Montag ist Montag…da kann man nix machen. Und meine liebe Kollegin ist heute auch wieder nicht dabei, da sie noch Urlaub hat. Ich sehne sie echt herbei, denn unter den Nörglern und Jammerern fühle ich mich immer einfach nur deplatziert. So heult auch die eine Kollegin wieder rum, sie sei ja soooo überlastet, weshalb sie mit unserem Chef eine Priorisierung vornehmen müsse. Ich fasse mir mal wieder an den Kopf. Hochbezahlte Menschen, die – wie ein Baby – gepampert werden müssen. Ist schon erschreckend, was ich da so erlebe. Doch von Scham ist nix zu spüren. Alle denken, sie seien völlig normal. Ich frage mich einmal mehr: Bin ich hier der Geisterfahrer???

Auf der anderen Seite haben wir dann meinen Chef, der sich – auch wie immer – durch die Moderation stottert. Ich habe akzeptiert, dass Rechtschreibung so gar nicht seine Sache ist. Kann ich akzeptieren, denn ich bin ja auch Grütze in Mathe. Wobei er da auch nicht glänzt. Aber sei es drum… Nur liebt es mein Chef auch, möglichst viele Anglizismen zu verwenden, was mit bayrischem Dialekt einfach noch depperter klingt. Irgendwann fehlt ihm wohl wieder einmal der richtige Begriff, denn er spricht von einem „Appetizer“ – oder wie der Bayer sagt: „Äähpötaeijsoa“. Dem Himmel sei Dank für derartige Schmankerl. Ich roll´ mich hier nämlich gerade ab. Ist ja auch irgendwie Sport, oder? Beim Lachen spannt man nämlich jede Menge Muskeln an. Ich muss mir doch mal einen Lach-Yoga-Kurs suchen. Und da kommt auch schon der nächste lustige Begriff um die Ecke geflogen: „Absoleeet, gä?“ Nein, es ist nicht „absolut“ gemeint, sondern „obsolet“. Macht doch nix, wenn wir alles durcheinandermixen, denn unterm Strich will er ja auch nur munter Worthüslen verteilen, um von der totalen Ahnungslosigkeit abzulenken. Ich sollte wirklich ein Comedy-Programm schreiben. Dazu muss ich nur an dieser Montagsrunde teilnehmen, um genügend Munition zu haben. Schlimm.
Ach so, ja, zum Thema von vorletzter Woche mit Potenzialgeschiss & Co. hat sich der Gute immer noch nicht geäußert. Wenn ich nicht meine Quellen hätte, würde ich vermutlich irgendwelche Mülltonnen umtreten müssen. Morgen habe ich nun meine neu ins Leben gerufene Regelkommunikation. Hab´ ich da Lust drauf. Ob der erwartet, dass ich auch heule und sage: „Priorisier´ mir meinen Kram! Priorisier´ mir meinen Kram!!!“ Irgendwie denke ich dabei an Lack und Leder…ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Aller Voraussicht nach, darf ich mir allerdings eher seine Belastungen anhören, wie schlimm das Leben doch sei und „Scheiß und Schiess“ (sagen die Bayern so).

Und auch dieser Montag geht – wie alle vor ihm und alle nach ihm – irgendwann vorüber. Ich hangel´ mich durch den Tag auf der Suche nach dem Sinn. Es geht mir ganz gut dabei…ich stumpfe wohl ab. Der Briefkasten hält am Abend dann eine schöne Überraschung für mich bereit: Meine Sis hat mir nämlich ein Päckchen geschickt. Ihre Erklärung dafür ist, dass wir ja quasi schon seit 22 Jahren Mutterersatz füreinander seien und ich somit auch ein Muttertagsgeschenk verdiene. Das rührt mich echt total. Wenn es auch mit meinen Eltern immer ein schwieriges Minenfeld bleibt, so habe ich doch Glück mit meiner Sis und ihrer Familie. Alles kann man nicht haben, aber so habe ich auf jeden Fall jede Menge. Ist doch schön, wenn es so läuft, oder? Und dazu ist es heute „fottig wärm“, wie man bei uns manchmal so sagt – also im Rheinland, nicht in Bayern. Ich mag es wohl multi-kulti.
In diesem Sinne: Montag ade…heut´ tat´s nicht so weh.

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