Eigentlich ist alles ok. Aber uneigentlich ist Montag. Und die Montage kommen immer so ein wenig deppert daher. Könnt Ihr das nachvollziehen? Ich mag mich an solchen Tagen selbst nicht so recht leiden. Und es ging nicht mal eine schlechte Nacht voraus. Keine Ahnung. Ich schätze, Corona fängt an, mir so langsam richtig auf den Sack zu gehen. Und heute erfahre ich auch mal wieder Interna, die keine so rosige Zukunft vorhersagen. Nun bin ich kein nörgelnder Pessimist, aber ich kann mir gerade die Welt nicht rosarot anmalen. Ich glaube, Pippi hat mir die Farbe geklaut. Wenn jemand sie sieht, schickt sie bitte mit dem Eimer Farbe zu mir zurück.

Was ich ganz klar sehe: Ich bin nicht allein. Viele fühlen sich gerade so. Nur hilft es für den Moment nicht. Dann überlege ich, was ich machen kann, um mir meine Laune etwas zu verbessern? Ich dümpel‘ so vor mich hin, was die Kurz-Lebensläufe betrifft, die ich unbedingt anfertigen müsste. Klar, so ein Serien-Marathon – wie gestern – ist ja auch wichtiger. Es ist, wie wenn man sich tags zuvor besoffen hat: Das schlechte Gewissen nagt an mir. Völlig sinnfrei, ich weiß. Aber änder´ das mal. Pfffff… so ‚en Schiet.

Heute Morgen erreicht mich ein Anruf aus Straubing. Der Kollege, der mir noch Fotos für die Dokumentation liefern soll, ist krank. Das dauert also. Ist halb so wild. Die Inhaftierten laufen ja nicht weg. Schlechter Scherz, ich weiß. Aber in der Tat ist es kein Beinbruch, wenn die Dokumentationen später ausgehändigt werden. Wir reden nur kurz darüber, wie es weitergeht, wenn ich nächste Woche die letzten Schulungen beendet habe. In dem Zusammenhang berichte ich dann auch, dass mir der Verweis des einen Inhaftierten noch nachgegangen sei. Meine Serie ist eben hin. Und das nagt immer noch – wenn auch nicht mehr so stark – an mir. Mein Kollege ist süß. Er versucht, mich aufzubauen – wenn auch mit einer gewagten Wortwahl. Er wird eben niemals Politiker: „Du bist so eine Sozialtante, die eben jeden retten will…aber manche haben echt keine zweite Chance verdient. Und der Typ gehört eindeutig dazu. Den verabscheuen wir alle!“ Es ist tröstlich…auch wenn ich keine „Sozialtante“ sein will. Im Kern der Sache hat er aber natürlich recht. Und so höre ich dann später eine Erklärung von anderer Seite für dieses „Dilemma“, was es noch klarer für mich macht: Es ist wichtig, Grenzen zu setzen – vor allem auch in einem Umfeld, wie diesem Gefängis. Ich solle hingegen stolz sein, auch diesen Schritt vollzogen zu haben. So ein Zeichen ist wichtiger, als vermeintlicher Langmut bei jemandem, der es ja offensichtlich nicht will und allen schwermacht. Tja…klingt im Grunde einleuchtend. Und es entlastet mich auch ein wenig. Schauen wir mal, wie es so weitergeht. Ebenso habe ich mir anhören dürfen, dass all das Jammern um ungelegte Eier in den nächsten Jahren so rein gar nichts bringe. Stimmt. Wenn es also nichts bringt, wieso betreibe ich es dann? Gute Frage. Es ist die allgemeine Stimmung um mich herum, ziehe ich meine Entschuldigungskarte. Was für ein Blödsinn. Ja, diese Leute gibt es zuhauf, aber es steht nirgends geschrieben, dass ich mich von ihnen runterziehen lassen muss. Also trete ich mir gerade selbst mal etwas in den Hintern (sieht ganz schön umständlich und blöde aus) und marschiere weiter. Unsicherheiten mögen wir wohl einfach alle nicht gern. Das ist nur zu menschlich. Aber gerade gehört es zu unser aller Leben nun mal dazu.

Als ich Zuhause aussteige und Richtung Treppenhaus gehe, steigt mir ein verdammt leckeres Herren-Parfum in die Nase. Da ich niemals eine App entwickeln kann, kann ich ohne weiteres meine Gedanken kundtun. Wer diese Idee nutzen will: Ich erhebe keinerlei Ansprüche auf die Idee. 🙂 Hätten wir das auch geklärt.
Es gibt für Musik doch mittlerweile so Dienste, wie Shazam. Ich persönlich liebe so was ja. Immer, wenn ich Musik höre, die ich richtig gut finde, zücke ich die App und schaue, wen genau ich da gerade gut finde. Am häufigsten brauche ich das, wenn ich bei meiner Sis bin, weil ich dann meist niederländische Sender höre, die Musik spielen, die in Deutschland oft nicht zu hören ist. Und dann spinne ich eben so herum: Wie toll wäre es, wenn es eine App gäbe, die einem die Gerüche verrät, wenn man danach fragt? Ja, ich weiß, es gibt auch eklige Schweißgerüche. Wer das analysieren lassen möchte, kann das auch gerne tun. Aber ich meine angenehme Düfte, nicht nur Parfum, sondern auch beim Essen oder dergleichen. Dann weiß man, welche Zutat man noch benötigen würde, um den richtigen Pfiff an seine Mahlzeiten zu packen.
Ich schnupper´ dem Duft hinterher. Mmmh, dazu würde ich gerne mal den Mann sehen. Das riecht echt verdammt lecker. Und da haben wir es wieder: Man muss sich riechen können. Nicht jeder Duft riecht bei jedem gleich gut. Ich mag beispielsweise Jil Sander Sun gerne. Sprüh´ ich mir das aber auf, finde ich es grottig. Bei meiner lieben Freundin riecht es hingegen perfekt. Also: Kann mal einer so eine App entwickeln? Wenn der gerade von Pippi abgelenkt sein sollte: Die soll den in Ruhe machen lassen und eben dringend mit der Farbe rüberwachsen! Kann doch nicht so schwer sein.
Und dann denke ich wieder an den Mann, der das Parfum aufgesprüht hat. Kennt Ihr das Phänomen mit tollen Stimmen? Ich habe ja selbst mal in einer technischen Support-Hotline gearbeitet. Die Kerle mit den tollsten Stimmen sind in der Regel so genau das Gegenteil von dem, was man erwartet hätte. Vielleicht verhält es sich mit dem Parfum ähnlich? Die Kerle, die am leckersten duften, sind die größten Deppen? Mmmh…stimmt nicht wirklich. Ich kenne Männer, die gut duften und dazu dufte sind. Jajaja, ich weiß, trotzdem trage ich keinen Ring am Finger – also nicht den einen. Muss ja auch nicht. Das eine schließt das andere nicht aus.
In diesem Sinne: Achtet darauf, immer gut zu duften. Es könnte gerade einer/eine im Schnüffelmodus sein.

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