Heute ist ein toller Tag. Nicht nur, weil es draußen schön kalt geworden ist. Nö, heute geht´s zum Frühstück mit zwei Kolleginnen. Ich besorge Semmeln und flitze noch kurz bei Feinkost Albrecht vorbei, um frischen O-Saft zu schießen. Kommt Euch das auch so vor: Egal, wann ich einkaufen gehe, es ist immer gut was los. Gut, ich gehe auch nicht um 19:45 Uhr. Aber zu nahezu allen anderen Zeiten habe ich das Gefühl, es ist mordsi was los. Puh! Es ist sogar so viel los, dass ganze drei Kassen geöffnet sind. Und dann fängt´s auch schon an: Das Paar vor mir an der Kasse streitet sich. Sie will noch mal Zuhause vorbei, er will sofort zur Arbeit. Sie nörgelt, er schnauzt. Dabei nimmt er immer nur ein einzelnes Teil aus dem übervollen Wagen und legt es aufs Band. Sie nimmt nur hin und wieder ein Teil aus dem Wagen und legt es ihrerseits aufs Band. Da sie ein schmollendes Gesicht zieht, kackt er noch mehr rum und verweigert dann schließlich gänzlich das Wagenauspacken. Na, tolle Wurst. Wenn die so weitermacht, muss ich ein Zelt aufschlagen. Es reizt mich, die Uschi aus „Der Schuh des Manitu“ zu zitieren: „So, jetzt sagt jeder mal, was er am anderen toll findet.“ Ich glaube, das fiele hier auf ähnlich fruchtbaren Boden. Irgendwie bewundernswert, wie wenig sich manche Leute scheren, wer ihre Streitigkeiten so mitbekommt. Mir wäre das ja total peinlich, aber denen? Nö. So jaar nüscht. Echt interessant.

Wir frühstücken heute bei der einen Kollegin, weil sie ein neues Sofa geliefert bekommt. Ihr altes hat sie kurzerhand weiterverkauft, weil es fabrtechnisch nicht mehr so perfekt harmoniert. Nachher kommt die andere Deko-Queen. Gott, da komme ich mir immer wie ein Bauer daneben vor. Ich mag es gemütlich. Und ja, es soll nicht alles total kunderbunt sein…aber wenn es dann so wäre, würde es mich auch nicht stören. Ich finde die beiden Ladies lustig, die so viele Übereinstimmungen haben. Und mit den beiden arbeite ich zukünftig enger zusammen. Das ist mal ein Lichtblick. Denn auch, wenn ich völlig anders bin, können wir einander so lassen. Im Gegenteil: Wir finden es gerade gut, dass es die Unterschiede gibt und wir voneinander lernen können. Und keine von uns will Karriere machen, sich hervortun oder die anderen belehren. Das macht das Arbeiten echt angenehm. Darauf freue ich mich sehr. Irgendwie muss ich nur schauen, wie ich aus der Heinz-Nummer herauskomme, denn ich möchte morgens wieder gerne aufstehen und gerne zur Arbeit fahren. Das ist seit einem Jahr leider so nicht mehr der Fall. Und das zehrt ganz schön an den Nerven.

Irgendwann kommen dann auch die Möbeljungs. Die Armen müssen das Sofa ins dritte Stockwerk schleppen – wonach es dann auch riecht. Sie haben noch einige Kunden auf dem Programm stehen, was mir echt leid tut. Da mecker´ ich über meinen Job, aber das, was die machen, ist mal ein echter Knochenjob. Meine Kollegin gibt jedem von ihnen noch einen Fünfer, die sie vorher hektisch gesucht hat. Wir anderen beiden helfen ihr schnell aus, wobei sie beteuert: „Ich zahle Euch das sofort zurück!“ Da sage ich noch: „Kannste ja auch abtanzen.“ Und schon haut sie raus: „Und zieh´ mich dabei aus, aber das will ja keiner sehen“, als gerade die Jungs das Zimmer betreten. Die Situationskomik ist einfach perfekt, denn ich bin mir sicher, wenn sie jetzt hier blankziehen würde, würden sich die Jungs dazu nur zu gerne auf dem neuen Sofa fläzen. Ach ja, manchmal ist es schon lustig.

Unser „Frühstück“ beenden wir dann tatsächlich um 16:30 Uhr. Ich sage es ja immer wieder: Das kriegen nur wir Ladies hin. Zeitweilig reden wir auch parallel, weil die Zeit einfach so knapp ist. 😉 Ach ja, ich liebe es, eine Frau zu sein. Als wir uns verabschieden, freuen wir uns alle auf das nächste Treffen, aber vor allem auf das nächste Jahr. Das wird toll. Gut, dazu müsste ich endlich mal das Handbuch auf Englisch lesen, um die Prüfung abzulegen – empfohlen wird´s drei Mal…gestern habe ich es immerhin bis Seite vier geschafft. Ok, da gibt´s ein Deckblatt und ein Inhaltsverzeichnis, was es zu netto zwei Seiten macht. Aber was soll´s? Ich habe ja noch bis nächsten Freitag Zeit, diese dämliche Prüfung zu machen. Ich finde diese Art Prüfungen so unwichtig und unnötig, dass ich dabei so rumbummel´. Ist nicht gut, ich weiß. Es kommt aufs Tun an, nicht auf Abfrage in knapp bemessener Zeit. Wenn ich jemals Königin werde, dann werde ich aber so viel ändern. Ich sag´s Euch!

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