Wer die Überschrift nicht ernstnimmt, dem sei hiermit eine erneute Warnung gegeben: Ich habe richtig üble Laune. Ich bin durch, am Arsch, kann und will gerade gar nichts mehr. Keine Ahnung, vermutlich liegt es an meiner heute so gar nicht vorhandenen Frustrationstoleranz. Und normalerweise bin ich sehr leidensfähig. Aber das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Doch erstmal auf Anfang.

Ich habe schon morgens Magengrummeln, weil ich mich einfach nicht wohlfühle mit dem, was vor mir liegt. Das Thema an sich ist spannend, aber es fängt schon im Kleinen an: Die einen nennen es Methode, dabei sagen die Erfinder, dass es eher einer Haltung entspricht und eines Geisteswandels bedarf. Irgendwie ist immer alles, was es so gibt, das Nonplusultra. Schon mal aufgefallen? Das nervt mich ja schon. Im Gegensatz zur neuen Geisteshaltung, gibt es aber nicht viele Regeln. Bei Männern hasse ich den Spruch ja immer, wie die Pest: „Alles kann, nichts muss.“ Da weißte in der Regel, was der Typ will. Das ist dann der Moment, in dem ich mich rumdrehe…

Brav wähle ich mich rechtzeitig ein, denn ich muss ja immer hübsch angepasst sein. Mannomann, manchmal würde ich mich einfach gerne mal wie eine offene Hose benehmen. Einfach so, um mal auszuprobieren, wie sich das anfühlt. Aber das schaffe ich nicht, weil ich so wahnsinnig normativ bin, was die Wenigsten von mir denken. Und mein Anspruch dahinter: Ich darf nicht scheitern! Dabei gehört das ja definitiv dazu.
Wir sind nur acht Teilnehmer, was ja im Grunde toll ist, weil es intensiver ist. Leider kann man sich da aber auch nicht verstecken. Und es kommt, wie es kommen muss: Alle sind irgendwie im IT-Umfeld tätig. Entsprechend sprechen sie eine vollkommen andere Sprache. Sie schmeißen mit Anglizismen um sich, dass die Heide wackelt. Ich spreche Englisch und bin nicht völlig untalentiert. Aber das sind Begriffe, die mich total überfordern. Dazu dann die Technik. Da es sich um nahezu ausschließlich ITler handelt, haben sie nicht etwa – wie ich – meinen Laptop vor sich, sondern mindestens zwei Bildschirme. Und die braucht´s eigentlich auch, da wir auf zwei Plattformen gleichzeitig arbeiten: Auf Mural und Zoom. Beides für sich echt coole Plattformen, kreativ und alles, aber mit viel zu vielen Möglichkeiten und eben nicht alles sofort umsetzbar, wenn man es nicht kennt. Ich darf also hier nicht nur die neuen fachlichen Inhalte lernen, sondern muss vieles online nachschlagen und übersetzen und mich nebenher noch mit der Technik auf einem kleinen Bildschirm rumschlagen. Der Trainer ist cool, nett, witzig. Aber ich hänge gefühlt trotzdem Lichtjahre hinterher. Und dabei müssen wir nonstop die Kamera offen haben. Also allzu blöd darf ich dabei auch nicht aus der Wäsche schauen.
Ich fühle mich hilflos, überfordert, abgehängt und völlig dumm. Vor allem das Letzte macht mir wohl zu schaffen. Da bilde ich mich seit Jahren kontinuierlich fort, stelle mich so vielen Herausforderungen und komme mir unzulänglich vor. Und daran ersticke ich fast. Ja, ich weiß, dass ich mich gerade herrlich reinsteigere. Aber so ist das jetzt einfach mal.

Nach einem Telefonat mit meiner Sis, bei dem ich einfach mal geheult habe, geht es mir etwas besser. Wie es sich für eine große Schwester gehört, antwortet sie mir, ich sei natürlich nicht dumm. Ja, große Schwestern müssen manchmal einfach auch lügen, damit es wieder passt.
Ich weiß, dass ich den Inhalt prinzipiell verstehe. Und ja, auch die Prüfung werde ich irgendwie schaffen. Aber mir graut dennoch vor morgen, wenn ich völlig erschlagen von Technik und Anglizismen am Ende des Tages auf dem Zahnfleisch daherschleiche. Das kann doch irgendwie nicht Sinn und Zweck des Ganzen sein. Der Optimist in mir ruft: „Nur noch einen Tag durchhalten, die Hälfte hast Du schon.“ Der Pessimist ruft: „Noch ein ganzer Tag! Alter, wirst Du im Eimer sein!“ Der Zweifler schreit: „Du schaffst die Prüfung nicht!“ Das Kind in mir ruft: „Setz´ Dich einfach ins Auto, und hau´ ab. Versteck´ Dich, wo Dich keiner findet.“ Der Rheinländer kommentiert trocken: „Du hast eindeutig zu viele Stimmen im Kopp. Et kütt doch eh wie et kütt. Stell´ Dich net su an.“ (Den Ausschnitt der Bläckföös habe ich heute Morgen auch schon per What´s App erhalten.) Oh man. Ich bin einfach müde. Und nein, ich brauche nicht die Männer mit der Jacke, die man hinten schließt. Ich brauche einfach eine Mütze Schlaf. Gute Nacht zusammen…ich pack´s für heute.

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