Übermorgen ist es so weit: Ich werde meinen ersten Selbsttest vollziehen. Da ich in die Firma soll/muss, wird dringend angeraten (zwingen dürfen sie einen ja nicht), diesen Test durchzuführen. Die Firma stellt sie auch zur Verfügung. Nun skype ich meinen Chef an und frage, wo die denn bei uns gelagert seien? „Jo…mmmmh…do froagst mi woas. Des woas i net so recht.“ Ich sitze mal wieder hier, unterdrücke ein hysterisches Lachen, das in meinem Hals nach oben krabbeln will und schüttle als Übersprungshandlung einfach mal mein Haupt. Ach, mein Chef ist schon ´ne Marke. Gespräche mit ihm bringen so viel wie eine Verhandlung mit einem Maulwurf, der einem den Rasen umpflügt. Wobei…ich schätze, mit dem Maulwurf könnte ich effizienter kommunizieren. Und nein, mein Chef ist immer noch kein Böser, aber eben auch immer noch ein Unfähiger. Herrlich. Hauptsache, er fährt nachher in die Firma und macht einen Selbsttest, bevor er zu seiner Mutter fährt. Denn er hat einem Kollegen Bescheid gegeben, er solle ihm doch einen Test in sein Fach legen. Richtig so! Was kümmern einen die Mitarbeiter, die sich wegen der Arbeit testen lassen sollen, wenn man den Test doch auch für eigene, private Aktivitäten nutzen kann? Man muss ihm zugutehalten, dass er seine Mama im Heim besuchen will. Nur hat das trotzdem nicht wirklich was mit der Arbeit zu tun. Herrje, ich bin aber auch heute wieder ein Haarspalter.

Wisst Ihr, was gerade mein Lichtblick ist? Das Wochenende nächste Woche. Da ist nämlich ein Brückentag. Das heißt, da ist ein laaaaaaaanges Wochenende. Juchuuuuuuuuuu! Vier Tage keine Kollegen um mich herum. Wenn das kein Lichtblick ist, dann weiß ich es nicht. Es ändert sich nämlich immer noch nichts an meiner Motivation – so sehr ich mir das ja auch erhoffe. Sie bleibt abwesend. Es ist sauschwer, das so richtig zu erklären…aber es wirkt, als würde es sich jeden Tag noch potenzieren. Also quasi: Der Demotivationshaufen wird immer größer. Wenn er einfach stagnieren würde, ging´s ja auch noch. Aber er wächst und wächst. Ich befürchte fast, er wird demnächst den Mount Everest in den Schatten stellen. Wenn´s so ist und die ersten Sessellifte installiert und fahrtüchtig sind, sage ich Euch Bescheid. Dann habt Ihr wenigstens ein neues Ausflugsziel, das noch nicht so überlaufen ist, weil es sich ja noch um einen Insider-Tipp handelt. Ja, ich weiß, dass ich einen Rititi habe. Aber das macht mir dann wiederum Spaß.

Vorhin habe ich mal wieder mit meiner Sis telefoniert. Was die sich in der Bürger-Hotline alles anhören darf. Puh! Da legen uns die Politiker gerade auch noch das Ei, dass alle zweifach Geimpften und Corona Genesenen nun wieder alles wieder dürften. Wie die Handhabung ist, wird nicht erklärt. Wer kriegt also den Unmut ab? Die Behörden. Und ja, ich schimpfe auch oft auf ebendiese. Nur in dem Fall sind sie echt mal die Gearschten. Bei den Genesenen gibt es beispielsweise die Notwendigkeit, dass die Erkrankung nicht länger als sechs Monate her sein dürfte. Die Frage, die dann am Telefon kommt, ist eine nach meinem Geschmack: „Warum?“ Es sollte mittlerweile jeder mitbekommen haben, dass sich die Antikörper nicht ewig halten. Es gibt durchaus große Schwankungen, keine Frage. Bei manch einem halten die Antikörper länger als bei anderen, aber sie nehmen eben auch wieder ab. „Aber warum?“ Worauf ist nun dieses zweite Warum bezogen? Ist es eine Frage nach dem biochemischen Ablauf im Körper oder wie die Politik auf sechs Monate kommt? Da fand ich die Antwort eines ehemaligen Kollegen immer sehr effizient. Der hat nach dem zweiten Warum immer mit: „Das Schwarze ist die Schrift!“ gekontert. Da haben dann noch manche blöde geschaut, bis dann jemand anderes erklärt hat: „Weil die Vorschrift da so geschrieben ist, wie sie geschrieben ist. Da gibt´s kein Warum mehr, sondern nur noch ein: Weil´s eben so ist!“ In so einer Hotline kann man ja auch schlecht mit Stromschlägen arbeiten, weil sich das nämlich über das Telefonnetz nicht realisieren lässt. Ja, ist ein Spaß! Wobei… Ich würde mir jedenfalls eine Trillerpfeife neben das Telefon legen und da ordentlich reinpusten, wenn mal wieder irgendein Mensch meint, er müsste seine ganze Wut anhand seines durchaus umfangreichen Fäkalwortschatzes bei mir abladen. Darf man aber, glaube ich, auch nicht. Naja…zur Not war´s die Telekom – hihi. Und jaaaaaaaa, auch das ist ein Spaß!!!
Ist doch langsam nicht mehr feierlich. Durch diese wachsweichen, Wählerstimmen umschmeichelnden Formulierungen legt sich ein Laschet nicht wirklich fest, ist aber der angebliche Freund eines jeden Bürgers. Nur ist dadurch natürlich der Startschuss gegeben, erst recht die Ellenbogen auszufahren, weil die Alten ja sooooo lange auf alles verzichten mussten. Und der Nachbar ist ja jünger/gesünder/hässlicher/weniger-in-der-Gemeinde-engagiert/Fremdgänger/aus-der-Kirche-Ausgetretener/usw., aber trotzdem schon geimpft! Als Nächtes verweisen sie noch ans jüngste Gericht und drohen mit der Hölle. Aber da werde ich ja schon die Regentschaft übernehmen, wenn es so weit ist, dass ich die schwarzen Essensmarken bestelle. Ob die Kinder und Jugendlichen noch gar kein Enddatum für Entspannung erkennen können, interessiert ja gerade mal einen Scheißdreck. Keine gute Entwicklung.
Wenn es dann ganz zu arg im Telefonat abgeht, frage ich meine Sis dann ganz süffisant: „Und was machst Du für mich?“ Diese Frage hat meine Mom ihr nämlich tatsächlich gestellt, nachdem meine Sis für meinen Vater die Impf-Registrierung vorgenommen hatte. Geil, oder? Drum überlege Dir gut, wem Du hilfst: Es könnte einen Rattenschwanz hinter sich herziehen! Wenn ich diese Frage stelle: „Und was machst Du für mich?“, dann entspannt das in der Tat immer die Lage, weil wir beide wissen, wie wenig ernst ich das natürlich meine. Dann lachen wir und schwören uns darauf ein, uns gegenseitig kaputtzuhauen, sollten wir mal solche Ego-Frettchen werden. Und dann ist meine Welt wieder in Ordnung – und die meiner Sis auch…zumindest für den Moment.

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