Irgendwie werde ich alt. Ich weiß, das sage ich in letzter Zeit häufiger. Aber es ist echt so. Woran ich das dieses Mal festmache? An meinem Schlafverhalten. Ich schlafe sehr unruhig und wälze mich hin und her. Mehrmals wache ich auf. Zuletzt dann um 4:45 Uhr, weil ich die Tür zur Garage höre. Zuerst denke ich: Ach, die Jungs sind zurück. Dann frage ich mich, wieso sie durch den Garage ins Haus kommen? Ob mein Schwager sie abgeholt hat? Um diese gottverdammte Uhrzeit??? Und dann schießt mir in den Kopf: Es könnte ja auch ein Einbrecher sein! Und was mache ich dann??? Dann höre ich die Toilettenspülung und denke: Welcher Einbrecher wird so bescheuert sein und auch noch im Haus pullern, in das er einbricht?! Eben.
Und dann schlafe ich auch wieder ein, was mich allerdings zum Träumen anregt. Diese Art von Träumen, also wenn man noch mal für ein Stündchen wegpennt, ist ja in der Regel vogelwild. Und so ist dieser genau auch. Meine Sis und ich sind irgendwo im Süden im Urlaub. Von Corona ist weit und breit nichts zu sehen – auch mal schön. Wir besuchen eine Messe in einer katholischen Kriche (da ist schon der erste Fehler im Traum, sofern wir nur mich betrachten würden) und lauschen dem Chor, der singt. Dazu muss man wissen, dass meine Sis und ich viele Jahre in einem Chor gesungen haben. Sie ist also hin und weg und will rauf´ zur Orgelbühne, wo sie den Organisten noch anzutreffen hofft. Auf der Treppe singt sie schon los. Niemand hat behauptet, wir seien normal – weder inner- noch außerhalb meiner Träume. Und dann sehen wir ihn: Unseren alten Organisten von gaaaaaanz früher. Das Morbide daran: Ich war vor etlichen Jahren bei dessen Beerdigung. Jedenfalls freuen wir uns, ihn zu sehen, während er regelrecht vor uns flüchtet. Dabei war ich immer ein guter Sopran, und meine Sis konnte sowohl Sopran, als auch Alt hervorragend trällern. Wir sind vollkommen verstört und können uns nicht erklären, warum er vor uns reißaus nimmt. Da hecheln wir ihm auch schon hinterher… Und genau da klingelt dann mein Wecker. Ich muss Euch nicht erzählen, wie sehr ich mal wieder neben der Spur aufgestanden bin. Das ist so, als würde ich dann durch Watte waten.
Derartig derangiert, fahren wir zum Einkaufen und teilen uns vor Ort auf. Wir sind schon um sieben Uhr vor Ort, weil wir keinen Bock auf große Anstürme haben. Ich kriege dieses neben-mir-Laufen auch durchs anschließende Frühstück nicht behoben und gehe dann – entgegen aller Sachen, die ich sonst so mache – einfach noch mal ein Ründchen ins Bett, wo ich dann auch tief und fest schlafe. Hammer. Ich bin doch keine uralte Omma! Klar, auch nicht mehr taufrisch, aber völlig ungeregeltes Zwischendurchpennen, ist mir dann auch fremd. Wach werde ich erst, als sich die Süße meines großen Neffen per Handy bei mir meldet. Etwas irritiert, fragt sie auch nach, ob alles ok sei? Wenn man vormittags noch mal wegratzt, klingt man nicht gerade wie der Morgentau am Telefon. Egal, es tut gut und lässt mich bestärkt Lasagne für die Meute kochen.

Und auch Amazon klärt sich langsam…also, nicht der Konzern als solcher. Es geht um die Rechnung zu der Ware, die ich nie bestellt habe. Ich wähle die Chat-Funktion aus und soll mein Anliegen formulieren. Also erkläre ich die Odyssee mit dem Hacken am Dienstag. Da fragt mich dann der Kundenservice-Mensch, ob ich denn nun wieder Zugriff auf meinen Account hätte? Ääääääh…sonst könnte ich ja gerade nicht mit ihm chatten? Denn dazu muss ich eingeloggt sein. Naja…auch egal. Er holt seinen kompetenten Kollegen, der das ratzifatzi regelt und mir eine Mail innerhalb der nächsten 24 h zusichert, in der zu lesen sein wird, mein Konto würde bereinigt sein. Der ist echt sehr nett und richtig zügig unterwegs. Wie es scheint, hat sich dann alles in Wohlgefallen aufgelöst. Nur dass ich eine neue Kreditkarte beantragen musste. Wenn das alles ist, war es ja im Endeffekt alles halb so wild. Hat sich am Dienstag im ersten Moment echt anders angefühlt.

Den Tag werden wir – aller Voraussicht nach – mit einem Spieleabend ausklingen lassen. Nein, keine wilde Party. Nur wir hier im Haushalt mit der Süßen des Großen. Letzterer möchte gerne Jenga spielen, aber da bin ich raus. Ich dachte immer, nur mich würde dieses Spiel nervös machen und aufregen. Meiner Sis geht es aber genauso. Bekloppt, oder? Das ist, wie Elf-Meter-Schießen. Mir ist immer völlig egal, wer dann da gerade spielt. Da muss ich am besten das Programm wechseln. Sonst kann ich die ganze Nacht nicht pennen. Das ist schlimmer, als alle Pötte Espresso auf einen Schlag, obwohl das ja lächerlich ist. Und so geht es mir mit Jenga eben auch. Ich sag´ ja: Ich werde alt…und immer schrulliger. Zum Glück stehe ich nicht auf Katzen, sonst wäre ich nachher noch die schräge alte Katzenfrau. Ihr seht: Es geht immer schlimmer. Und welche Rititis habt Ihr so?

2 Kommentare

  1. Mit Sicherheit kein Traum und auch kein Anzeichen von zuviel Alter. Schlechter Schlaf, komische Träume und Daneben-Laufen,…geht uns allen so im Augenblick. Schön beschrieben, freu mich auf deinen nächsten Eintrag, Danke!

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