Woran erkennt man, dass ich im Urlaubsmodus bin? Richtifg: Ich bin einfach faul. Naja, manchmal muss das wohl sein. Ich stehe erst spät auf, dusche, frühstücke in Ruhe und schaue auf meinen Spülberg. Tja, ich zucke mit den Schultern und spiele weiter Scarlett.
Was mir allerdings die Tage so ins Hirn gesprungen ist: Wann muss mein Auto eigentlich zum TÜV? Uuuups, ja, vor drei Monaten hätte es schon gemusst. Das ist so typisch für mich. Aufschieberitis ist ja nicht meins, aber mich um so einen – für mich – unwichtigen Kram zu kümmern, ist mir zu trivial. Irgendwann kommt´s mir dann aber doch in den Sinn. Prima. Wenn mich die Polizei anhält, muss ich auch noch Strafe zahlen. Daher habe ich überlegt, heute hinzufahren. Gestern habe ich keinen ans Rohr bekommen bei der DEKRA, weil die sich echt peinlich genau an die Pausenzeiten halten. Eigentlich richtig.
Und so wähle ich dann mal wieder durch und habe einen netten Herrn am Telefon. Wenn ich jetzt gleich noch vorbeikäme, würde er das vor der Mittagspause erledigen. Ansonsten erst wieder ab 13 Uhr. Ich sause los, aber dann steht da ein anderes Auto. Zögerlich frage ich nach, ob ich ab 13 Uhr wiederkommen solle? Aber der Gute winkt ab, das würde er noch locker schaffen. Und dann kommen auch schon die nervösen Magenschmerzen. Oh je, bestimmt legt er mir den Wagen still. Garantiert ist da alles dran kaputt. Wahrscheinlich meckert er mich an, mein Auto sähe ja nicht nur aus wie Sau (wozu putzen, wenn es dann doch wieder regnet?), sondern hätte so viele Mängel, die ein Mann ja sooooofort bemerkt hätte. Aber ich als Frau? Klar, dumm wie Strulle, aber dicke Backen machen.
Ich muss den Wagen kurz umparken (zum Glück ist Platz für gleich mehrere LKWs, sonst würde ich das ja wieder nicht hinbekommen). Und dann muss ich ihn wieder vors Tor stellen, nachdem er den zu behandelnden Wagen vor mir rausmanövriert hat, denn das hintere Tor ist kaputt. (Wenn ich das gerade so lese, kann man das auch doppeldeutig verstehen, aber ich spreche echt und ausschließlich nur von dem Wagen, der Halle, in der es geprüft wird und nicht von dem netten, aber viel zu jungen Mechaniker!!!) Er steigt ins Auto und ich sage kleinlaut: „Ja, ich weiß, ich bin überfällig. Bitte nicht schimpfen, ok?“ Da schaut er mich erstaunt an: „Wie sollte ich mit Ihnen schimpfen?!“ „Weil…naja, ich hätte vor drei Monaten vorbeikommen sollen.“ Kurz vorher hatte ich noch überlegt, ob ich einfach lügen und sagen soll: „Eigentlich kümmert sich mein Freund um so was, aber dieses miese Schwein ist einfach abgehauen. Da ist mir das dadurchgegangen.“ Ich entscheide mich aber dagegen. Lügen bringt nichts. Und tatsächlich bin ich einfach nachlässig in solchen Dingen. Dann muss ich auch mit den Konsequenzen leben. Jedenfalls winkt der Kleine ab und sagt: „Ich würde niemals schimpfen. Das passiert einfach.“ Umso besser, dass ich keine Fake-Geschichte erzählt habe. Dann würde ich mich spätestens jetzt richtig mies fühlen.
Währenddessen erfahre ich telefonisch, dass das Ersatzteil für die Spülmaschine 120 € kosten würde. Es könnten aber auch noch ein paar andere Sachen ursächlich für das Verhalten meiner ganz arg bockigen Spülmaschine sein. Die Kundendienstdame fragt, wie alt die Maschine denn sei. Sechs Jahre. Mmmh, dann lohne eine Investition von jetzt 120 € im Grunde nicht mehr. Krass, oder? Ich meine, schön, dass sie ehrlich ist. Aber ist das nicht traurig?! Was ist mit der verflixten Nachhaltigkeit? Zählt die echt gar nichts mehr?! Sechs Jahre für so ein Ding und dann kann man es einfach nur noch entsorgen? Völlig überraschend hat das meine Kollegin/Bekannte/Ihr-wisst-schon von gestern übernommen. Sie meinte, sie würde da anrufen. Sie könne ja auch die Fragen beantworten, bei denen ich….ääääh, nun ja, vermutlich auf dem Schlauch stehen würde. Recht hat sie. Aber ich bin völlig überwältigt, dass sie das mal eben so für mich macht. So was bin ich nicht gewohnt. Ich habe meinen Fachmann für alles, was mit PC, Laptop und Versicherungen zu tun hat…ok, und mit Büchern, Musik, Filmen etc. Aber normalerweise kümmere ich mich dann schon auch selbst um meine Angelegenheiten. Irgendwie ist es aber auch mal schön, wenn sich andere kümmern, was häufig mein Part ist. Echt schade, dass sie eine Frau ist. 😉
Der DEKRA-Mann ist fertig. Alles ist ok. Die Bremsbeläge sollten bei Gelegenheit mal ausgetauscht werden, sind aber noch nicht komplett runtergerockt, so dass ich das im Dezember beim Nachbarn meiner Sis erledigen kann. Ich höre, wie mir ein fetter Felsbrocken vom Herzen plumpst. Und dann frage ich: „Muss ich jetzt mehr zahlen, weil ich zu spät zur Prüfung da war?“ Immerhin habe ich das vorher schon von jemandem gehört. Aber der Süße winkt ab: „Nö, Sie zahlen den normalen Standardpreis.“ Ich danke ihm überschwänglich und setze zögerlich nach: „Aber Sie setzen mir den Wagen schon noch raus, oder?“ Da grinst er: „Sicher. Ist ja nicht Ihr Fehler, dass das Tor defekt ist. Und es ist ganz schön tricky, hier wieder rauszusetzen.“ Da bin ich aber erleichtert und schiebe noch hinterher: „Da Sie die Probleme der Frauen ja zu verstehen scheinen: Ich weiß, Sie dürfen mir keine Empfehlung aussprechen. Aber zuletzt wollte mir ATU für eine defekte Lampe ein paar hundert Euro abschwatzen. Kennen Sie eine Werkstatt, der es egal ist, ob sie eine Frau vor sich hat, die so gar keine Ahnung von Autos hat und diese nicht bescheißen will?“ Er reibt sich kurz den Nacken, schaut mich an und sagt: „Ich darf Ihnen wirklich niemanden empfehlen.“ Resigniert seufze ich, als er sagt: „Aber ich kann Ihnen natürlich sagen, zu welcher Werkstatt ich gehe. Und die ziehen niemanden über den Tisch. Ist allerdings die einzige weit und breit, die ich kenne, die das nicht tut.“ Und so habe ich also den Namen erfahren, den ich nur im Notfall einsetzen werde, wenn ich mal hier im Süden was außerplanmäßig haben sollte. Eine gute Autowerkstatt ist fast genauso wichtig wie der richtige Zahnarzt, Frauenarzt und Frisör. Da suchste echt lange nach, wenn Du irgendwo neu hinziehst.

So ein Service ist echt genial. Der ist in letzter Zeit immer mehr zur Mangelware verkommen. Und das erlebe ich dann bei meinem nächsten Stop. Ich fahre zu Rossmann und habe mir jetzt mal die App runtergeladen. Dann kaufe ich ein paar Sachen ein, gehe zur Kasse und frage die Verkäuferin, wo ich denn diese 10-Prozent-Coupons finden könnte? Knapp kommt ein: „Müssen Sie aktivieren“ über ihre Lippen. Ich schaue sie blöd an, dann wieder mein Handy: „Aber wo? Ich habe hier irgendwie andere Coupons, aber nicht den.“ Jetzt schon pampig: „Dann haben Sie einfach keine mehr.“ Ich schaue sie wieder an: „Äh, ich habe die App seit drei Tagen. Da dürften die ja wohl kaum aufgebraucht sein?!“ Sie zuckt mit den Schultern: „Dann suchen Sie eben.“ Ah, ich liebe Engagement, wenn ich denn mal eines irgendwo erkenne. Bei der Dame hier suche ich vergebens. Und das liegt nicht daran, dass der Laden proppevoll ist. Es steht niemand hinter mir an der Kasse. Man, man, man. Ich denke wieder an den Spruch: „Lieben Sie Ihren Job eigentlich? – Und warum lernen Sie ihn dann nicht?“ Aber ich lasse es. Ja, das ist bestimmt nicht der absolut erfüllende Job, keine Frage. Aber ein bisschen Kundenorientierung und Freundlichkeit bringen niemanden um, oder?
Egal, ich lasse mir meine Laune nicht verhageln. Ich habe schließlich Urlaub. Und der DEKRA-Termin lief ja deutlich besser als gedacht. Ach, morgen gehe ich vielleicht mal im Sonnenschein spazieren. Wenn die Sonne scheint, aber es eben nicht heiß ist, dann bin ich gerne im Schlosspark unterwegs. Da kann ich dann wieder die ganze Farbenpracht des Herbstes genießen. Das ist doch ein Plan!

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