Heute fällt es mir erstaunlicherweise leichter, mich aus dem Bett zu schwingen – und zwar komplett. Die Motivation begehrt zwar noch mal kurz auf, aber ich werfe ihr einen meiner berühmten Todesblicke zu. Da ist sie auf einmal ganz kleinlaut und folgt mir. Geht doch! Gut, sie sprüht keine Funken, aber sie ist zumindest an Bord. Mehr verlange ich ja gar nicht.

Irgendwie habe ich irgendwann in den letzten Nächten mal wieder einen Mann geküsst. So was ist ja ganz nett, aber warum kann so ein Traum nicht mit Namen und Kontaktdaten versehen sein? Ich will doch wissen, ob sich da noch was entwickeln kann? Aber nö, auch dieser Mann war mir gänzlich unbekannt. Naja…wenigstens in meinen Träumen habe ich Spaß. Im echten Leben ist es hingegen gäääähnend langweilig an dieser Front. Vermutlich bin ich einfach schon zu alt.

Die Arbeit ist heute Vormittag ein wenig angenehmer. Es geht zwar immer noch um konzeptionelles Arbeiten, aber es ist ein Bereich, der mir Spaß macht. Ich darf bei einem Team mitwirken, bei dem es um die Team-Entwicklung geht. Das ist zwar strikt getrennt von unserem Bereich (wobei es nur um Befindlichkeiten geht), aber die eigentlichen Verantwortlichen sind chronisch unterbesetzt (weil eine hohe Fluktuation herrscht – warum wohl?), und keiner mag sie so wirklich. Ihre Workshops sind einfach nur Lehrbuch-Abzüge, ohne echtes Leben – und mit noch weniger Leidenschaft. Und so darf ich mir dann den Spaß bereiten, etwas auszuarbeiten. Das gefällt mir. Es fordert mich geistig noch mal voll heraus, da dieses Team aus lauter dynamischen, zackig im Kopf schaltenden Personen besteht. Da kann ich keinen Schnullikram auf einfachstem Level anbieten.
In der kurzen Rücksprache mit dem Teamleiter stimmen wir noch ein paar Themenfelder ab, bevor er in Elternzeit geht. Und quasi kurz vor meinem Urlaub im Dezember darf ich dann loslegen. Er freut sich sehr drauf…und ich mich erst! Das sind so Tage, an denen ich voller Motivation lossprinte, auch wenn das herausfordernd wird – oder vielleicht ist gerade das der Anreiz?

Die schlechte Nachricht des Tages ereilt mich am Morgen: Eddie van Halen, der Gott an der Gitarre, ist verstorben. Ich höre bis heute gerne viele Lieder der Band. Wir haben mütterlicherseits zwei ältere Cousins. Während meine Sis eher mit dem Älteren der beiden zu tun hatte, waren der Jüngere der beiden und ich uns ähnlicher. Wir waren die typischen Kleineren: Frech, vorlaut, selbstbewusst, immer für jeden Blödsinn zu haben. Der Große hatte Poster von Madonna in seinem Zimmer aufhängen. Und jo, die war schon ok. Aber wir haben im Zimmer nebenan Van Halen gehört – damals noch von Kassette. Man, das war der Wahnsinn. Ich habe immer schon alles, was mit Rock und Metal zu tun hat, sehr gemocht. Auch heute bringen mich diese Lieder am besten runter, wenn ich so richtig schräge Laune habe….oder auf der Autobahn im Stau…oder in der S-Bahn, die mal wieder voll ist. Auf meinem MP3-Player (ja, fast schon old school, na und?) sind immer auch ein paar Lieder von Van Halen. Mmmh, schlimm, dass so ein Gitarrengott diese Bühne für immer verlassen hat. Klar war sein Lebenswandel alles andere als gesund. Aber er war schlichtweg genial. Ich werde ihn vermissen.

Vorhin erhalte ich dann privat eine Mail, bei deren Betreff ich mich schon gleich wieder aufrege. „Vegane Leben“ lese ich aus dem Augenwinkel und frage mich, wie jemand so bescheuert sein kann, mir das zu mailen?! Die können mir einen Schuh aufblasen! Vegetarisch lasse ich mir ja durchaus noch gefallen, aber vegan? Bislang habe ich keinen Menschen kennengelernt, der durchgängig vegan lebt und sich zeitgleich „normal“ (an meinen Standards gemessen) und nicht militant bekehrend/belehrend verhält. Vorrübergehend, als Kur….alles gut und schön. Aber so komplett? Nö. Die finde ich alle mehr oder weniger lala. So, Schublade also auf und schwuppdiwupp zugemacht. Dann schaue ich nach meiner Aufregung noch mal genauer hin, wer mir so was schickt und lese dann erst richtig: „Vergangene Leben“. Oh man, alle Aufregung umsonst. Klingt auch spooky, keine Frage. Aber mit vergangenen Leben kann ich bedeutend mehr anfangen als mit veganen. Huiiiiiii, ich war bestimmt 20 Mal als Hexe da und bin auf meinem Besen durch die Gegend gesaust – bevor man mich dann auf diversen Scheiterhaufen verbrannt hat. Und vermutlich war ich in mindestens einem Leben auch mal in Peru. Und höchstwahrscheinlich bin ich die meiste Zeit am Meer rumgelaufen. Ganz gewiss war ich in einem Leben auch mal Holländer, weil ich mich denen ja so verbunden fühle. Ich brauche also gar keine Rückführungen mehr zu machen. Ich weiß das doch schon alles. 🙂
Ein Hoch auf alle, die genau so bekloppt sind, wie ich das wohl definitiv bin. Ich feier´ uns gerade ausgiebig. In die Schublade springe ich mit Freuden von allein hinein.
In diesem Sinne: Munteres Hüpfen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s