Ich schlafe gut…und vor allem: Ich schlafe auch schnell ein. Nach so einer Fahrt habe ich manchmal schon etwas Zeit nötig, um runterzukommen. Da wir aber noch ein Weilchen zusammengehockt haben, hatte ich die nötige Zeit, abzuschalten. Entsprechend war die Nacht dann voll ok. Einen Traum kann ich auch nicht erinnern. Nicht weiter schlimm, weil ich die Prüfung nicht noch mal durchleben will. 🙂

Dafür schniefe ich wieder wie ein Elch. Nicht gut, denn das dauernde Niesen und Schniefen kostet mich Kraft. Da meine Neffen draußen aber sägen und mit Holz arbeiten, kann ich nicht differenzieren, ob es Allergie oder eine Erkältung ist. Ich weiß nur, dass ich wohl doch müder von der Arbeit war…und nun durch die Entspannung körperlich einiges zutage tritt, was in der Anspannung hübsch verdeckt war. Doch da hilft alles nichts, ich muss heute wieder in die Schule.

Woran man merkt, wie sehr ich neben der Spur laufe: Obwohl mein halber Hausstand eingepackt wurde, fehlt mein Ladekabel für den Laptop. HALLO?! Wie doof kann man sein?! Aber ich habe dieses Kabel wohl hübsch Zuhause liegen lassen. Und da liegt es dann nun einsam einen gesamten Monat lang. Hätte ja ruhig mal die Backen aufmachen können. Aber nein, vermutlich spielt es jetzt noch beleidigte Leberwurst, weil ich es vergessen habe. Das kann was erleben, wenn ich wieder heimkomme!
Entsprechend muss ich heute Morgen kurzfristig umdisponieren und auf den Rechner von meinem großen Neffen zurückgreifen. Doof nur, wenn man am eigenen Laptop Favoriten angelegt hat… Da kommt schon plötzlich ein bisschen Hektik auf. Aber es passt auch zum heutigen Thema „Neuropsychologie“. Naja, dieses Thema liegt mir natürlich besonders am Herzen, weil meine Mutter vor 21 Jahren einen Schlaganfall erlitten hat. Welche Einflüsse das aufs Hirn nimmt, kann man sich als Laie schon auch in manchen Teilen vorstellen, aber es dann mal so aufbereitet zu sehen, ist dann doch was anderes. Ich stelle der Dozentin einige Fragen und erkenne in manchen Beispiel-Erklärungen einiges wieder.

Viele Menschen denken: Wenn man doch weiß, dass jemand einen Schlaganfall hatte, dann darf man ihm/ihr auch nichts übelnehmen. In dem Fall sage ich gerne: „Weißt Du, was? Mach´ die Erfahrung mal mit einem Angehörigen über Jahre. Danach sprechen wir uns noch mal. Bis dahin: Laber´ eine Parkuhr voll!“ Wie häufig Menschen meinen, andere belehren zu dürfen, ist schon heftig. Und ja, jeder darf eine eigene Meinung haben. Aber wenn ich von etwas so gar keine Ahnung habe, sollte ich besser einfach mal schweigen.

In der Tat kann ich mir vorstellen, mit Angehörigen pflegebedürftiger Menschen zu arbeiten. Dieses Themengebiet ist vielfältig, weil es auch wieder so ein Bereich ist, der mit Schuld und Scham besetzt ist. „Er oder sie hat mich doch auch groß gezogen. Da muss ich doch die Pflege umgekehrt auch übernehmen.“ Und dann dieser Druck von außen, wenn man einen Elternteil „ins Heim gibt“. Meist heißt es ja nicht „abgeben“, sondern „abschieben“. Und da muss man auch nicht lange suchen, um jemanden zu finden, der einen verurteilt. Wer einmal über einen längeren Zeitraum gepflegt hat, weiß, wie erschöpfend das sein kann. Leider verändern sich viele Menschen auch im Laufe ihrer Krankheit…und selten zum Besseren. Meine Mutter war beispielsweise nie missgünstig, negativ oder böse. Heute erfüllt sie alle diese Bereiche hervorragend. Ich habe einmal gesagt, dass meine eine Mutter am 07.03.1999 gestorben ist. Nun lebt „nur noch“ meine andere Mutter. Ich kann mir vorstellen, dass mancher über diese Aussage schockiert sein mag. Glaubt mir: Das bin ich auch. Aber nur so ist es zu ertragen. Gewünscht hätte ich es mir (und ihr) auch anders. Wir reden in diesem Fall von zwei völlig unterschiedlichen Menschen. Meine alte Mama vermisse ich oft…sehr sogar.

Aber nun ist Feierabend für heute. Ich bin durch – müde und auch emotional gesehen. Jetzt geh´ ich zu meiner Familie, die mich schnell auf andere Gedanken bringen wird, was auch gut so ist. Das ist etwas, was mir in meiner Bude in Bayern fehlt. Da ist es zwar ruhig, ohne dass einer nervt. Aber da ist es auch nur ruhig…und keiner da, der mich ablenkt. Ach ja. Ich werde die nächsten Wochen genießen.

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