Heute dürfte es anstrengend werden. Ich habe mehrere Blöcke hintereinander zu absolvieren. Aber dann kommt es erstmal anders. Kurzfristig und ohne Angabe irgendeines Grundes, wird ein vier Stunden Termin gecancelt. Da ich genügend auf dem Plan habe, kann ich jederzeit Aufgaben umschichten, ohne Langeweile zu riskieren. Das passt mir also ganz gut in den Kram. Und so kann ich mich immerhin auch auf meinen Mittagstermin vorbereiten, der alles andere als locker flockig werden wird. Deutsche und polnische Kollegen, die IT-Nerds sind, werden dort technische Details diskutieren – alles auf Englisch. Das ist nicht wirklich meine Komfortzone. Es wird dann zwar nicht ganz so wild, but well…now I have a Knoten in my Kopp. Ist schon witzig, wie stark man die Muttersprache bei den meisten raushört.
Anschließend bin ich richtig platt, doch die Verantwortlichen skypen mich nahezu nahtlos an, weil sie interessanterweise sofort Feedback wünschen. Huch, da bin ich aber überrascht. Gestern sind sie so selbstbewusst aufgetreten, heute brauchen sie ein bisschen Ei-Ei? Sie sind auf einmal ganz kleinlaut und räumen sofort ein, es zeitlich falsch eingeschätzt zu haben. Och je-chen, die vermuten, ich hau´ jetzt ein: „Hammer doch jesacht“ raus? Bringt doch nichts. Also lobe ich sie brav und ermutige sie, demnächst die Zeiten etwas klarer zu strukturieren und mehr Fragen zuzulassen. Ansonsten machen wir einfach gemeinsam weiter. Und da höre ich ihn plumpsen, den Stein, der dem Hauptverantwortlichen vom Herzen fällt. Das macht mich dann wiederum baff. Ich mutmaße allerdings, das hält maximal bis morgen an. Dann strotzen beide wieder vor Selbstbewusstsein. Ich persönlich mag es ja, wenn Menschen dann auch mal menschlich sind und Nerven flattern. Das zeigt, dass sie noch keine Roboter sind.

Im nächsten Gespräch bin ich mal wieder Grenzgänger. Ich frage mich, wieso ich das so in mir habe? Es gibt Regeln und Gesetze, an die ich mich auch halte. Aber im Job gibt es Regeln, die ich einfach als doof und unsinnig empfinde. Da reitet mich immer so ein kleines Teufelchen. Das Böckchen in mir senkt das Haupt und ruft ganz rotzig (richtig, ohne „t“): „Komm´ doch…trau´ Dich ruhig!“ Kompetenzgerangel ist so etwas, was ich nie verstehen werde und was dann diese rotzig-freche Haltung in mir hervorruft. Mein Motto ist da eher: Erlaubt ist, was hilft. Und so bin ich dann auch unterwegs. Jetzt entwickeln wir mal wieder an den eigentlich Zuständigen vorbei ein Konzept, das auf zukünftigte Zusammenarbeit abzielt. Quasi das, worin ich meinen Chef derzeit ja auch berate, wobei das da dann wiederum nicht passend ist, da ich ja Teil des Teams und somit des Problems bin. Wenn ich das aber schon mal konzeptionell ausarbeite, kann ich bestimmte Parts davon auch für andere Teams übernehmen, oder? Der einzige Haken: Ich habe ohnehin schon zu viele Themen. Nur wenn ich sehe, wie motiviert ein Teamleiter dann mal ist, will ich das nicht liegen lassen. Es ist nämlich unendlich mühselig, ständig Hunde zur Jagd tragen zu müssen, weshalb ich es so genieße, wenn dann mal einer ebenfalls am Gras zieht und aktiv um Unterstützung bittet. Wenn ich dafür mal irgendwann auf die Schnüss bekomme, schüttel´ ich das locker ab. Komisch, in der Hinsicht habe ich dann wiederum ein verdammt dickes Fell. Könnte ich durchaus häufiger gebrauchen.

Es bleibt dabei: Heute ist so ein non-stop-Tag, weil ich abends wieder meine Lernrunde mit meiner Mitschülerin habe. Kurz habe ich überlegt, diese zu verschieben. Aber das ist wohl, wie beim Sport: Es bringt nichts, den Schweinehund immer zu bedienen. Das nächste Wochenende muss ich ja auch wieder komplett ins Webinar. Jeder volle Abend ist also im Moment gefühlt „zu viel“. Schon krass, was nur die Aussicht auf so ein Wochenende mit meinem Müdigkeitsempfinden macht. Prompt bin ich nämlich furchtbar müde. Gut, es könnte auch an meinem Traum letzte Nacht liegen, in dem ich einen Mann kennengelernt habe. Aber ich weiß ja, wie das ausgeht, wenn ich jetzt wieder mal hoffe, er möge mich in der kommenden Nacht doch noch mal im Traum besuchen. Da passiert nämlich wieder mal nüscht. Und nein, er weist keinerlei Ähnlichkeiten mit Heinz auf, der mich heute Gottseidank auch nicht behelligt. Es gibt gute Tage, es gibt schlechte Tage…und es gibt Tage mit Heinz. Die toppen nun mal alles. Bin gespannt, wie er unsere Team-Workshop-Einheiten erleben wird. Aber nein, daran will ich jetzt nicht denken, sonst träume ich noch von ihm. Und dann wird mir schlecht und ich wache mit Würgereiz auf. Ist bestimmt auch nicht so lecker am Morgen. Daher rufe ich jetzt meine liebe Freundin zurück und quatsche mit ihr bis zum Einschlafen. Dann habe ich gute Gedanken und die Hoffnung auf tolle Träume. Ein Hoch auf die Erfindung des Telefons und noch mehr auf uns Frauen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s