abgebe, treffe ich dann aber zum Glück meinen Schnucki-Wucki an. Er sieht mich, strahlt und fragt, wann ich wieder da sei? Na morgen. Gut, dann pflückt er mir heute einen Eimer Birnen. Juchuuuuuu! Dann kann ich am freien Mittwoch wieder therapeutisches Likörchen-Herstellen betreiben. Da es keine Weihnachtsmärkte geben wird, braucht es ja wohl Alternativprogramm. Ich sollte das vermarkten und groß damit herauskommen. Allerdings werde ich voraussichtlich drei Wochen im Dezember im Rheinland sein. Aber es gibt ja reichlich Zeit vor und nach meinem Urlaub, wo ich solche Sausen bei mir Zuhause abhalten kann. Wenn Corona schon alles zerschießt, kann ich das wohl auch, oder? Eben. Und jetzt ist meine Pause um. Ich hoffe, Eure Laune ist besser. Wenn nicht, dann mal ein Prösterchen zur Steigerung. Pfiat Eich.

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