Heute ist wieder so ein usseliger Apriltag, den man locker gemütlich Zuhause verbringen kann. Meine Sis näht, was das Zeug hält. Ich sitze daneben, lese und probiere angelegentlich die Oberteile an. Hin und wieder flucht sie, weil der Stoff nicht so will, wie sie das will. Da zucke ich dann zusammen. Normalerweise ist das Fluchen mein Part. Ist einfach so, dass ich das schon früh gelernt habe. Und eine Studie belegt ja auch, wie gut und förderlich Fluchen doch ist. Menschen, die auch mal fluchen können, sind kreativer. Mein Gott, muss ich kreativ sein!!! Allein, ich merke so wenig davon. Trotzdem ist so ein Tag irgendwie zäh, oder? Der Kleine kommt nachmittags auf die Idee, wir müssten zusammen einen Film anschauen. Er täte sich immer so schwer, einen passenden Film auszusuchen. Das fällt mir schon recht leicht. Nur kenne ich eben auch verdammt viele. Und so schauen wir zwei in friedlicher Eintracht einen schönen, brutalen Actionstreifen mit Keanu Reeves. Ich kenne ihn in der Tat schon und finde ihn so überzogen, dass er schon wieder gut ist. Und es kommt auch ein kleiner Hundewelpe darin vor. Da quietsche ich dann schon, weil ich auch gerne einen hätte. In meiner Bude geht das ja leider mal so gar nicht. Im Home Office an sich wird das allerdings realistischer, als das je der Fall war. Aber nein…irgendwann später vielleicht mal.

Abends kloppe ich dann Pizza zusammen, die ich rappizappi fertigstellen muss, weil mein Schwager bald schon von der Arbeit da ist. Viel schlimmer aber: Der Kleine hat Kohldampf. Dann ist er unausstehlich. Nu juut, ich schnippel´, was das Zeug hält. Und ich würze. Nun muss man sagen, dass ich sehr gerne stark würze. An mir ist ein Raucher verloren gegangen. Denen sagt man doch immer nach, dass die zu stark würzen, weil der Geschmackssinn nicht mehr so ausgeprägt ist. Aber ein Leben ohne Salz? Das wäre für mich kein Leben. Also salze ich ordentlich. Gut, auf eine Ecke fällt etwas arg viel Salz, aber mei – ein bisschen Schwund ist immer. Meine Sis gibt ein Stück, das eben sehr gesalzen ist, an meinen Schwager weiter. Sie hat Probleme mit Bluthochdruck. Und prompt werde ich gefragt, ob ich verliebt sei? Pffff… Ich frage mich, woher diese Redewendung kommt? Also dass Verliebte es wohl ziemlich gut mit dem Salz meinen? Entsprechend frage ich mal Onkel Google, und siehe da: Es ist wohl mittlerweile wissenschaftlich erwiesen, dass frisch Verliebte aufgrund von Hormonen weniger Salz schmecken. Wenn das so ist, muss ich seit Jahrzehnten im Dauer-Verliebtheitsmodus sein. Die Frage ist nur: In wen bin ich seit Jahrzehnten verliebt? Aber es passt ja zur anderen Redewendung, denn ich habe eindeutig auf Pfeffer im Hintern. Ach ja, was man mit Gewürzen so alles erklären kann. Was also sternzeichentechnisch nicht zu erklären ist, bessere ich mit Gewürzen auf. Auch nicht verkehrt. Wie war das mit dem Fluchen und der Kreativität? Da isse ja!

Ich möchte eigentlich früh ins Bett. Der ganze Tag mit dem Schneetreibeen im Wechsel mit Sonne, macht mich eher müde und schläfrig. Aber dann schaut mein Schwager wohl mit dem Kleinen in dessen Zimmer Champions League. Und huch, da schalten wir Weiber mal schnell auf SIXX mit den Gilmore Girls. Auch das ist so ein Phänomen: Ich habe alle Staffeln auf DVD, wir haben alle Folgen mehr als einmal gesehen, aber wenn sie laufen, bleiben wir trotzdem immer wieder dabei hängen. Da habe ich auch manche Klassiker im TV, bei denen ich nicht wegzappen kann: „Dirty Dancing“ natürlich vorneweg. Hingegen war ich nie ein Titanic-Anhänger. Aber dafür so Schinken, wie „Vom Winde verweht“, „Sissi“ (wie mehrfach berichtet) oder auch „Braveheart“. Ich oute mich da durchaus gerne als Mädchen. Lange nicht gesehen, aber immer wieder toll: „Zeit des Erwachens“, „Die Goonies“, „Haus am Meer“ und „Hinter dem Horizont“, aber auch „Stadt der Engel“. So richtig schöne Rotz- und Wasserschnecken-Heulfilme. Es gibt einfach so ein paar Klassiker, die ich immer wieder mag. Die alten Heinz Rühmann Filme gehen auch irgendwie immer. Bekloppt, aber sie sind irgendwie mit sorglosen Zeiten verknüpft, was so ein wohliges Gefühl verursacht – auch wenn man dabei heulen muss. So eben auch die Gilmore Girls. Die erschaffen eine heile Welt, die wir uns wohl gerade alle wünschen. Einfach in Luke´s Diner zu schlendern und einen Kaffee zu schlürfen, wäre traumhaft, oder? Mir würde es in jedem Fall gefallen, mal wieder Menschen ohne Maske und ohne gehetzen Blick zu sehen. Klar, hin und wieder sehe ich schon Menschen ohne Maske. Doch die meiste Zeit sind nun mal alle vermummt. Aber dieses Sorglose ist nicht mehr da. Ob das wiederkommt? Ob Umarmungen wieder „normal“ werden? Ich will es hoffen, denn ich brauche das…und ich stelle fest: Vielen anderen fehlt das auch. Denn ich bemerke immer mehr stieselige Menschen, die für jeden Scheißdreck das Diskutieren anfangen. Die nerven mich. Aber vermutlich sind sie einfach nur überfordert und gereizt. Ich will wieder meine „normale Welt“ zurück. Am besten schon gestern. Morgen ist aber auch noch ok…

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