Heute Morgen stelle ich fest, es ist der 12.10. Uschi hat Geburtstag! Krass, ich habe Uschi seit dem Abi schätzungsweise noch fünf Mal gesehen? Und das letzte Mal ist auch schon wieder Jahre her. Doch Geburtstage von Freundinnen aus der Jugend sind noch alle präsent. Von den Jungs auch. Wahnsinn! Das war so die Zeit, wo es Schlag auf Schlag ging: Uschi hat den Anfang gemachtm dann kam die Nächste am 27.10., dann am 2.11., 11.11., 10.12., 15.12. und 3.1. Das waren die Wichtigsten, denke ich. Alle nah beieinander. Ach, die Zeit war schon auch schön. Beim Coaching läuft dann plötzlich in einer der Hallen „We are the champions“ von Queen. Ooooooh mein Gott, der Klammerblues-Song schlechthin. Das lief auf jeder Fete – so wie „We will rock you“, „Knocking on heaven’s door“ und „Jump“. Es gab noch einige mehr, aber das waren die absoluten Klassiker. Da werde ich dann doch nostalgisch. Lang, lang ist´s her.

Ein bisschen müde bin ich heute Morgen schon. Es kann aber auch daran liegen, dass ich weiß, dass ich kein „richtiges“ Wochenende hatte. Das passt schon alles. Das Lernen in den nächsten Wochen und Monaten wird hingegen nicht so lustig. Ich kann einfach nicht richtig lernen… hab es nie gelernt. Zur Abschlussprüfung an der Uni habe ich was getan. Aber auch da weniger als normal, glaube ich. Es ist, wie verhext. Es gibt Menschen, die schreiben sich das auf Karteikärtchen, was die lernen wollen. Dann fragen sie sich quasi selbst ab. Bei mir läuft das dann so: „Welche Kriterien müssen für die Diagnosestellung ‚mittelgradige Depression‘ erfüllt sein?“ Antwort (gedanklich natürlich): „Ist schon Mittag? Puh, was koche ich heute eigentlich? Was läuft heute Abend im Fernsehen? Die Klamotten müsste ich dringend ausmisten. Ach, ob es schon einen Termin für Diana Gabaldons nächstes Buch gibt? Und der Adler-Olsen hat auch lange nichts mehr gebracht. Schon schade, dass Stieg Larsson tot ist. Die Fenster sind aber echt dreckig. Was wohl meine Neffen gerade machen? Ach, ich ruf‘ mal meine Sis an.“ Und das ist kein Scherz. Darin bin ich richtig gut! Es heißt, alle vier Minuten schweifen unsere Gedanken ab. So was ist wichtig zu wissen, wenn man Schulungen gibt. Es ist normal, wenn dann die Gedanken immer wieder mal kurz wandern. Ich unterbiete die vier Minuten locker und schaffe in der Zeit trölfzilliarden Gedanken völlig anderer Natur. Es ist echt nicht lustig, mit mir Assoziationsspiele zu spielen. Ich komme auf die verrücktesten Ideen. Bestimmt gab es schon Leute, die mich einweisen wollten. Aber solange ein Trump noch frei rumläuft, bleibe ich auch draußen. Aber jetzt versteht Ihr vielleicht mein Dilemma?!

Apropos Dilemma: Heute habe ich wieder Team-Meeting. Jessas, ist das immer wieder ein Freudenfest! Und auch heute schafft Heinz es wieder, seine Sachen mordsmäßig aufzublähen. Eine Regel besagt, wir berichten nur über Aufwände größer fünf Stunden. Eigentlich eindeutig. Hat man in der Woche nur Kleinscheiß, sagt man: „Ich hab diverse kleinere Themen, wie Coaching und Besprechungen…“ Heinz schafft es, über einen Dreiviertelstunden-Termin drei Minuten zu referieren – und davon hat er viele. Ich bin mir sicher, er könnte selbst noch einen bestialisch stinkenden Furz eloquent in ein blumiges Bouquet labern. Schon faszinierend. Nur ist selten am Ende jemand begeistert, sondern schlichtweg erleichtert, wenn der Monolog sein Ende nimmt.

Es gilt nun, die Coachings durchzuführen, um am Ende des Tages einen Zusatztermin mit Lord Schmatzi zu absolvieren. Da ich nach Input und Erfahrungswerten beim externen Berater gefragt habe, will dieser sich nun unbedingt allein mit mir austauschen – obwohl es alle Coaches interessiert, wie sie kundgetan haben. Trotzdem will er mit mir allein skypen. Leider schmatzt der Typ dauernd beim Reden, was bei mir diese Ekelfaszination auslöst, dass ich nicht drüber hinweghören kann. Gerne wiederholt er beim Denken (das ihm schwerzufallen scheint) einzelne Worte auch vier, fünf Mal. „Da müssen wir mal schauen, ob, ob, ob, ob, ob das so auch ginge?“ In jedem zweiten Satz geht das so. So bekäme ich meine Stunden auch schneller voll.
Es geht dann letztlich. Richtige Erkenntnisse gewinne ich nicht. Er lobt mich noch, wie gut ich das doch mache. Im Grunde wäre das ja ein nettes Kompliment vom Fachmann. Nur halte ich leider fachlich nichts von ihm, was es also wieder hinfällig werden lässt. Zumindest bin ich aber beruhigt, dass das Team gut unterwegs ist und ich diesem das rückmelden kann. Das wird die Jungs freuen. Na, da sind wir aber froh, was?

Zuhause angekommen, schmeiße ich eine Suppe an. Mit Beinscheiben und Gemüse und allem Drum und Dran. Da fällt mir ein, wie meine Cousine damals in ihrer Studentenbude erstmalig so eine Suppe kochen wollte. Lachend hat sie mir berichtet, wie ewig sie nach Beinscheiben gesucht habe, weil sie beim Geflügel danach Ausschau gehalten habe. Wir haben uns beömmelt, weil wir uns dann diese mini Beinscheiben vorgestellt haben. Wenn sie das hier liest (holá Kleen), wird sie sich schon wieder nicht daran erinnen können. Zum Glück habe ich Elefant ja ein Gedächtnis für den Rest der Menschheit mit.
So langsam wabert dieser Duft nach leckerer Supper an diesem frischen Tag durch die Bude. Mmmmh, so was sind doch schöne Aussichten, oder? Da wird es gleich noch einen Teller geben, bevor ich dann ins Bett krabble und hoffentlich wieder von guten Küssern träume. Wenn er dabei schmatzen sollte, fliegt er sofort raus. Von dem Geräusch hatte ich heute einfach schon genug.
Dann mal los: Schmatzt, was das Zeug hält!

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