Der Tag beginnt früh…seeeehr früh. Und gleich als erstes habe ich das Team, zu dem ich ursprünglich so ungern wollte. Wobei, so stimmt das ja auch nicht. Ich wollte nicht mit dem Chef des Teams arbeiten müssen. Doch beim letzten Mal haben sie mich ja positiv überrascht. Entsprechend gehe ich beschwingt in den Workshop – zusätzlich mit einem Kaffee ausgestattet. Ohne geht so früh dann doch mal gar nichts. Und siehe da: Die Jungs sind wieder recht zügig dabei. Zwischendurch muss ich sie ein bisschen reizen, aber sie revanchieren sich. Einer, der zu spät an der Skype-Sause teilnimmt, schreibt, er würde uns allen einen Kaffee ausgeben. Ich gebe natürlich direkt meine Bestellung auf, als ein anderer anmerkt: „Ey, die lädt Dich zu sich nach Hause ein, merkst Du was?!“ Ääääääh, neeeeee. Ein anderer, so ein richtig Knurriger sagt später, da könne er auch auf dem Tisch tanzen, das hätte genauso viel Einfluss auf das Ergebnis. Männer untereinander sind ja schon echt bekloppt. Aber wenn dann eine Frau hinzukommt, sind sie radarkastendoll. Wer ihm dann Scheinchen in den Schlüpper stecken würde und ob ich dann an diesem „Hebel“ arbeiten würde? Oooooh man. Was bin ich froh, hartgesotten zu sein. Wer im Vertrieb war, bekommt keine roten Ohren mehr von so was. Ich habe eine Kollegin, die würde denen den Hintern aufreißen für diese zotigen Bemerkungen. Allerdings würden sie bei ihr vermutlich nicht mal darauf kommen, sich so zu äußern. Ich lade mit meiner flotten Schnüss schon eher dazu ein. Und so macht es ja auch Spaß, denn das Ergebnis steht nicht erst nach zwei Stunden fest, sondern ist schon nach anderthalb eingetütet. Das finde ich mal richtig gut – und ungewohnt. Die Zeit, die anberaumt ist, wird normalerweise immer für tausend kleine Grundsatzdiskussionen benötigt. Aber hier ist alles paletti, sie bedanken sich, alles ist gut. Der Chef gibt mir noch mal kurz Feedback und wird mich immer dann aktivieren, wenn sie mich brauchen. So lobe ich mir das doch. Jetzt könnte ich ja eigentlich noch etwas verspätet an unserem Team-Meeting teilnehmen. Aber tu´ ich mir das an? Lasst mich einen Moment überlegen………nein. Ich habe genügend andere Themen und habe der Firma – wie ich vorhin am Stundenzettel sehe – ganze neun Stunden hergeschenkt. Und da sind nicht mal die durchgearbeiteten Mittagspausen eingerechnet. Ich muss also nicht zu jedem Scheiß hinhetzen. Ach, ist das ein schöner Montag!

Das denke ich aber auch nur solange, bis ich gegen Mittag zum Briefkasten schlendere und eine Zustellung vom Amt vorfinde. Ich habe meinen Kfz-Versicherer gewechselt. Fehler passieren, weshalb gleich zwei Gesellschaften meinen Beitrag hierfür im Januar abgebucht haben. Auf wiederholtes Schreiben meines Maklers (man, hört sich das wichtig an, ne?), kommt vom Vorversicherer ein Aktionsmus à la „still ruht der See“. Jetzt kommt endlich Bewegung in die Sache, nachdem sich noch ein Maklerpool eingeschaltet hat. Der Vorversicherer schickt mir endlich die Kündigung, die zeitgleich mit dem Brief des Amtes bei mir eingeht. Ich genieße laut dem Amtsschreiben derzeit keinerlei Versicherungsschutz, weshalb sie mir den Wagen stilllegen würden, sollte ich nicht binnen drei Tagen reagieren. Der ganze Spaß kostet mich auch noch 43,09 €. Und das bei mir! Ich bleibe niemals Geld schuldig, zahle immer pünktlich. Alter, ich kriege Schnappatmung. Dabei dachte ich heute Morgen noch: Das Einzige, was heute meinen Blutdruck mal hochjagen wird, ist die Veranstaltung ab 14 Uhr, die ich auf Englisch moderieren darf. Aber Matsch am Paddel. Jetzt bubbert mein Herzchen ganz gewaltig. Lange Rede, kurzer Sinn: Der Makler regelt alles, ich rufe zusätzlich die Dame vom Amt an, die – wider Erwarten – total freundlich und nett ist. Die 43,09 € erstattet mir sogar der Versicherer, der nicht ursächlich für den Fehler war. Der Vorversicherer hingegen…mmmh, der ist zuerst gar nicht in die Pötte gekommen, kann dann aber das Schreiben und die Abmeldung vornehmen, den Beitrag jedoch in der Zeit nicht erstatten. Junge, Junge, Junge, da soll mal einer schlau draus werden. Unterm Strich zählt für mich hingegen nur: Die Kuh ist vom Eis, der Adler ist gelandet, mein Auto darf weiterfahren. Bleibt nur noch die tolle Nachmittags-Veranstaltung. It will be a pleasure…or not – depends on. Belohnt werde ich so oder so, weil ich heute Abend noch Besuch von einer Freundin bekomme. Es läuft also.

Die Nachmittagssause verläuft total reibungslos. Mein Anspannungsgrad ist natürlich hoch. Als ich dann jedoch dem sächsischen Kollegen lausche, der sich echt stark mit der englischen Sprache abmüht, dass sogar die polnischen Kollegen meinen, er solle es ruhig auf Deutsch erklären, weicht etwas von der Anspannung. Da ich ja immer noch Dialekte liebe, schmeiße ich mich beim Report auf Sächsisch erst recht weg. Herrlich! Wieso sprechen nicht mehr Leute Dialekt? Es wirkt alles viel entspannter, nahbarer und umgänglicher, wenn jeder so redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Danach switchen wir natürlich wieder ins Englische, so dass ich einen kleinen Knoten in meinen Synapsen verzeichnen kann. Ich bin froh, als der Arbeitstag endet und freue mich auf Burger und Wedges. Es bleibt also englisch…und lecker…und unterhaltsam. Der Montag war echt gelungen. So darf´s weitergehen.

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