Manchmal wäre ich schon auch gerne noch mal jung. Nicht so richtig, richtig jung. Aber so Mitte, Ende 20. Die Pubertät hätte ich gut hinter mich gebracht. Das klingt doch verlockend, oder? Warum ich da jetzt so drauf komme? Ich seh‘ meinem großen Neffen zu. Er was bis ein Uhr nachts unterwegs, ist dann aber morgens schon zeitig auf. Und dann geht’s auch bereits los, einen Balken bei einem älteren Pärchen am Haus austauschen. Anschließend folgen noch ein paar letzte Handgriffe beim Aufräumen der Baustelle am kleinen Fachwerkhaus. Zwischendurch wird noch eine Bank montiert, die er und seine Kumpels im Dezember angefertigt hatten. Vor und nach dem Mittagessen schreinert er jetzt für seine Mutter ein Gemüseregal für die Garage. Er ist immer beschäftigt. Mir fallen fast die Augen zu. Er hingegen strotzt vor Energie. Ach, das war schon anders früher, als ich noch jung war. Dabei gehöre ich ja auch zu den Leuten mit einem hohen Energielevel. Menschen, die so gar nicht aus dem Pudding kommen, sind überhaupt nicht meins. Nur schwindet meine Energie mit zunehmendem Alter schon immer mehr. Andererseits… als ich noch so jung war – mein Neffe ist gerade mal 18 Jahre – hatte ich auch viel mehr Energievampire um mich herum. Von denen habe ich mich so mit und mit gut getrennt. Es gibt sie noch, hier und da – vor allem beruflich. Doch das ist der Vorteil vom Alter: Mir wird’s immer mehr egal, bestimmten Menschen nicht mehr zu gefallen. Insofern… ach, bleibe ich doch meine 44 Jahre alt und muss mich an manchem nicht mehr abarbeiten. Hat auch was für sich.

Diese Nacht wird zu allem Übel auch noch die Uhr vorgestellt. Dabei bin ich so schon immer müde genug. Puh! Und die EU-Kommission wollte sich doch darum kümmern, endlich diesen Sommer-Winterzeit-Wechsel zu unterbinden, weil er nur nervt und schlaucht. Aber das haben sie auch verbummelt. Es ist eigenartig, dass so rein gar nichts geregelt werden konnte. Seit 13 Monaten ist in allen Belangen alles auf Eis gelegt, was nichts mit Corona zu tun hat. Ich schätze mal, um Kräfte zu bündeln, wäre die Begründung bei Nachfrage. Oder – wie eine liebe Freundin bei einer Bewerbung zu hören bekommen hat: „Sie stehen nicht auf meiner Prioritätenliste.“ (Wäre doch toll, dann mal zu antworten: „Ok, dann habe ich leider kein Foto/ keine Rose für Sie!“) Doch wenn es an einer Priorisierung zugunsten von Corona-Themen liegen würde, sollte man zumindest da einen Effekt sehen, oder? Ääääh… Ich seh ihn nicht. Langsam geht es mit dem Testen voran, nachdem die Fußball-Affen auf diesem Gebiet immer schon bevorzugt wurden. Hat sich mir bis heute nicht erschlossen. Das Impfen kann man schon nicht mehr schleppend nennen, so langsam bewegt sich da nur überhaupt etwas. Die Digitalisierung? Da waren wir vorher schon die Steinzeitmenschen im weltweiten Vergleich – wir haben in den 13 Monaten nicht viel aufgeholt. Und über die Schulen will ich schon fast nichts mehr sagen, weil die armen Lehrer sonst noch das Heulen anfangen. Ich bleibe in dem Punkt bei meiner Haltung: Abschaffung der Verbeamtung und leistungsbezogene Bezahlung. Dann würden sich auch mehr von denen bewegen. Wieso werden nicht mehr Arbeitspakete aufgeteilt? Also, nicht nur bei den Lehrern, sondern auch bei den Politikern? Ja, ich weiß, dass es Schwerpunkte gibt und die Arbeit verteilt ausschaut. Aber es wirkt nicht so. Nehme ich mal wieder meine Neffen: Der Große macht alles, was mit Holz zu tun hat, der Kleine dafür alles, was das Elektrische betrifft. Jeder weiß, was er zu tun hat, wen er um Hilfe bitten kann und legt dann selbständig los. In der Politik und bei den Lehrern läuft es hingegen, wie bei vielen meiner Teamkollegen: Sie sind nur gegen etwas, aber nie aktiv für etwas. Wäre ja auch noch schöner, denn nachher müssten sie was dafür tun. Und ihnen würde die Munition fürs Meckern ausgehen. Nicht auszudenken! Da könnten wir am Ende ja mal zufrieden sein! Wie ätzend, blöd und langweilig! Ihr seht schon: Ich bin voll in Stimmung für Montag. Mal schauen, ob ich dann in zwei Wochen überhaupt noch nach Bayern zurückfahre? Falls nicht, kann ich noch länger Reisfla futtern. Es hat alles so seine Vorteile…

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