Ach, es regnet so richtig herrlich. Mein Großonkel schaut garantiert von oben zu und lacht sich schlapp. Wie sagt der Kleine meiner Sis so passend: „Wieso kann der Scheiß da draußen kein Schnee sein, verdammt?!“ Jo, das wäre schon schön… nur müssten es dazu andere Breitengrade sein, gell?

Heute lerne ich etwas sehr, sehr Wichtiges: Wenn Du mal so richtig was verbockt hast, kannst Du perfekt von Kindern hervorragend lernen. Ich bin zu Besuch bei einer Freundin. Die Kinder zeigen mir stolz ihre Zimmer. Beim Großen leben Tiger, die nur Einbrecher fressen. Da muss ich mir also keine Sorgen machen, denn ich bin ja angemeldeter Besuch. Bei der mittleren Maus sehe ich bemalte Tapete und Heizkörper. Ich frage nach, wer das denn gewesen sei? Der große Bruder berichtet sofort, dass seine Schwester und ihre Freundin dafür verantwortlich zeichnen. Doch sie guckt mich mit großen Augen an und sagt im Brustton der Überzeugung: „Flamingo.“ Sie sieht dabei so aufrichtig aus, dass ich beschließe, ihr zu glauben. Die Vorstellung eines herumkritzelnden Flamingos hat ja wohl was. Sonst fliegen die nur blöd in der Gegend herum oder stehen auf einem Bein… weil ihnen wieder irgendwas peinlich ist oder so. Aber so ein Flamingo mit Filzstift? Unbezahlbar. Der könnte bei „Das Supertalent“ auftreten – dann würde ich den Rotz vielleicht auch mal schauen.

Als ich gerade zurück bin (noch nicht mal ausgestiegen), fragt der Große, ob ich ihn bei der Arbeit abholen könnte. Mache ich natürlich. Gestern hat er beim Essen berichtet, wie sie tagsüber durch eine Straße gefahren seien und ein älterer Kollege erzählt hätte: „Ach, in der Straße hatten wir auch mal eine Baustelle. Da hab ich in einen Eimer geschissen.“ Bäääääääääääääh! Da isst Du gerade gemütlich Dein Schnitzel und dann so was. Handwerker sind cool… aber wo sie ihr Geschäft verrichten, will ich echt nicht wissen. Als mein Neffe mit Kollegen aus dem Gebäude schlendert, überlege ich, wer von denen wohl der Eimer-Scheißer sein könnte? Aber der ist nicht dabei. Gottseidank.

Und plötzlich erreicht mich eine Mail von einem Chef aus längst vergangenen Zeiten, als ich noch Studentin war. Ach, das ist schon echt schön. Er war Geschäftsführer, bis er das Rentenalter erreicht hatte. Dann wurde er Angestellter mit beratender Funktion. Durch Corona begünstigt, hat er nun im Sommer alles beendet, weil er nicht mehr wirken (also jüngere, neue Kollegen) vom Home Office aus beraten könne. Kann ich verstehen. Und ich freue mich riesig, dass er sich an meine Mail-Adresse erinnert. Ich hatte mich immer mal zu Weihnachten gemeldet, allerdings über die Firmenmail. Hmm, das rührt mich schon sehr. Und so bestärkt, geht es jetzt in den Herr der Ringe-Marathon, wenn das Jungvolk denn mal eintrudelt. In diesem Sinne: Guten Rutsch in den Heiligabend. 😊

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