Es ist Montag, aber gar nicht mal so ein üblich übler. Gut, unsere Teamrunde ist wieder mal eine Farce. Nur der Rest verläuft doch echt ok…wenn nicht gar zufriedenstellend. Ich fühle mich vollkommen fein. Ist doch auch mal schön so zum Feierabend, oder? Und das an einem Montag! Wer hätte das gedacht? Dabei gab es echt auch unschöne Begebenheiten.
Ich darf im nächsten Monat ein Projekt begleiten, auf dessen Leiter ich so gar keine Lust habe. Kennt Ihr solche Menschen, die so völlig harmlos daherkommen? Die einen anlächeln und denken, sie seien echte Menschenfreunde? Und dabei besitzen sie die Sozialkompetenz eines Brötchens. Nee, warte mal. Ein Brötchen schafft es ja sogar noch, ein Hungergefühl zu sättigen. Vielleicht dann eher die Sozialkompetenz eines Steins. So ein dicker Brocken, mit dem man Löcher in Scheiben schmeißt. Aber so ein Stein könnte ja auch zur Abwehr von Hochwasser eingesetzt werden. Dann würde er schon wieder etwas Positives bewirken. Passt also auch nicht. Ich bin mir sicher, Ihr könnt mir folgen. Dieser Mensch schafft es jedenfalls – milde in die Kamera lächelnd – gleich drei anwesende andere Menschen abzuwatschen, ohne sich dessen bewusst zu sein, einfach nur, weil er ein dummer, unsensibler Köttel ist. Da frage ich mich schon, ob den überhaupt seine Mutti lieb haben kann? Ich befürchte, die Antwort wird „nein“ lauten. Oder er hat eine Mutter wie Norman Bates, die mumifiziert im Schaukelstuhl vor und zurück schaukelt, was er dann als „ja“ wertet, wenn er vorher fragt: „Bin ich Muttis Liebling?“ Ja, ich merke es gerade selbst, wie böse ich bin. Ihr kennt eben diesen Norman Bates-Doppelgänger noch nicht. Allerdings ist er auch eine modischere Ausgabe dieses Psychopathen, denn er ist Veganer. Noch Fragen? Ja, ich weiß: Schublade auf, Vorurteil rein, Schublade zu. Manchmal sind Schubläden ganz schön praktisch.

Nachmittags geht es im Schwerpunkt um meine Teamworkshops. Da dies nicht meine eigentliche Aufgabe ist und ich so was auch nicht originär gelernt habe, bin ich etwas verunsichert. Aber mein Chef sagt mir, wie froh er sei, dass ich ihm seine Angst vor solchen Veranstaltungen genommen hätte. In den 15 Jahren seiner Führungsarbeit habe er so was noch nie gesehen oder gemacht. Äääääh? Gut, nun ist sein Lob nicht wirklich maßgeblich bzw. wiegt leider nicht mehr viel – zumindest in meiner Realität. Mein anderer Kollege war lange in der Personalabteilung tätig. Für ihn ist mein Konzept stimmig und super. Daher bin ich jetzt erstmal beruhigt. Ich möchte, dass die Teilnehmer etwas mitnehmen. Es geht darum, gute Denkanstöße zu liefern, gemeinsam an der Weiterentwicklung zu basteln und gute Dinge auf den Weg zu bringen.
So was macht mir im Grunde voll Spaß. Nur habe ich viel zu wenig Zeit, daran zu arbeiten. Aber immerhin kann ich da mal meiner Kreativität freien Lauf lassen, was mir richtig gut gefällt. In dem Zusammenhang bin ich dann auch über einen Spruch gestolpert: „Wir brauchen nicht mehr know-how. Wir brauchen mehr know-why.“ Und das ist ja auch so ein Punkt, der mich immer wieder umtreibt: Was ist der Sinn hinter all dem, was ich tu´? Natürlich ist es gut, dafür bezahlt zu werden. Da sage ich nicht nein. Aber Geld macht nicht glücklich. Geld kann man nicht essen. Ich weiß, wieviele mir da widersprechen würden. Nur: Geld ist lediglich ein Mittel zum Zweck. Jetzt kann auch da jeder seinen eigenen Maßstab anlegen, was er/sie braucht, um glücklich zu sein. Ich weiß nur, für mich ist die Sinnhaftigkeit wahnsinnig entscheidend zum Glücklich- bzw. Zufriedensein. Mal schauen, wie zufrieden ich nach den Kurz-Workshops ich den Feierabend einläuten werde oder ob mich die Erkenntnis dann vielmehr nach Afrika treibt. So oder so: Es wird was bringen. Die Frage wird sein, wie sehr mich die Antwort lenken wird.

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