Irgendwie läuft ja nix Gescheites mehr im Fernsehen – bis auf klitzekleine Ausnahmen. Gestern Abend ist es dann wieder so weit. Es läuft ausschließlich oller Kram. Und ich überlege – Achtung, Jungs, jetzt müsst Ihr ganz stark sein – tatsächlich, ob ich zum 2.683sten Mal Dirty Dancing gucken. Doch ich verzichte zugunsten eines anderen Klassikers, denn: Es kann nur einen geben! Jawoll, der Highlander muss mal wieder sein Schwert schwingen. Und wieder einmal fasse ich mir ans Hirn. Wie völlig bescheuert, bitte schön, muss man denn sein, wenn man da die ganzen Namen der noch übriggeblieben Unsterblichen weiß??? Nach Jahren – ehrlich, es ist Jahre her, dass ich ihn gesehen habe. Ich bin alles Mögliche, aber echt nicht normal. Mit einem fetten Grinsen, Christopher Lamberts Silberblick vor Augen, Queen im Ohr (ich habe lauthals mitgesungen) und der Gewissheit, das Gute siegt immer, krabbel‘ ich ins Bett. Welch fulminantes Ende eines kalten Winterabends.

Es ist Montag – zu allem Überfluss auch noch morgens. In wenig freudiger Erwartung schiele ich auf die Uhr, wann es denn mit unserem Meeting losgeht. Weil: Wenn es früh beginnt, sind wir auch früh wieder fertig. Zwei Minuten eher als nötig, wähle ich mich ein und werde von Heinz begrüßt. Donnerknispel, da blinkt doch schon der erste Lichtblick um die Ecke. Ja, auch hier gilt wohl: Es kann nur einen geben. Es oder er lamentiert herum wegen der kurzfristig ausgesetzten Kurzarbeit. Ja, was dies wohl zu bedeuten habe? Er könne – zefix aber auch – partout keine Infos finden. Sein Ernst??? Er, der gefühlte hunderttrölfzilliarden Jahre dabei ist und keine betriebsbedingte Kündigung fürchten muss, macht es uns kurzgedienteren Kollegen dann noch madiger, als es ohnehin schon ist. Aber dann trudelt auch endlich unser Chef ein. Heinz übergibt den Staffelstab mit den Worten: „Jetzt unterbrechen wir mal, damit unser Chef starten und seinen Raum hier finden kann.“ Da sind wir aber dankbar. Mein Chef wiederum hat seinen Laptop mal wieder nicht im Griff und gesellt sich zu einem Kollegen an den Laptop. Hääääääääääää? Richtig, habe ich auch gedacht. Wir sollen doch von Zuhause aus arbeiten. Watt machen die zwei Torfköppe also in der Firma? Und mein Chef mahnt dann auch, bitteschön aufzupassen und Zuhause zu bleiben, da das Infektionsgeschehen ja nun „deutlich jetz a bissl kritischa woadn is.“ Ja nee, is klar. Was denn jetzt – deutlich oder ein bissl? Ein Kollege wird konkret angesprochen, der aber so keinen Mucks von sich gibt. Fünf Minuten später ist er dann aber doch anwesend. Mein Chef: „Zum Stoart woast jetz Du net dabei.“ Mein ADHS-Kollege outet sich: „Na, da hob i mia Sockn g’holt.“ Ach ja, die Tücken des mobilen Arbeitens. Und das ist dann professionelles Arbeiten. Um ebendiese Tücken geht es dann nachmittags auch wieder bei einer Konferenz. Plötzlich gibt es ein wildes Gebell von einem kleinen Kläffer. Das Mikro wird auf stumm geschaltet, hier und da kichert noch einer, bis Herrchen sich wieder meldet: „Vier Kilo, oba mocht a Lärm wie a Großer.“ Ehrlich, mir fällt’s schon bisweilen schwer, noch irgendetwas hier ernst zu nehmen.

Und apropos ernst: Ich bange ernsthaft um die geistige Gesundheit mancher Radfahrer. Hallo?! Wie kann man (und Frau) bei minus 6-8 Grad Celsius noch mit dem Rad fahren? Das macht auch eine Freundin von mir. Aaaaaaalter, da frierst Du Dir ja mehr als nur die Zwiebel ab. Nee, nee, da musste schon krank im Kopp sein, wenn Du im Dunkeln bei den Temperaturen so unterwegs bist. Ich glaube, da würde ich mich noch eher in einen eiskalten See schmeißen, denn da geht’s schneller mit dem Erfrieren. Wobei Leonardo durchaus auch ein paar Minuten durchgehalten hat. Gut, da flaggte ja auch Kate Winslet auf so nem Stück Treibholz herum. Vermutlich wollte er sich da nicht so die Blöße geben – wenn Celine Dion schon mal so einen Schmachtfetzen vor sich hin trällert. Aber warte mal! Das war ja das offene Meer und kein schnöder See, wie beim König Ludwig. Ach ja, mir kriecht die Kälte wohl auch ins Hirn, wobei ich diese knackig kalten Tage durchaus sehr genieße – allerdings nicht auf dem Fahrrad. Aber wer weiß? Vielleicht ist das die weniger blutige Variante des Highlander? Wer zuletzt vom Fahrrad runterfriert, hat gewonnen. Es kann schließlich nur einen (oder eine) geben.

2 Kommentare

  1. Ooookaaayyyy….. 🙂 Was hat die tolle Konferenz denn jetzt eigentlich ergeben? Weiter miese Stimmung oder wird die jetzt fröhlicher und netter? Oder war die ganze Konfi für die Katz – die bei den Termperaturen bestimmt auch nicht Fahrrad fährt oder auch nur eine Pfote vor die Tür setzt. 😉

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    1. Ach, weißt Du, diese Konfis bringen selten Ergebnisse hervor. 🙄 Ich habe allerdings angesprochen, dass wir wohl mal über die zukünftige Zusammenarbeit reden müssen, weil es so nicht weitergehe. Es gäb zu viele Unstimmigkeiten und Spannungen. Pause…Pause…Pause…Dann ein langes „äääääääääääh“ meines Chefs, und er nehme es mit. Ein Politikerspruch also, der nur eine Hülse ist. Ich lasse aber nicht locker und werde regelmäßig penetrant nachfragen. 😊 Die Stimmung wird nicht besser werden, aber ich werde versuchen, meinen Fokus auf anderes zu lenken. Es steht ohnehin eine fette Umstrukturierung an, bei der die Karten neu gemischt werden. 🤷‍♀️ Man darf also gespannt bleiben – mit oder ohne radfahrender Katze.

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