Heute ist es vielleicht bekloppt. Meine privaten Mails kann ich nicht abrufen. Dauernd bekomme ich – ungefragt – die Nachricht, dass die Mail-Funktion angehalten worden wäre. Es geht nix vor, nix zurück. Dann verlangt mein Arbeits-Laptop auch noch einen Neustart. Auf Anraten eines Freundes nehme ich den Router vom Strom und starte ihn erneut. Keine Veränderung. Ist doch nicht normal! Ich wähne mein Handy schon im Handy-Himmel. Vielleicht ergeht´s mir, wie meiner Nachbarin, die ich derzeit nicht mehr ganz so süß finde, wie vor dem AfD-Video. Ich sag´ ja: Bekloppte Welt.

Im Job sitze ich wieder in mancher Veranstaltung, die sich wirklich jeder gerne ersparen würde – mit Ausnahme von Heinz. Er verfasst heute auch extra noch mal eine Mail mit einem flammenden Plädoyer, unbedingt an der Abteilungsrunde festzuhalten, weil diese enorm wichtig für ihn sei, da er dort auch Informationen abgreifen könne, die ihm helfen würden, seine Coachees besser zu beraten. Ja nee, is klar, ne? Er schart eben solche Veranstaltungen um sich, wo er Wissen abgreifen kann, ohne auch nur einen Finger selbst krümmen zu müssen. Es ist faszinierend, womit manche Menschen so ihre Zeit totschlagen. Da fallen mir gerade die Haie wieder ein…
In der besagten Runde, an der ich dann heute doch teilnehmen muss, fragt der Leiter, wie sich das denn gerade mit den Coachees entwickle – wohlgemerkt, diese sind anwesend. Hat was von: „Na, hat der Kevin heute in den Sandkasten gekackt oder hat er sich benommen?“ Ich sage, dass alle meine Coachees voller Tatendrang dabei seien, was auch echt den Tatsachen entspricht. Aber die Zahlen…hm, da wäre ja ein Bug in der Datei?, stochert er nach. Ich kann´s nicht lassen: „Richtig, Sepp. In Deiner Datei ist ein Bug. Die Frage war, wie meine Coachees arbeiten. Da kann ich nur sagen: Einwandfrei und voller Schwung.“ Mal ernsthaft: Was kümmert mich seine scheiß Excel-Datei? Eben.

Irgendwann kommt es zu einer kurzen Rücksprache mit meinem Chef – ungeplant. Und eigentlich baut er gerade Überstunden ab. Aber uneigentlich passt es ihm ganz gut, mit mir zu reden. Er ist ein wenig verändert. Er stammelt nicht herum, bedankt sich mal wieder für mein Engagement, erwähnt auch, dass er wahrnehme, dass ich volle Hütte hätte. Wir hätten ja auch bald unser Performance-Gespräch (wie ich diese Wörter liiiiiiiiebe). Da sage ich: „Ok, dann bereite Dich schon mal auf die Frage vor: Wie können wir mich in die nächste Stufe entwickeln?“ Nun stammelt er doch: „Ääääh, des…jo….do is des Gespräch schnei voabai.“ Ich hake nach: „Mit anderen Worten: Is nich?“ Kleinlaut: „Jo.“ Ich bin entspannt, weil ich mit nix anderem gerechnet habe. „Weißt Du, ich habe mal nachgeschaut, was es braucht. Sonderaufgaben, Zusatzmandate und flexible Einsatzfähigkeit. Mmmh, korrigiere mich, aber das mache ich doch schon, oder?“ Zackig antwortet er: „Obsolut. I woaß des a. Oba…do is nix zum mochn.“ Ich weiß, dass er mit seinem völlig überteuerten Team wirklich derzeit keinen Handlungsspielraum hat. Aber ich sage ihm, dass die Argumentation schon vorher hätte herhalten müssen – und dann hätte er den anderen außertariflich Bezahlten ins Team geholt. Schon komisch, gell? Er wisse das alles. Und es nerve ihn selber. Doch es gebe keinerlei Möglichkeit. Und so kommentiere ich nur nüchtern: „Ah ja. Ich mache wohl was falsch.“ Neiiiiiiin, auf keinen Fall. Ich weiß auch, dass er das so sieht. Nur ist es irgendwie krank, wie es bei uns läuft. Mit Logik oder rationalem Denken hat das nichts zu tun. Es ist ein Jahr des Wandels, was ich an vielen Stellen bemerke. Ich bin innerlich auch ruhig, was das Thema betrifft, weil ich weiß, wie endlich das Ganze ist. Es trägt nur nicht gerade zur Motivationssteigerung bei. Allerdings ist es dennoch ein angenehmes Gespräch. Ist ja auch mal was.

Mittlerweile habe ich meinen Handymann des Vertrauens am Apparat, der mir bestätigt, dass wohl irgendwas im PlayStore schief gelaufen sei. Er hilft mir, aber ich bin natürlich immer schon drei Schritte vor dem ersten. Ganz schnuffig sagt er dann: „Claudi, Schatz, mach´ bitte jetzt genau, was ich Dir sage – nix anderes.“ Hahaha. Das ist ja auch immer das, was ich von anderen fordere. Aber meine verkackte Ungeduld will nicht so mitspielen. Derweil ist meine Freundin schon eingetrudelt. Zum Glück habe ich den Salat schon fertig. Und so können wir in Ruhe ganz gesund essen – bevor es dann Schoko Soufflés gibt. Kennt Ihr das? Wenn Ihr was Gesundes gegessen habt, denkt Ihr dann auch, Ihr müsst Euch mit was Süßem belohnen? Der Logik kann ich immer folgen. Die ist für mich so nachvollziehbar, wie 1 + 1 = 2. Wobei mir da durch den Kopf schießt, wie ich einmal in einer Mathe-Vorlesung an der RWTH Aachen gesessen habe, wo es dann hieß: „1 + 1 = 0 im Raum zweier Zahlen.“ Ach, Ihr mich auch! Ich bleibe bei meiner einfachen Logik, wo Schoki alles heilen kann. Und dann noch einmal schlafen, weil dann alles rosarot und gut wird. Ich erfreu´ mich an meiner heile-Welt-Mädchen-Logik und wünsche Euch zauberhafte Logiken, die Euch passen. Hex, hex!

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