Als ich heute Morgen aufwache, nehme ich durchaus zufrieden wahr, durchgeschlafen zu haben. Das beflügelt mich ungemein. Und wie ich da so im Bettchen liege, denke ich mir: Was bin ich eigentlich bekloppt?! Doch, solche Gedanken kommen mir regelmäßig – und meist stimmen sie ja auch. Heute Nachmittag bekomme ich nämlich Besuch von meiner lieben Freundin (ich habe mittlerweile beschlossen, sie so zu bezeichnen, weil Kollegin zu wenig aussagt). Weil ich dachte, ich müsse nun hardcore lernen, habe ich gestern mit ihr ausgemacht, wir unterstützen die Gastronomie. Mit anderen Worten: Meine Küche bleibt kalt, und wir bestellen was. Heute Morgen denke ich mir so: Das geht ja mal so gar nicht! Ich koche gerne, es macht mir Spaß. Und nur, weil ich eine verkackte Prüfung mit „nur“ 80 % absolviert habe, muss ich mich jetzt kasteien? Nö. Und so plane ich um: Ich werde was kochen. Und vorher gehe ich noch einkaufen.

Also schwinge ich mich aus dem Bett und starte den Tag gemütlich. Denn mal ganz ehrlich: Mein Hirn braucht zwischendurch durchaus mal eine Pause. Ich malträtiere das Oberstübchen in den letzten Monaten schon arg. Das kann doch auch nicht wirklich gut sein, oder? Ich fahre gemächlich zu Rewe und nehme im Augenwinkel wahr: „Samstag ist Hexentag!“ Ja, juchuuuuu! Die feiern ein Fest zu meinen Ehren. Das finde ich durchaus verständlich. Ich frage mich nur, warum das an dem Metzgerstand steht? Bei genauerem Hinschauen entdecke ich meinen Fehler: Da steht Haxentag, nicht Hexentag. Sie feiern also doch nicht mir zu Ehren, wobei an meinen Haxen ganz schön was dran ist. Ich möchte mir hingegen nicht vorstellen, wie da irgendwer an denselbigen bis auf die Knochen alles runterknabbert. Ach ja, meine Welt ist anders, ich sag´s Euch.

Ich entscheide mich für einfache Küche: Es gibt Spaghetti Bolognese mit einem Salat dazu. Das allerwichtigste ist nämlich was anderes…der Nachtisch. Ich bin so froh, eine Schwester im Geiste gefunden zu haben, die auch so süchtig nach Süßem ist. Fröhlich vor mich hinsummend, mache ich die Schoko-Soufflés fertig und parke sie im Kühlschrank. So was mache ich mir ja irgendwie nie für mich allein…es sei denn, der Frust wird allzu arg. Aber normalerweise betreibe ich für mich nicht diesen Aufwand. Aber es ist, wie es sein soll: Wir essen zwar die Spaghetti, aber könnten beide auch auf den Hauptgang verzichten und dafür den doppelten Nachtisch mampfen. Das habe ich schon mehrfach in Restaurants überlegt: „Ich möchte als Hauptspeise bitte den Kaiserschmarrn, aber bitte ohne Rosinen, und als Nachtisch nehme ich das Schokosoufflé.“ Bisher habe ich mich das nie getraut. Aber mein klebrig-süßes Genießerherz würde das durchaus sehr gerne mal durchziehen. Ich bin ja kein Vegetarier, könnte aber auf Fleisch verzichten. Aber auf Schoki??? Welchen Sinn macht ein Leben ohne Schoki? Menschen, die sich das ernsthaft vorstellen können, sind mir ja suspekt. Die essen bestimmt auch kleine Kinder.
Als wir gestern beim Webinar das Thema Sucht auseinandergepflückt haben, war ich froh, dass nirgends was von Schoki stand. Da hätte ich mich dann eindeutig schuldig bekennen müssen. Und ja, ich weiß, es ist nicht gesund, aber tut sooooo gut für die Seele. Apropos Seele: Ich habe zum Schokosoufflé eine Vanillesoße gekocht, die zum Abkühlen draußen stand. Trotz Frischhaltefolie, hat sich obenauf eine Haut gebildet. Das Seelchen vor mir mag das total gerne. Krass. Ich finde es nicht richtig eklig, aber eben auch nicht gerade super. Ist doch perfekt, wenn es sich so einfach aufteilen lässt. Und am Ende sind alle glücklich.

Gerade in diesen Zeiten, die echt immer noch komisch sind, ist es für mich umso schöner, mich mit Menschen zu umgeben, die mir einfach gut tun, bei denen ich mich nicht verstellen oder anpassen muss und die dann auch noch so bekloppt sind, die Haut von der Vanillesoße zu mögen. Gibt es was Besseres? Mir fällt gerade nichts ein. Ein Hoch auf uns bekloppte Schoki-Hühner mit all unseren eigenartigern Marotten, die uns so einzigartig machen. Davon brauche ich mehr. 🙂 Kann schon sein, dass ich im Schoki-Rausch bin, aber es ist schön hier. Huiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii…schwingt Euch auf Eure Einhörner und besucht uns. Es ist genug Zucker für alle da.

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