Heute Vormittag schaffe ich es nicht, zu grinsen. Ich weiß, ich hatte es mir vorgenommen, aber es will einfach nicht gelingen. Warum? Na…weil. Ich versuche mich einmal an Beispielen: Wenn ich bei so einer Fortbildung bei der letzten Veranstaltung die Frage höre: „Was ist denn ein erweiterter Suizid?“, dann haut´s mir meinen Schalter raus. Oder wenn eine erfahrene Psychologin, die sagt, man solle auch auf die Sprache achten, sagt: „Man weiß ja immer nie“, dann…naja, dann sind es genau diese Aussagen, die mich zum Schreien bringen. Und ja, ich würde gerne mal eine Schreitherapie machen. doch ich hocke in meiner 52 qm Bude. Da kann ich nicht einfach losschreien – so sehr es auch in mir drin schreit. Diese Redewendung „immer nie“ höre ich gefühlte 120.000 Mal. Damit hätte ich gestern schon mein Bingo erreichen können.

Die Diskussionen heute sind wieder der Kracher. Da wird dann wieder einmal nichts zum Thema gefragt, sondern ausschließlich zur Prüfung. Diese Dame hat aber nichts mit der Prüfung zu tun. Sie führt sie nicht durch, sie hat sie niemals selbst mitgemacht – gar nichts. Beim zwölften Wochenende sollte das jeder verstanden habe – auch der letzte Depp. Manche haben sogar den Grundlagenkurs mitgemacht, also noch mal zwölf Wochenenden mehr, in denen das immer klargemacht wurde. Aber genau so einer (mit 24 Wochenenden Fortbildung) fragt mal wieder nach der Prüfung. Dabei hockt er zusätzlich auch noch in der Prüfungsvorbereitung!!! Das ist die extra Schulung mittwochs. Und bei vollem Unwissen, rät die Dozention mal munter mit, was sein könnte…aber sicher sei sie sich nicht. Aaaaah, dazu reicht meine Geduld wirklich nicht mehr aus. Dazu wirkt die Dozentin latent gelangweilt und zeigt keinerlei Mimik. Das wiederum finde ich schwierig – gerade in der Arbeit mit Menschen. Ihr schweres Seufzen macht es nicht wirklich besser. Wenn es so nervig für sie ist, frage ich mich, warum sie hier doziert? Ich weiß, dass es dafür Geld gibt. Nämlich das, was ich dafür zahle! Dann erwarte ich ein bisschen mehr gezeigte Motivation. Ist allerdings lediglich meine Wahrnehmung…ok, und die von der MItschülerin, mit der ich chatte. Gegen Mittag schaffe ich dann doch die 60 Sekunden Grinsen. So, wie es heute jedoch läuft, vermute ich, das am Nachmittag noch ein oder zwei Mal wiederholen zu müssen.

Meine Erkenntnis des Tages: „Nicht wertend heißt: Ich werte nicht.“ Dafür zahle ich Geld. Oh man. Wenn ich das nicht gehört hätte, würde ich immer noch rätseln, was „nicht wertend“ wohl bedeuten würde. Irgendwie halte ich mich noch über Wasser. Ob ich noch mal 60 Sekunden grinsen sollte? Allerdings habe ich dann die Befürchtung, irgendwann hysterisch zu kichern und dabei versehentlich ans Mikro zu kommen. Kommunikativ ist die Dame nicht gerade stark. Ich mag Dialekte – auch und vor allem Fränkisch. Wenn sie allerdings hochdeutsch spricht, passt es nicht, wenn sie ständig „anderst“ sagt. Vielleicht hat sie zu viele „t“ in ihrem Sortiment? Ich weiß, ich bin pingelig. Und wenn ich mich einmal eingeschossen habe, wird´s eben auch übel. Aber „unrelevant“? Da kann ich von einer studierten Psychologin schon erwarten, dass sie „irrelevant“ sagt, zumal es das andere Wort gar nicht gibt. Sie sucht dauernd nach den richtigen Worten, sagt auch immer: „Ach, wie heißt das noch mal?!“ Kompetenz sieht für mich anders(t) aus. Vielleicht sollte ich ihr das mal rückmelden? Meine Mitschülerin hofft auf mein schriftliches Feedback, als ich ihr zum Schluss schreibe: „Mein Highlight? Ich muss diese Deppen nie mehr wiedersehen. Das war es! Wie geil ist das denn?!“ Aber nein, das würde ich nicht als Feedback abgeben. Warum nicht? Habt Ihr mal versucht, einer Kartoffel etwas zu erklären? Oder einem Stück Brot? Eben.

Ich bin froh, dass es vorbei ist. Und eigentlich sollte das heute ein Beitrag werden, der positive Funken versprüht. Warum? Weil ich mit dem heutigen Beitrag 365 Tage am Stück gebloggt habe. Jawoll! Das feiere ich dann schon. An dieser Stelle noch mal danke an Sonja, die mich dazu inspiriert hat.
Und es gibt einen anderen Grund zu feiern. Denn heute ist mein Nicht-Hochzeitstag. Tadaaaaaaaa! Juut, und die böse Omma hat heute Geburtstag, also dürft Ihr alle mal nach unten winken. Aber das andere Event ist für mich viel entscheidender. Ich wäre heute seit 19 Jahren verheiratet.Wobei…das stimmt nicht. Ich wäre heute geschieden und/oder in einer Anstalt. Manchmal staune ich nicht schlecht über mich selbst, diesen mutigen Schritt gegangen zu sein. Dann bin ich dankbar und freue mich, wie gut es mir geht. Na, wenn das kein versöhnliches Ende dieses Beitrags ist. Also lasse ich das mal so stehen…

2 Kommentare

    1. Danke! Ich weiß noch nicht, ob ich so weitermache? Manchmal setze ich mich hin und denke: „Was willste denn jetzt schreiben?“ Und dann kommt doch irgendwas… und wenn es auch nur Blödsinn ist. 😉
      Danke für Deine Treue. 😊

      Gefällt 1 Person

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