Im Radio höre ich heute einen guten Spruch: „Sei immer Du selbst. Außer, Du bist ein Montag, dann sei Freitag!“ Oh, wie sehr verstehe ich den Autor dieses Spruchs, den ich leider nicht kenne. Vermutlich könnte den fast jeder gebracht haben, oder? Letzten Montag hätte er zu 1.000 Prozent gepasst. Heute passt er nur zum Teil. Ich bin müde, keine Frage. Und mein Hintern will samt meiner Motivation noch ´ne Runde im Bett chillen. Es hilft ja aber nichts.

Der Hinweg erinnert an „The Fog – Nebel des Grauens“. Das ist immer das Schöne am November. Ich weiß, auch hier sind viele anderer Meinung, aber ich finde ja, selbst Nebel hat was. Nicht immer, aber zum November gehört er dazu und macht die Sache erst rund. Sorry, außer Hochsommer, feier´ ich so ziemlich jedes Wetter und jede Jahreszeit. Ist einfach so. Später als ich, aber doch kurz vor meinem ersten Meeting, kommt eine liebe Kollegin ins Büro geschlappt. Ihr geht es gesundheitlich endlich besser, was man ihr auch deutlich ansieht. Allergien und Unverträglichkeiten sind aber auch echt Arschkühe, die einem das Leben arg versauen können. Wir quatschen kurz, dann muss ich mich auch schon einwählen. Nach einer halben Stunde fragt sie: „Seid Ihr immer noch in dem Team-Meeting?“ Da ich auf stumm geschaltet bin, bestätige ich: „Ja…dauert auch noch mindestens 30 Minuten. Außerdem hat Heinz ja noch nicht alle Worte zu allen Themen, die völlig unwichtig sind, gefunden.“ Sie lacht. Klar, er ist ja auch in meinem Team und nicht in ihrem. Da würde ich auch lachen.

Ich habe ein paar physische Meetings, die gut laufen. Mit einem „Kollegen-Freund“ (mir fehlen einfach ein paar Begriffe…die deutsche Sprache ist echt umfangreich, aber es fehlen immer noch manche Wörter…ich glaube, ich muss da mal ein paar neue erfinden) bespreche ich nächste Schritte und rede auch noch mal über das grandiose Feedback des narzisstischen Oberchefs. Und ja, durchaus, ich entdecke da schon auch gewisse Selbstzerstörungstendenzen. Warum? Na, wenn ich diesem Menschen nicht begegne, ist alles bong. Sollte ich ihn dann aber sehen, wird mein Gesichtsausdruck alles sagen. Und auch auf das, was aus meinem Mund herauskäme, hätte ich kaum bis keine Kontrolle. Würde er mich was fragen, würde ich in etwa antworten: „Das fragst Du mich? Ach, auf Deiner Ebene kann ich doch gar nicht mitreden. Dafür bin ich doch viiiiel zu einfach gestrickt.“ Stellt Euch das in einem schön-schnippischen Ton vor – dann habt Ihr es.
Ich bewundere Angela Merkel, und das meine ich nicht ironisch. Sie ist ein Ausbund an Diplomatie. Ich würde regelmäßig platzen und dauernd die Frage stellen: „Glaubst Du den Scheiß eigentlich selber, den Du da absonderst?!“ Auf die damalige Verweigerung Trumps, ihr die Hand zu reichen, hätte ich ein lautes: „Schau´ Dir mal das schlecht erzogene Arschloch an! Selbst für die einfachsten Grundformen reicht es diesem Vollidioten nicht mal!“ Ja, ist wenig zielführend, ich weiß. Aber hättet Ihr Euch da immer unter Kontrolle? Ich schaffe das bei einer bestimmten Gruppe an Menschen einfach nicht, ohne ein Magengeschwür zu kassieren. Und dann höre ich die Frage: „Meinst Du, daran erinnerst Du Dich in sechs Monaten noch?“ Ich grinse: „Oh, sogar in zehn Jahren, wenn Du mich nachts wecken solltest.“ Ich bin ganz arg nachtragend. Ja, auch im Positiven, aber eben auch bei so was. Meine Sis ist da regelmäßig verzweifelt. Interessanterweise bin ich bei der Erinnerung auch immer wieder voll in dem Gefühl drin, das ich in dem Moment erlebt habe.
Ach ja, ressourcenschonender Umgang mit mir selbst ist das wohl kaum. Aber hey, jeder leistet sich sein eigenes Türülü, oder?
In diesem Sinne: Seid Ihr ein ressourcenfressender Montag, dann seid gefälligst ein aussichtsreicher Freitag!

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