Heute Morgen lache ich Tränen. Beim Durchforsten von Unterlagen, die ich für eine Veranstaltung nächste Woche benötige, stoße ich auf meinen absoluten Lieblingskracher. Ich gebe zu, es klingt zunächst wie ein Rätsel. Und ja, ich weise immer wieder darauf hin, dass Spott und Häme echt nicht gut seien. Sind sie auch immer noch nicht. Mich wundert es nur, wie manche Menschen auf ihre Posten kommen, wenn sie augenscheinlich strulledumm sind? Bei fraglicher Person entscheidet die Optik. Sie ist auch durchaus selbst sehr von sich überzeugt. Ich pack´ mir mal wieder an den Kopf. Aber nu juut, ich will Euch nicht weiter auf die Folter spannen.
Da lese ich also munter die Infos in einer Powerpoint-Präse und stutze. Hier wird auf das „Linkin-Bild“ verwiesen. Mein erster Gedankenblitz: Da hat jemand „ed“ vergessen, also LinkedIn – die internationale Netzwerkplattform neben der deutschsprachigen Xing. Aber das ergibt so gar keinen Sinn. Ich scrolle zurück, schaue mir bewusst noch mal die Bilder an. Und da fällt´s mir dann wie Schuppen aus den Haaren (natürlich von den Augen): Die Person meint die Bilder von Abraham Lincoln. Ich dachte vorher noch an Linkin Park, deren Musik ich immer sehr gemocht habe. Aber Chester Bennington und Co. haben hiermit so rein gar nichts zu tun. Es ist wirklich der gute, alte Abe, auf den referenziert werden soll. Und das tut soooo aua, so einen Fauxpaus hier zu sehen. Wir reden hier nicht von etwas, das mal eben hingekritzelt worden ist, sondern von einer offiziellen Präse, die auch ans Management weitergeleitet wird – und wurde. Ich verbessere den Fehler natürlich – nachdem ich mir die Tränen weggewischt habe, die vor lauter hysterischem Lachen geflossen sind. Das kann doch jetzt echt nicht ernsthaft so x-fach rausgeschickt worden sein. Die Unterlage ist schon ein gutes Jahr alt. Das muss doch jemandem aufgefallen sein?! Und da ist der Unterschied zur Häme: Wäre ich hämisch und böse, hätte ich den Fehler weiterhin drin stehen lassen. Dann wäre das weiterhin so verschickt worden – unter dem Namen der anderen Person.

Aber da merke ich mal wieder, wie egal korrekte Rechtschreibung, Satzbau, Formatierung oder gar Namensangaben wohl sind. Das ist eine Welt, die mir in der Tat so nicht gefällt. Nun muss nicht jeder ein Experte auf dem Gebiet sein, aber ich muss doch so was mal gegenlesen lassen! Aber nö. Ich bin mir auch bei vielem nicht sicher, doch dann schaue ich es nach, oder? Wie es aussieht, werde ich auf der Position immer einsamer. In diesem Fall hier kann man ja auch nicht von einem Flüchtigkeitsfehler sprechen, die mir auf diesem Blog auch durchflutschen. Von Linkin zu Lincoln wären das gleich ein paar Flüchtigkeitsfehler auf einmal – also drei, wie beim Überraschungsei. Spiel, Spaß und Schoki oder eben c o und l. Aber ich danke dem oder der da oben für solche Geschenke. Sie erheitern mich jedes Mal. Nüchtern betrachtet, denke ich dann allerdings schon: Und solche Menschen verdienen eine Schweinekohle?! Irgendwas läuft hier echt quer.

Dafür wird mein Toaster heute geliefert. Ich habe nichts mehr von der Reklamation gehört, sondern ganz nüchtern einen UPS-Herrn mit meinem Toaster vor der Tür stehen gehabt. Auch nicht schlecht. Jetzt kann ich endlich wieder mein Brot rösten, wie ich es mag. Dem ein oder anderen würde ich auch empfehlen, sich das Hirn mit so was mal zu rösten, damit die Synapsen wieder besser schnappen. Ich weiß, ich weiß, das ist böse. Gerade habe ich so eine gewisse Grundstimmung in mir, genervt zu sein, was mich böse werden lässt. Wird auch wieder besser, da bin ich sicher. Und Tchibo hat auch zum zweiten Mal liefern lassen. Mein Hinweis, erstmal nur bei DHL nachzufragen, haben sie ignoriert. Na denn…habe ich nun an die 250 Kaffeekapseln hier. Da wird es schwer werden, mich „runterzukochen“.

Vielleicht ist das aber auch gar nicht der richtige Weg. Wieso muss ich denn runterkochen? Der Workshop mit meinen Kollegen hat mir nämlich einmal mehr gezeigt, was Sache ist. Es geht den meisten nur noch um ihre eigenen Bedürfnisse. Sie wollen versorgt, umsorgt und getätschelt werden. Da frage ich mich dann schon, was das soll? Ich bin absolut dafür, ein gutes Miteinander zu schaffen. Ein Arbeitgeber, der mich in manchen Dingen berät, ist durchaus auch etwas, das ich schätzen würde. Aber dass meine Kollegen meine best buddies werden sollen, erschließt sich mir nicht. Das Unternehmen soll dafür Sorge tragen, dass wir uns alle lieb haben und kuscheln? Gerade kommt mir die Galle hoch, weil sie so gar nichts von Selbstwirksamkeit wissen wollen. Jammern ist einfach schöner. Vielleicht sollte ich meinen Jammerlappen abfotografieren und in die nächste virtuelle Runde schmeißen? Hat meine Sis mal für mich genäht, weil ich so was in Seminaren nutzen möchte. Mein soziales Engagement war immer schon hoch, aber das geht selbst mir zu weit. Und die Unsozialsten von allen, schreien am lautesten, was sie nicht alles entbehren. Da braucht es, glaube ich, eher einen hohen Koffeinspiegel meinerseits, um mal auf den Tisch zu hauen – natürlich, wenn die Kaffeetasse gerade mal leer ist.

2 Kommentare

  1. Ein Jammerlappen, super Idee. Wie sieht der denn aus? Ich mein, erkennt man, dass es ein solcher ist, oder kann er auch für ein Tischdeckchen oder Taschentuch durchgehen? 🤔
    Was die Welt, die dir nicht gefällt, angeht: Bin ganz auf deiner Linie! Halten wir die letzten Fähnchen des guten Rechtschreibgeschmacks hoch, so lange man es uns lässt. 😂 Du bist nicht allein, auch wenn es dir manchmal in deinem Umfeld so scheint. 😊

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    1. Es ist ein Putzlappen, auf den meine Sis in bunten Buchstaben JAMMERLAPPEN genäht hat. 🤣 ich liebe ihn. Und klar, jeder hat mal Hochs und Tiefs, aber dieses ständige Gejammere nervt mich wahnsinnig. Die Opferrolle ist keine, die meine ist. 🤷‍♀️
      Und Rechtsschreibung ist auch eine Form des Respekts, oder? Also definitiv: JA! Halten wir gemeinsam das Fähnchen hoch. 😉

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