Aaaaah, ich schlafe wieder aus. So rumzuschlunzen, hat durchaus etwas. Ich weiß, bald beschwere ich mich dann wieder, dass mir langweilig ist und mir alles auf den Sack geht, aber noch ist es ok. Nach dem Frühstück gehe ich meinem Hobby nach: Ich fahre zu Feinkost Albrecht. Warum? Weil ich die Steuer-CD brauche. Die gab es letzte Woche schon. Jedes Jahr haben sie sie zwischen Weihnachten und Neujahr. Und jedes Jahr vergesse ich es in genau der Woche, sie zu besorgen. Und jedes Jahr flitze ich in der Folgewoche hin und bekomme sie noch. „Und täglich grüßt das Murmeltier“ hätte auch aus meiner Feder stammen können. So hat einfach jemand anderes ganz schön viel Geld damit verdient.
Bei Feinkost Albrecht angekommen, zeigt sich immer wieder ein ähnliches Bild: Ein Äutsche steht genau vor der Tür, während das andere Äutsche den Wagen holt. Sie können einfach nicht einzeln gehen. Es gibt sie nur noch im Doppelpack – auch wenn sie sich im Laden ankötten und miteinander schnauzen, dass man denkt, sie sollten froh sein, mal eine halbe Stunde zum Einkauf allein zu sein, so brauchen sich wohl doch nonstop um die Füße. Sie gehen vor mir in den Laden, wobei Oppa dann direkt links abbiegt und Fersengeld zahlt, wähend Omma direkt hinter dem Eingang mit dem Wagen stehenbleibt. Wahrscheinlich hat Oppa ihr verboten, zu weit vorzulaufen. Nur direkt am Eingang, ist es eben auch nicht so richtig geschickt. Und ich mag es einfach nicht, so alte Ommas zu erschrecken, indem ich sie laut anrede: „HALLO?!?!?!?!?! KönnensemavielleichtauffeSeitegehnodawatt?“ Also warte ich brav. Irgendwann dreht sie sich um und zuckt zusammen. Ok, sooooo schlimm sehe ich dann auch nicht aus. Sie schiebt den Wagen etwas an den Rand. Ich bedanke mich freundlich und schlappe weiter.
Im Gang vor mir schlurft so jemand rum, der nicht wirklich weiß, was er braucht. Kennt Ihr solche Menschen? Ich frage mich immer, was die eigentlich in einem Supermarkt wollen? Er schaut mal hier, schaut mal da, bremst an den blödesten Stellen, aber das Schlimmste: Er hebt dabei nicht mal die Füße. Wir reden hier nicht von einem Teenie. Dieser Mann ist bestimmt Mitte Ende 40. Schlapp, schlapp – schlapp, schlapp. Der Vater eines angeheirateten Cousins hat sich früher gerne bei Jugendlichen hinten auf die Schuhkappen gestellt, um dieses Verhalten zu ahnden. Ob ich das auch mal versuchen soll? Immerhin würde ich dann Bekanntschaft machen. Aber ich glaube, darauf käme dann doch keine Einladung zum Kaffee – zumal ja auch kein Café geöffnet hat. Ich überlasse den Herrn seiner wahnsinnig dynamischen Fortbewegung und ziehe weiter.
Kauft Ihr eigentlich auch immer mehr, als Ihr braucht? Ich mache mir immer eine Notiz ins Handy, stelle dann jedoch erstaunt fest, wieviel mehr sich einfach so in meinen Wagen geschlichen hat. Frechheit! Aber immerhin: Meine CD haben sie auch noch. Wieder einmal Schwein gehabt.
Erstaunlicherweise ist es gar nicht so voll, wie ich befürchtet hatte. Und da drei Kassen geöffnet haben, ist es richtig entspannt. Die Kassiererin hingegen ist es nicht. Sie schaut hinter mich – gleich mehrfach. So was irritiert mich ja immer. Ich frage, ob ich irgendwas gemacht hätte? Nö. Da hinten sei eine riesige Pfütze, und niemand hätte mal Bescheid gegeben. Sie ist weit genug von mir entfernt, dass man da keinen Zusammenhang herstellen kann. Ich schaue noch mal hin: Zum Glück ist es durchsichtig. Es hat sich also kein Ömken oder Öpken hier erleichtert. Wer weiß? So ein Einkaufsbummel ist ja durchaus auch aufregend. Da macht auch mal ein Bläschen schlapp.
Ich zockel´ raus und erlebe die Wiederholung von vorhin – nur in umgekehrter Reihenfolge: Die beiden sind noch nicht so alt, aber Vatti schlurft im Schneckentempo, während seine Else den Wagen holt – leider auch im Schneckentempo. Ich frage mich, ob die beim Jahreswechsel alle ihre Schnelligkeit verloren haben? Nein, ich bin nicht auf der Flucht, aber es ist verflucht (hey, ein Wortspiel) kalt draußen. Wie kann ich da so schneckentempogleich vor mir und sich hinkriechen?

Home sweet home, denke ich dann Zuhause, als mir wieder die kleinen Scheißerchen in der Küche einfallen. Ach ja, die gibt´s ja auch noch. Ignorieren hilft da auch herzlich wenig, wie ich gelesen habe. Ich räume die Küchenschränke aus, überprüfe hier und da, sehe sogar ein vorwitziges Etwas in einer Tüte mit Sonnenblumenkernen – zugezwackt mit einer Klammer…also, die Tüte, nicht die Lebensmittelmottenmade (geiles Wort!). Alter, geht´s noch?! Wie kommt das da rein? Angewidert schmeiße ich ganz vieles weg. Da muss man leider großzügig sein. Danach wasche ich alles mit Essigwasser aus, was herrlich duftet (bäh). Also gut, Freunde. Ihr habt jetzt ein schönes Leben im Mülleimer. Solltet Ihr Verwandte zurückgelassen haben, bestelle ich mir die Schlupfwespen. Heult nachher nicht rum, ich hätte Euch nicht gewarnt! Ekliges Zeug, sage ich Euch…

Meine Ex-Schwiegermutter in spe (wir hatten ein Datum, ich bin vorher geflohen) war auf meinem Anrufbeantworter. Sie hat mir zum Geburtstag gratulieren wollen, aber ich war zu dem Zeitpunkt ja gar nicht Zuhause. Brav, wie ich manchmal bin, rufe ich zurück. Und so sicher, wie das Amen in der Kirche, kommt dann auch der Satz, den ich immer wieder höre: „Dich hätte ich gerne als Schwiegertochter gehabt.“ Ich scherze rum: „Wer weiß? Vielleicht könntest Du mich dann heute gar nicht mehr leiden?“ Was soll ich auch sonst sagen? Es werden im Sommer 20 Jahre, seit ich ihn verlassen habe. Manchmal muss auch gut sein, oder?
Das gilt für allzu wehmütige Gedanken, als auch für Lebensmittelmotten. Habt Ihr verstanden, Freunde?! Ich will´s ja wohl mal hoffen!

16 Kommentare

  1. Salut, die klitzekleine Lebensmittelmottenmade ist, wie man sieht, noch immer für einen ebenso kleinen Witz gut, auch wenn es keine Rolle spielt, ob Kleidungsstücke in Küchenschränken aufbewahrt werden, jedoch ist es in jedem Falle vielleicht besser, mit dem Lächeln oder Lachen noch ein wenig zu warten. Wurde ein schwacher Essig oder eine starke Essenz verwendet? Was wird denn außer Knabberkernen in den Küchenschränken aufbewahrt? Schokolade? Rosinen?Teebeutel? Bewegen sich unter Umständen gar bereits einige der zarten Mädchen kriechend zur Küchendecke? Die eigentliche Frage: Wo hat Claudi76 gelernt, so gut zu schreiben? Salut und danke für Äutsche, Ömken und Öpken!

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    1. Hellas… und: Ääääh, wie bist Du denn bitte schön drauf?! Du solltest meine Albträume nicht befeuern! 😂 Ich bin ja erst durch die sich nomadenähnlich verhaltenden Madenmädchen auf den Spuk aufmerksam geworden, die ich sogleich – amazonenhaft – mit einem Zewa getötet habe. Der ganze Rotz ist dann mit Mehl, Nüssen und dergleichen im Außenmüll gelandet. So. Ich möchte eher so etwas hören, wie: „Ich bete für ihre Seelen und für Dich, dass Du alle erwischt hast.“ Stattdessen betest Du die Chicas ja quasi wieder herbei. 😟
      Ich schreibe einfach, wie ich denke: Durchgedreht, chaotisch und was mir sonst so in den Sinn kommt. 😋🙃
      Liebe Grüße und danke fürs Kommentieren. 😊

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  2. Salut, was Du durchgedreht und chaotisch nennst, nenne ich lieber wohlwollend zicklein-poetisch. Gib mir mal bitte etwa von Deiner Puste ab. Zur Sache. Wie Du selbst in Deinem Gebet gesagt hast, Du mußt ganz sicher sein, alle Mädchen unter die Haube oder über den Jordan gebracht zu haben, sonst wird das nix. Hast Du? Und. Wie bist Du denn überhaupt drauf, daß Du so einen Blogtitel führst? Das ist ja geradezu unverschämt romantisch. Schon mal was veröffentlicht? So richtig mit SZ und „unreformiert“? Salut (gern französisch mit G&K 😉

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    1. Gsalkut? Also mit G&K? 😂
      Ich hoffe, alle Madenmädels erwischt zu haben. Andernfalls werde ich die Schlupfwespen Einzug halten lassen. Die sollen auch eine faire Chance bekommen, oder? Als eingefleischte Singlefrau sind mir das alles in allem nur ein bisschen arg viele Mitbewohner auf einmal. Ach, das Leben ist schon hart.
      Meine Puste kann ich leider nicht abgeben. Dann käme die Corona-Polizei und würde mich einkassieren. Dann hätten die neuen Untermieter ja noch mehr freies Spiel. 🤷‍♀️ Ansonsten teile ich echt gerne.
      Veröffentlicht habe ich nie was – nur eigene Theaterstücke gespielt. Aber danke für die 🌷⚘🌹🥀🌺

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      1. Du magst also Blumen. Ich den frischen Wind, den Du machst. Corona-Gendarmen gibt es demnach wirklich? Ich dachte, dies sei nur Internetspinnerei. Warum hast Du als Singlefrau eigentlich nicht gleich an fleischfressende Pflanzen gedacht oder gar an Impfen? Wenn Du schon nichts veröffentlichen willst – ich unterstelle das einfach mal frech – könntest Du vielleicht auf meiner Seite den simplen Insuffizienztest absolvieren? Wär‘ mehr als eine Geste für mich als alten weißen Mann. Also G&K 👌😂

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      2. Nabend… weißer oder weiser Mann? G&K erinnert mich ans K&K-Regiment. Ich sag’s ja immer: Ich bin filmverseucht. 🤷‍♀️ Die alten Schmonzetten waren aber auch schön. G&K erinnert mich andererseits an: „Gruß und Kuss vom Uterus“. Du siehst: Gegen Abend wird’s nicht besser. 😂
        Deine Unterstellung ist eher eine Provokation – und ich bin mir sicher, dies geschieht aus Absicht. 😋 Tatsächlich habe ich Schiss vor der Ablehnung, wenn ich etwas veröffentlichen würde. Aber mein Vorhaben spukt immer lauter durch meinen Kopf: Ich werde ein Buch schreiben! Wann ich das freigestelle, weiß ich nicht. Ob ich mich trau‘, es anzubieten, weiß ich noch weniger. Warten wir’s ab, hm? Ein Schrittchen nach dem anderen… Ich bin ja sooo gut in Geduld. 🙄
        Und ja, in Bayern wird schon kontrolliert, was die Verbote betrifft. Aber ich find’s auch gut so. 😉
        Servus und gut’s Nächtle,
        die Mehlmottenmadenasylgewährerin

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  3. Fein, hatte schon gedacht, Du schmollst ebenso niedlich wie Du flott schreibst. G&K bedeutet salut mit Wangenküßchen, geht das in Ordnung? Zieh doch bitte einmal in Erwägung, daß ich vielleicht weiß, wie ein Buch geschrieben und veröffentlicht wird. Ich wäre begeistert, wir schrieben eins zusammen. Du wahrscheinlich auch, kenntest Du mich, besonders wegen meiner Haßliebe zum Konjunktiv. Jetzt muß ich doch mal zum Insuffizienztest gucken. Dir herzlichen Dank vorab. Bonne nuit.

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    1. Schmollen???? 🤓 warum das denn? Habe ich etwa etwas überlesen? Muss ich noch mal nachlesen?
      Nein, ich war tatsächlich noch unterwegs. Das ist das Perfekte am Alleinsein: Ich muss mich nirgends abmelden. 😊
      Ich liebe den Konjunktiv, aber meide ihn komplett in Verhandlungen und klaren Absprachen.
      Welcher Art soll Dein Buch sein? Ich befürchte, Deines hat intellektuell höheren Ansprüchen zu genügen, während ich doch seichter unterwegs bin.

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  4. Schön, daß Du auf dem Weg ins Bett nochmal schreibst. KK, Du weißt Bescheid? Kurz zu unserem Projekt 😉 Als ich auf Deinen Blog gestoßen bin, war ich sofort hin und weg. Der Blogtitel allein wär‘ mir eine Novelle wert. Aber, daß Du so schreibst, wie Du wahrscheinlich denkst und sprichst, ist wie ein I-Tüpfelchen. Intellektuell, seicht. Was soll das denn sein? Gucken wir mal nach unseren Lieblingsautoren, falls wir welche haben; dann sehen wir weiter.

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    1. Unser Projekt? Bist Du Widder oder Löwe??? 😎
      Autoren: Stieg Larsson, Jussi Adler Olsen, Diana Gabaldon, Rebecca Gablé, Rafael Eigner, Martina Paura (12 Männer hat das Jahr), Robert Dugoni, Jeffrey Archer
      Ich wette, da gibt es wenig bis gar keine Schnittmenge. Und sei bloß ehrlich!

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      1. Bin weder Widder, noch Löwe, sondern weitaus besser! Denken Singlesteinbockfrauen eigentlich immer gleich in Schnittmengen? Ist das nicht ein mathematischer Begriff? Stieg Larsson sagt mir was. Ganz starker Raucher, Herzinfarkt. Extrem links. Insuffizient. Egal, gute Plots. Hat ihm nicht eine Lady die Worte geordnet? Denkst Du, daß ich die anderen auch kennen muß? Bitte nicht 😉

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      2. Widder und Löwen sind die dominanten und vereinnahmenden – daher die Frage.
        Und ja, ich denke gerne in Schnittmengen und Schubladen. Macht mir mein Leben einfacher.
        Stieg ist leider schon länger tot. Die Familie gönnt der Lebenspartnerin gar nichts. Du siehst also: Frau verliert ganz schnell, wenn sie sich kümmert. 🙂

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