Zu meinen zahlreichen nicht vorhandenen Talenten gehört ja defitnitv technischer Sachverstand. Ja, ich weiß, meine Orientierungslosigkeit sprengt nahezu alles…oder auch mein vollkommen abwesendes räumliches Vorstellungsvermögen, was natürlich auch zu meinen Einparkschwierigkeiten führt. Und die liebe, fehlende Diplomatie – wobei ich hier ganz klar sage, dass ich sie durchaus besitze. Ich will einfach nicht diplomatisch sein. Wenn sich einer doof aufführt, soll der ruhig wissen, dass ich das durchaus wahrnehme und Null schätze. Einfach gesprochen: Wozu einen Orgasmus vortäuschen? Der Mann würde beim nächsten Mal nichts besser machen, weil er ja denkt, er sei erfolgreich gewesen. So was hat sich mir echt noch nie erschlossen. Warum so tun, als ob? Man(n) kann nur lernen, wenn er eine ehrliche Reaktion auf sein Engagement erhält.
Aber ich schweife ab. Es ging um technischen Sachverstand. Da ich den nun mal nicht besitze, habe ich ja mittlerweile schweren Herzens beschlossen, eine neue Spülmaschine zu kaufen. Es will mir zwar nicht in den Kopf, dass die echt einfach so nach ein paar Jahren im Eimer sein soll, aber da ich ja technisch nicht versiert bin, kann ich ja auch nichts reparieren. Da ich aber immer die Sorge habe, das völlig falsche Gerät zu erwerben, schiebe ich so was. Ich sage ja immer, ich brauche einen Mann. Aber so einen, der handwerklich geschickt ist, bitte. Fehlendes Talent diesbezüglich habe ich ja selbst schon vorzuweisen. Brauche ich nicht noch mal.
Eigentlich wollte ich vorerst alles per Hand spülen. Aber der Tipp eines Mannes (jaja, manchmal dann doch nützlich): Ich solle zumindest mit dem Wasserkocher Wasser erhitzen und dieses in die Spülmaschine kippen. Dann sollte das Geschirr, das da drin ist, zumindest sauber werden. Das Problem ist ja vielfältig: Das Wasser wird nicht heiß, und das nasse Geschirr wird am Ende nicht getrocknet. Muss ich eben im Anschluss alls trocken reiben. Und was macht die Emma (=Spülmaschine) dann auf einmal? Sie trocknet plötzlich wieder! Ich fasse es nicht. Und ja, natürlich hatte ich vorher verschiedene Programme getestet. Ich mag grob unfähig sein, aber saublöd dann doch (noch?) nicht ganz. Aber auf einmal macht die Maschine, was sie soll. Das schockt mich. Auch nach reichlicher Sucherei, konnte ich keine Kamera entdecken, die mich und mein Unvermögen aufzeichnt. Versteh´ einer die Technik – ich tu´ es jedenfalls nicht.

Die meiste Zeit des Tages widme ich meinem Fotobuch. Das ist echt sauviel Arbeit. Und die „Aaaaaahs“ und „Ooooooohs“ dabei sind auch anstrengend. Das ist der Wahnsinn. Ich düse wieder mit meinem blauen Büschen duch Cusco, leide noch mal auf dem Salkantay-Trail und fahre auf der Ladefläche durch den Dschungel. Und mittendrin sind wieder diese wunderbaren Kinder. Bislang sind die Augen noch normal befeuchtet und laufen nicht über, aber ich traue dem Braten nicht. Es macht sich ein herrlich warmes Gefühl in mir breit. Was hatte ich Glück, dieses Abenteuer erleben zu dürfen?! Was habe ich geflucht, auch manches Ströphchen geweint, um dann so etwas Bereicherndes zu erleben? Vor allem die Menschen im Dschungel haben sich ruckizucki in mein Herz geschlichen. Das war schon sehr besonders. Ach ja… Und die werden auch nichts mitbekommen von irgendwelchen Viren. In Südamerika geht auch die Post ab, ich weiß. Aber im entlegenen Dschungel sind sie nahezu abgeschottet von der Außenwelt. Das sollte sie schützen, was mich dann doch beruhigt.
Wie der Teufel es so will, habe ich gestern die süße Eli in Tschechien angetextet, die damals für die Betreuung der Volontäre in Cusco zuständig war. Wenn sich die Lage irgendwann mal beruhigt haben sollte, werden wir uns endlich wiedersehen. Ich sitze gedanklich gerade wieder mit ihr auf dem Balkon – um uns die Grillen, die zirpen, die angenehme Wärme des Dschungels und die wunderschönen Sterne, die man hier noch sehr gut sehen kann…

Und dann schaue ich raus, wo die Wolkendecke dann doch mal aufgerissen ist. Die Sonne stiehlt sich durch die Blätter, die dadurch golden wirken. Es sieht so völlig anders aus hier…aber auch schön. Und trotzdem habe ich wieder diese Sehnsucht in mir. Keine Ahnung, wohin es mich noch verschlagen wird. Aber ich werde wieder innerlich rastlos. Hier wird nicht meine letzte Station sein. Wir werden es erleben – was auch immer da kommen mag.

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