Wahnsinn, jetzt ist der Februar auch schon an „de Äd“. So sagt man das bei uns. Mir ist, als wäre ein Jahr quasi weg in meiner Zeitrechnung. Wir überspringen einfach mal das Jahr 2020. Es war relativ schnell klar, dass dieses doofe Virus nicht einfach ratzifatzi vorübergeht. Und ich habe schon letztes Jahr recht früh geunkt, dass Karneval dieses Jahr wohl auch nicht stattfinden würde. Mein großer Neffe wollte mir nicht glauben. Gut, er ist Karnevalist und voller Hoffnung gewesen, dieses Jahr wieder mit eigener Truppe und selbsgebautem Wagen mit von der Partie zu sein. Gerade hoffe ich einfach nur, nächstes Jahr wieder so was wie „alte Normalität“ wiederzugewinnen.
Allerdings kann ich das Wort „Mutanten“ nicht mehr hören. Es sind Mutationen. Mutanten nennt man veränderte Lebewesen. Ein Virus hingegen ist kein Lebewesen. Es mutiert, also es kommt zu Mutationen. Aber es ist, wie so häufig in der Medienlandschaft wahrzunehmen, etwas, das jeder munter übernimmt. Ich stelle mir dann immer so einen Glöckner von Notre Dame vor, der umherzieht, wenn sie wieder von den Mutanten sprechen. Oder Godzilla. Oder King Kong. Ich stelle mir gerade so einen Mutantenstadl vor mit Marianne und Michael…oder dem Silberfuß (ich weiß, dass er Silbereisen heißt!). Aber ich habe ja nun schon oft genug über die Medien geschimpft. Was mich allerdings doch stutzig macht: Wieso stellt sich eigentlich mal keiner von den Politikern hin und sagt: „Liebe Medienlandschaft, tut uns doch bitte einen Gefallen, und hört mit diesem Scheiß auf! Die ganzen Themen, die Ihr unnötig hochkocht, machen die ohnehin schon gebeutelten Menschen noch bekloppter. Zeigt meinetwegen Heimatfilme, auf einem anderen Kanal Action, auf einem Tierdokus usw. Aber lasst diesen Dreck mit `Sehen Sie Ihren Sommerurlaub auch schon schwinden?` oder `Die Engländer werden schneller geimpft und werden die originär für Sie bestimmten Liegen mit ihren eigenen belegen` oder ´Ein Sommerhorror am Ballermann – denn wir müssen Zuhause bleiben`. Das bringt uns nicht weiter, sondern ist verdammte Scheiße kontraproduktiv. Und wenn wir schon mal dabei sind: Liebe Journalisten, verhunzt bitte nicht unsere schöne Sprache, recherchiert in den wirklich wichtigen Belangen, und macht Euch auch mal bewusst auf die Suche nach positiven Nachrichten. Das wäre mal ein Beitrag zum Allgemeinwohl!“ So, habe fertig. Vielleicht schreibe ich mal einen von den oberen Politikern an und unterbreit ihm/ihr das? Wäre doch mal eine Idee.

Nachdem ich zwei Tage wirklich viel NICHTS getan habe, habe ich heute genügend Elan, endlich mal wieder zu bügeln, das Badezimmer zu putzen, die Bettbezüge zu wechseln, die Waschmaschine zu betätigen und so weiter und so fort. Dazu scheint die Sonne, die ich auch immer mal wieder kurz genossen habe. Es ist zwar merklich kühler geworden, aber in der Sonne brutzelt es sich dennoch recht angenehm. Dazu plärren die Kinder unten wieder umeinander…herrlich. Vorhin lausche ich kurz einem Jungen aus Rumänien (er hat den anderen Kindern erzählt, woher er käme). Und was sei sein Lieblingsauto? Ein Tesla. Ok, oder ein Lamborghini. Herrlich. Ich mag Bodenständigkeit. Würde man mir letzteren schenken, würde ich ihn sehr schnell zu Geld machen, um mir was Schönes davon kaufen zu können. Aber so gehen die Geschmäcker auseinander. Früher hätten Jungs wahrscheinlich geantwortet: „Porsche!“ Heute ist es eben ein anderer Luxusschlitten. Aber es ist schon interessant, welche wunderschöne Welt uns Social Media zeichnet. Früher wollten Schüler noch Polizist werden, manche auch Architekt…ein paar sogar ganz vermessene auch Arzt. Heute wollen sie Influencer oder Gamer werden. Verdammt, werde ich alt! Diese Welt sieht verlockend aus, aber das Beste: Man braucht dafür auch nichts auf der Rille zu haben. Ein guter Abschluss auf der Schule ist nicht wichtig, solange man viele Follower hat. Da denke ich ja wieder an Sting, der gemeint hat, sein Hit „Every breath you take“ sei eigentlich ein Stalkerlied. Bei Followern habe ich eine ähnliche Assoziation. Und ich weiß, auch hier bei WordPress gibt es das. Immerhin habe ich schon 72! Nicht, dass ich noch berühmt werde. Aber bei Follower denke ich immer an Verfolgung. Ich sag´ ja: Ich werde so was von alt. Und zum Glück gibt es auch noch die völlig „normalen“, bodenständigen Jugendlichen, die auch realistischer durch die Welt gehen. Auf den Großen meiner Sis bin ich so was von stolz, weil er eine Ausbildung zum Zimmermann macht. Er schafft was mit seinen Händen, was mir leider oft fehlt. Ich glaube, dass man so ganz viel Zufriedenheit erreichen kann, was ich jedem nur wünsche. Ob ein Gamer sich auch denkt: „Krass, ich habe ein Game abgeschlossen?!“ Ich höre mich echt schon an, wie die alten Leute früher. Wobei ich nie so abgefahrene Vorstellungen hatte. Außer letztens, als ich einen Steckbrief für einen Workshop ausfüllen sollte. Da habe ich bei: „Wenn ich noch mal auf die Welt komme, mache ich“ einfach geanwortet: „Einen auf Prinzessin“, weil ich das echt noch nie war. Selbst als Kind habe ich mich nie mit Krönchen ausstaffiert, sondern war immer am liebsten Zigeunerin. Ich hatte einen wunderschönen schwarzen Rock mit Farbstreifen am Ende. Wenn ich mich schnell gedreht habe, war er wie ein Teller. Erinnert mich gerade an Hula Hoop. Vermutlich kann ich mich auch nicht mehr so schnell drehen, wie ich das als Kind noch konnte. Gut, Purzelbäume würde ich heute auch nicht mehr machen wollen. Alles „aue Kroam“. Müsst Ihr nicht verstehen. Ist auch wieder Plattdeutsch. Ich pröttel´ noch was vor mich hin, erledige noch etwas Hausarbeit, bevor es dann morgen wieder rundgeht. Zum Glück kann ich an unserem Team-Meeting nicht teilnehmen. Manchmal bin ich echt ein Glückskeks. Ich hoffe, Ihr konntet übers Wochenende auch ein bisschen Sonne tanken? Followt mir ruhig weiter – auch wenn mich die Vorstellung ein wenig gruselt. Ich gewöhne mich schon noch an den neumodischen Schnickschnack. Haha!

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