Heute kann ich ausschlafen. Das ist auch mal schön, wenn das denn so einfach ginge. Ich höre sämtliche Bewohner des Hauses, wie sie selbiges verlassen und drehe mich noch mal um. Und dann kreisen auch schon die Gedanken: Was kann ich denn heute anstellen? Manchmal sehne ich ja solche Tage mit nix herbei, nur um dann festzustellen, dass sie mir nicht sonderlich schmecken. Ich weiß, klingt paradox… und das bin ich wohl auch.

Zunächst fahre ich zu Feinkost Albrecht und Schwester Lidl, da mir noch ein paar Sachen fehlen. Und dann lege ich auch schon los. Zuerst bügel ich ein paar Shirts und schmeiße eine weitere Waschmaschine an. In solchen Momenten beneide ich meine Sis nicht, Kinder zu haben. Da fällt ein ganz schöner Berg an. Die Emma (Spülmaschine) läuft ebenfalls. Jetzt kann ich endlich mit meinen Toffifee-Plätzchen anfangen! Die liiiiebe ich. Aber… heute ist eben doch nur ein Montag. Der Eischnee will nicht so fest werden, wie ich das will. Und so zerläuft er dann auch, was mich foxdevilswild macht. Das ist klebrig wie Sau und will zwar nicht so in Form gespritzt halten, aber an allem anderen hält es dafür umso besser: An der Backofentür, meinem Armband, im Topf, am Topf, am Schrank, auf dem Boden, auf der Arbeitsplatte, an den Mixerstäben usw. Trotzdem ist das Plätzchen-Resultat kein Schönes.

Wisst Ihr, was mich echt fertigmacht? Wenn mein kleiner Neffe mich so tröstet, wie ich das umgekehrt machen würde: „Is doch ejal! Sind doch nur für uns. Und Hauptsache, sie schmecken.“ Stimmt ja, aber es nervt mich an. Gut, heute ist eben so ein Tag, den nur Frauen in vollem Umfang begreifen können. Ich habe nämlich meine Mens. Da reicht mitunter so ein blöder Eischnee schon aus, der partout nicht will, wie ich das will, um mir die Tränen in die Augen zu treiben. Nur mit Mühe beherrsche ich mich und mixe noch mal nach, was noch übrig ist. Tränen würden ja nur noch mehr verwässern. Danach geht es. Eine Augenweide sieht hingegen anders aus.

Zum Essen gibt’s heute Gulasch, was überraschenderweise wiederum gelingt. Ich bereite ihn mit Rotwein zu – erstmalig in meinem Leben. Der Kleine kommt zwischendurch schnüffeln: „Boar, die ganze Bude müffelt nach Rotwein!“ Er sieht meinen Blick und weiß ja von den Plätzchen schon, wie gereizt das Tantchen ist. Ich frage nur: „Und???“ Er hebt die Hände und kommentiert: „Alles gut. Wir sind ja mittlerweile alle alt genug.“ Sagt er! Der gerade mal 16-Jährige! Da muss ich dann doch schmunzeln. Völlig überraschend kommt die Soße auch gut an – nur meine Sis outet sich, Rotwein im Gulasch nicht so zu mögen. Dabei ist das meiste doch ohnehin verkocht. Die Herren schwärmen von ihren Wilderfahrungen mit Rotweinsoße, was mich erstaunt aufblicken lässt. Jepp, alle drei mögen wohl Wild. Da bin ich aber mal platt. Da hätte ich drauf geschworen, dass das so gar nicht ihres wäre. So kann man sich täuschen. Da denkste noch, Du kennst die Deinen, aber weit gefehlt. Hammer. Doch meine Liebe geht auf keinen Fall so weit, dass ich ihnen Wild zubereite. Sie kennen nämlich jemanden, der ihnen selbst erlegtes Wild beschaffen könnte. Ich passe. Nee, nee. Es reicht völlig, wenn ihre Tante wild ist. Da muss ich nicht noch Wildes zubereiten.

Und weil mich mein Bauch quält und ich gerade wahlweise jammerig bin oder irgendeinem Mann volle Elle in ihr-wisst-schon-wohin treten wollen würde (damit sie so einen monatlichen Mens-Schmerz mal nachempfinden können), schleiche ich einfach ins Bett. Denn morgen ist dann alles wieder besser.

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