Gestern habe ich irgendwo gehört, dass sich Musik an trüben Herbsttagen positiv aufs Gemüt auswirken soll. Nun habe ich gerade keinen Durchhänger, aber schaden kann so was ja auch nicht, oder? Und so höre ich nahezu ganztägig Musik und genieße sie. Ich liiiiebe Musik. Kaum etwas anderes versetzt mich so schnell zurück zu den Momenten, wo ich diese Musik gehört/erlebt habe. Ja, doch, bestimmte Düfte schaffen das noch schneller. Davon gibt es allerdings gar nicht so viele bewusste. Es gibt drei Herrendüfte, die für mich unweigerlich mit Kerlen verknüpft sind. Nein, nicht unbedingt die größten Lieben meines Lebens. Und auch wenn zwei dieser Männer wirklich riesengroße Enttäuschungen waren, mag ich die Düfte immer noch. Auch krass, oder? Ich mag nach wie vor Egoisté Platinum von Chanel, obwohl es mich an meinen Vater erinnert. Und ich mag nach wie vor Fahrenheit von Dior. Allerdings können das nur sehr männliche Typen tragen. Mmmh. Der Klassiker Davidoff erinnert mich in der Tat am meisten an meine Jugend, da Tim als einziger Junge damals Parfum getragen hat. Das wird wohl auch ewig mit ihm verknüpft bleiben. Da muss ich jetzt noch grinsen, wenn ich daran denke.
Und trotzdem gibt es nichts, was mich mehr berührt und in die Vergangenheit versetzt, wie Lieder das schaffen. Es gibt Lieder, bei denen ich automatisch Pfützen in den Augen stehen habe. Und andere, bei denen ich laut lachen muss. Höre ich „Don´t stop me now“ von Queen, sehe ich mich noch durch meine erste – damals gemeinsame – Wohnung tanzen. Genauso bei „American Pie“. Es sind immer Lieder mit irgendwelchen Ereignisse/Erlebnissen verbunden. Mein Schwager ist so das totale Gegenteil. Er kann mit Musik wenig anfangen, was ich mir absolut nicht vorstellen kann. Gut, dafür kann ich mir kein Skispringen oder Biathlon oder dergleichen im Fernsehen anschauen und da mitfiebern.
Insofern stimmt es wohl nicht ganz, dass sich Musik positiv aufs Gemüt auswirkt. Jeder hat da wohl seine eigenen Mechanisamen, wie er sich in bessere Stimmung versetzen kann…oder eben in melancholische. Die mag ich ja in der Tat auch hin und wieder. Ach ja, ich habe wohl ´ne Schraube locker. Aber ganz ehrlich? Das finde ich voll ok so. Die darf also locker bleiben.

Am Montag kommt nach der Arbeit die Kollegin vorbei, die ich letzte Woche getroffen habe. Sie schaut mal nach meiner Spülmaschine. Puh, das ist ja immer ein Angang für mich, jemanden um Hilfe zu bitten. Darin bin ich vollkommen Grütze. Ja, auch dafür habe ich so meine Erklärungen. Aber ich muss ja nicht alles hier ausbreiten… Im Gegenzug will ich was kochen. Seit Dienstagabend grüble ich, was ich machen kann? Es gibt soooo vieles, aber ich denke echt, ich mache typische Hausfrauenkost aus dem Rheinland: Bremsklötze mit Rotkohl und Kartoffelpü. Klingt unspektakulär, aber das brauche ich so ein, zwei Mal im Jahr, wenn es Herbst wird. Das schmeckt nämlich ein bisschen, wie nach-Hause-Kommen. Kennt Ihr so was? Und auch, wenn das langweilig klingt, ist es das nicht. Da die Gute auch aus dem Rheinland kommt, kann ich mir vorstellen, dass sie mich nur fett angrinsen wird. Ich muss dann gar nichts dazu sagen. Ist auch so ein Phänomen. Ich springe ja wahnsinnig viel und erschreckend häufig mit meinen Gedanken hin und her. Bei ihr muss ich gar nicht die Erklärung zu dem Übergang (der bisweilen sehr wild und krude ist) liefern. Sie versteht das auch so. Von der Sorte gibt es nur wenige Menschen. Ich bin gespannt, wann ich ihre Lebensgefährtin mal kennenlerne.
Geht Euch das auch so? Bei manchen Pärchen stehe ich nur innerlich kopfschüttelnd da und frage mich, was zur Hölle sich wer dabei gedacht hat, die beiden zusammenzuführen. Es gibt sie, die perfekten Passungen. Aber es gibt eben auch so viele, bei denen man merkt, dass die da nur 1 + 1 betrieben haben. Wie sagt der gute Herr Leckebusch: „Eins plus eins ist eben manchmal mehr als die Summe der Addition.“ Weise Worte weit gespuckt, gell? Ja, im besten Fall kommt mehr als einfach nur ´ne glatte Zwei dabei herum.
Als Nachspeise plane ich den guten alten „Nilleschiet“. Dazu müsste man jetzt ganz klar zu meiner Familie gehören, damit man dieses Wort verstehen könnte. Und da müsste ich dann ganz weit ausholen zu Nönk und Puddings-Fingke, die beide schon nicht mehr unter uns weilen…leider. An die habe ich auch viele schöne Erinnerungen. Vor allem an Nönk. Während ich von einer Familienseite einen Opa kennenlernen und vergöttern durfte (leider nur, bis ich zehn wurde), war mir das bei der anderen Familienseite nicht vergönnt. Dafür gab es dann aber Nönk. Er war der geistig leicht eingeschränkte Großonkel, der zur damaligen Zeit nichts gelernt hat, sondern einfach nur schuften musste. Er kam einem Opa sehr nahe – auch, wenn sein Verstand oft nicht weiterging, als über das Maß eines Kindes hinaus. Aber er konnte werfen, wie eine Eins. Leider auch faule Kartoffeln. Und er konnte sich beim Kartenspiel „schwarzer Peter“ so richtig schön aufregen. Zu ihm fällt mir leider kein Lied ein. Aber immer, wenn ich einen Wald betrete oder auch immer, wenn es regnet, denke ich an ihn. Dann schreiben meine Sis und ich uns hin und wieder eine What´s App mit: „Hier ist Piss-Piss-schiete-Rään.“ Und dann lachen wir in liebevoller Erinnerung an Nönk, der sich für Nilleschiet von Puddings-Fingke umbringen konnte. Ach ja…die liebe, gute, alte Zeit. Ich bin froh, viele schöne Erinnerungen zu haben, die ich an trüben, regnerischen Tagen auspacken kann. Ich sage ja: Ich mag den Herbst – mit all seinen Farben, mit seiner Luft, mit dem Regen und der Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen. Ach Nönk, ich hoffe, Du sitzt da oben mit Puddings-Fingke und den anderen auf Euren Wolken und hast Deinen Spaß.

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