Heute stehe ich wieder deutlich früher auf – ohne Wecker. Vermutlich brauche ich das im Alter (haha) einfach häufiger, mal so richtig auszupennen. Wer weiß das schon so genau? Es ist wieder einmal warm geworden. Zwei untrügliche Anzeichen für diese Annahme? Oppa gegenüber zeigt sich gerne wieder, wie Gott (oder wer auch immer) ihn erschaffen hat – immerhin nur obenrum. Mehr würden meine Augen vermutlich auch nicht vertragen. Aber sein stolzer Gang zeigt, wie sehr er mit sich im Reinen ist. Was muss das für ein tolles Gefühl sein. Das andere Anzeichen für erhöhte Außentemperaturen? Die „Anonymen Stecher“ halten wieder ihre Sitzungen an meinem Sonnenschirm ab. Dachte ich zuletzt noch, die ganzen Wespen rafft es wie die Fliegen dahin, denke ich jetzt, alle noch verbliebenen genießen die letzten Strahlen gemeinsam auf meinem Balkon. Aber da sie mir nichts tun, lasse ich sie einfach auch in Ruhe. Sollen sie chillen, sie haben bestimmt genug geschuftet. Ich frage mich nur immer noch, warum sie sich immer dort sammeln? Zwischendurch habe ich den Schirm mal aufgespannt, nachgeschaut, ob irgendwo Anzeichen für ihre heimlichen Zusammenkünfte zu erkennen sind, aber nein. Da hängt kein Schinken, kein Honig, da ist einfach nichts – außer eben der Stoff des Sonnenschirms. Werd´ mir da mal einer schlau draus. Es scheint aber eben doch noch Sommer zu sein, auch wenn es Gottseidank nachts gut abkühlt. Dass aber der Herbst auch schon irgendwie da ist, zeigt der Federweißer. Mjam, ich gönne mir gerade mein erstes Glas in diesem Jahr.

Wie heißt es so schön? „Heute hatte ich viel vor. Jetzt habe ich morgen viel vor.“ Echt wahr. Außer Wäschewaschen war ich Null produktiv. Und warum? Wer von Euch kennt die Serie „4 Blocks“? Gestern wurde davon gesprochen, dass ja nun die dritte Staffel liefe. Eine Bekannte hat echt versucht, bis in die Nacht aufzubleiben, um die ersten Folgen dieser dritten Staffel endlich sehen zu können – so sehr ist sie wohl gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Naja, das finde ich schon etwas übertrieben. Die Neugier treibt mich dann aber doch dazu an, mir zumindest mal auf Prime den ersten Teil der ersten Staffel anzuschauen. Hier kommt nun die Vor- bzw. die Nachteile, Single zu sein: Niemand wartet auf Uhrenzeit aufs Mittagessen, keine Kinder wollen bespaßt werden, kein Mann nölt rum, weil er irgendwas braucht. Macht unterm Strich was? Richtig, mit der ersten Staffel bin ich durch. Puh! Ist das spannend. Wobei ich gerade eigentlich wenige Krimis oder Thriller benötige, nachdem ich manche Abgründe realer, mir mittlerweile bekannter Menschen kennengelernt habe. Zwischendurch mache ich mir da jetzt doch Gedanken, was das eigentlich mit mir anstellt? Es ist aber weniger der Effekt, dass ich mit den Inhaftierten jetzt schlechter oder befanger umgehen könnte. Es hat eher den Effekt, dass ich die Menschen draußen anders anschaue. Wenn man betrachtet, was für Menschen im Gefängnis sitzen, dann weiß man auch, wie viele Familienväter, Arbeitnehmer in gehobener Position oder auch Selbständige mit gutem Geschäft dort sitzen. Es sind eben nicht nur die Kriminellen, die es in zweiter oder dritter Generation schon sind. Und viele Taten werden nie aufgedeckt. Viele werden nicht einmal zur Anzeige gebracht. Und das macht mich dann doch…tja, nun, etwas nachdenklich.
Um aber mein schlechtes Gewissen nach nonstop-Serie-Schauen ein bisschen zu beruhigen, bügel´ ich noch etwas Wäsche. Und nun sitze ich hier und denke nur noch: Mach´ mal schnell hier, dann kannst Du weitergucken. Ist das nicht bekloppt? Ich muss gestehen: Ich war als Kind schon so. Meine Sis hat sich nie viel aus Fernsehen gemacht. Sie hat natürlich schon Falcon Crest und später auch Beverly Hills geschaut, aber mit Filmen hat sie es bis heute nicht wirklich. Ich hingegen könnte ja glatt ins Kino ziehen. Filme finde ich schon immer spannend – auch wenn es nie sinnvoll ist, ein Buch, das man wirklich liebt, verfilmt zu sehen. Das geht niemals gut. Schon interessant, wie man die Zeit so verbummeln kann und trotzdem zufrieden ist…und neugierig darauf, wie es weitergeht.

Morgen wird es demgegenüber wieder ein voller Tag mit ausreichend Terminen. Aber das Gute ist ja: Ich kann das Teammeeting schwänzen. Mein Chef weiß, wie beknackt ich das finde, schafft es aber aus eigenem Antrieb nicht, dieses Meeting effizient zu gestalten. Wenn es ihm so reicht, dann reicht es mir, nur in homöopathischen Dosen daran teilzunehmen. So haben alle was davon: Die Schwafler, die, die lieber arbeiten und mein Chef, der allem aus dem Weg gehen möchte, was nach Diskussion ausschaut. Ha, quasi eine Win-Win-Win-Situation. Es lebe das Bullshit-Bingo! Ich schaue mal weiter. Wenn die Wespen schon nix tun, außer abzuhängen, dann darf ich das auch.

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