Die Stimmung fällt auf den Gefrierpunkt, da am Morgen schon wieder nicht mein Name gezogen wird. Wie kann das denn bitte schön angehen? Jetzt habe ich noch genau fünf Mal die Chance, meinen Namen im Radio zu hören und dann anzurufen, um eventuell den Porsche abzugreifen. Ganz ehrlich, da zieht ein hinterhältiger Kerl im Hintergrund die Fäden. Ganz sicher. Mein Blut ist nicht blau-weiß genug. Es ist eben rheinisch. Und das haben die erschnüffelt. Tse, ich kann so nicht arbeiten! 🙂 Aber das muss ich ja zum Glück auch noch nicht, da heute ja noch Urlaub ist.

Heute geht es mit meiner lieben Kollegin zum Frühstück. Da sie Geburtstag hatte, habe ich ein paar Geschenke im Köcher. Unter anderem habe ich einfach mal Seifenblasen zum selber-Pusten eingepackt. Viel zu oft hetzen wir nur Terminen hinterher, müssen Prüfungen bestehen, haben Meetings etc. Das ist einfach zu erwachsen. Und ernsthaft? Sie fährt am meisten auf diesen 80-Cent-Artikel ab. Wir fahren nach München rein zum Frühstück, wobei sie den Seifenblasenspender mitschleppt. Irgendwann bleibt sie stehen und pustet ein paar Seifenblasen, woran sie sich wie ein kleines Kind erfreuen kann. Es macht einfach riesig Spaß, ihr dabei zuzusehen. Das denkt sich wohl auch der Herr auf der gegenüberliegenden Seite, der einfach mal spontan mitlachen muss. Manchmal ist es so einfach, gute Laune zu haben, oder? Man muss sich nur darauf einlassen, dann ist es das Normalste der Welt. Irgendwie wäre es auch toll, sich mal auf so eine Seifenblase zu setzen und loszufliegen. Ja-haaaa, Ihr Spaßbremsen. Ich weiß auch, dass sie schnell zerplatzt. Aber stellt Euch vor, sie zerplatzt eben nicht und könnte einen mitnehmen auf ihre Reise. Was es wohl alles so zu entdecken gäbe? Und da man ja wenn oben draufsitzt, kann man durch die schillernde Seifenblase hindurchschauen und die Welt in Regenbogenfarben wahrnehmen. Ja, ich spinne. Und das fühlt sich herrlich an!

Im Café ratschen wir und springen gedanklich ähnlich schnell von Thema zu Thema. So was können irgendwie nur Frauen. Irgendwann setzen sich dann zwei Herren an den Nachbartisch. Der Bärtige überreicht dem anderen ebenfalls ein Geschenk, der sich darüber ebenfalls wie ein Kleinkind zu freuen scheint. Bei gestandenen Männern hat das fast noch einen größeren Effekt. Und dann zerrt er an der Folie, die das Tuch (keine Ahnung, warum es diesen Hype-Effekt hat) umhüllt und knistert hier und zieht da. Nichts. Wir kichern schon wie blöde, bis ich mich rüberbeuge und sage: „Ach, nehmen Sie ruhig die Zähne dazu. Wir sind doch unter uns.“ Das tut der Gute dann auch, woraufhin der Bärtige grinsend meint: „Da spricht die erfahrene Mutter.“ Ääääh…naja, ein klein bisschen trifft er meinen wunden Punkt, aber das kann er ja nicht wissen. Ich sage nur: „Hab´ keine Kinder, aber ich war selbst mal eins. Daher weiß ich das noch.“ Der Beschenkte packt fast ehrfürchtig das Tuch aus, was mich noch mal rüberschielen lässt. Nein, es ist nicht das Leichentuch von Turin. Keine Ahnung, uns erschließt sich auch nicht, was an dem Tuch so toll sein soll. Aber im Grunde ist es auch völlig wurscht. Es bereitet dem Beschenkten riesige Freude – und das zählt doch wohl.

Eigentlich wollte ich in meiner freien Zeit im Urlaub viel mehr für die Schule tun. Herausgekommen ist dabei herzlich wenig. Naja, am Wochenende werde ich vielleicht etwas aktiver. Und ganz ehrlich? Mich mit anderen auszutauschen, da zu sein, wenn ich gebraucht werde oder einfach nur mal einen Kaffee zu genießen, das ist doch auch völlig in Ordnung. Und zur Belohnung habe ich mir einfach mal Blumen gekauft. Nur weil es keinen Mann in meinem Leben gibt, muss ich ja nicht auf Blumen verzichten, oder? Eben. Sei gut zu Dir selbst, denn das hat jede(r) von uns verdient. Und die Blumenindustrie freut´s auch. 🙂

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