Heute schlafe ich wirklich in Ruhe aus. Ich werde ein paar Mal wach, aber drehe mich völlig renitent noch mal um. Und dann lasse ich es richtig langsam angehen. Meine Dusche ist heute auch eher Wellness-Oase. Ich weiß, wenn ich wirklich mal grün wählen sollte, müsste ich auch mehr auf den Wasserverbrauch achten. Erst gestern habe ich außerdem gehört, wie gut sich das kalte Duschen auf die Psyche und mentale Stärke auswirken würde. Noch kann ich mich nicht dazu überwinden. Man soll auch nicht von jetzt auf gleich umstellen. Es sollen vielmehr kurze Einheiten sein…erst mal 15 Sekunden und dann langsam steigern. Wenn ich an Peru denke, da war es ja normal, kalt zu duschen. Jetzt kann man dagegenhalten, dass es da auch draußen wärmer war. Trotzdem war es immer eine Überwindung für mich. Und ich bin ja eine täglich Duscherin. Es könnte allerdings nicht schaden, mir anzugewöhnen, zum Schluss die Dusche mal auf kalt zu stellen. Soll ungemein beleben. Wenn ich irgendwann soweit sein sollte, zu den Eisbad-Verrückten gehören zu wollen, erschießt mich. Das kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen.

Da meine Gedanken kreisen, habe ich vor, mich heute mal voll und ganz auf meine Ablage zu kümmern. Das schiebe ich ja immer sehr gerne…und seeeeehr lange. Es bringt aber nichts. Und die Ordnung, die ich bisher hatte, war nicht wirklich sinnvoll. Sind wir mal ehrlich: Eigentlich müsste jeder von uns ja alles so organisieren, dass andere Leute im Ernstfall alles finden können, ohne sich durch einen riesigen Wust wühlen zu müssen. Nö, ich habe nicht vor, schon die schwarze Essensmarken zu bestellen. Aber es reicht ja schon ein Krankenhausbesuch – warum auch immer. Und so krame ich dann die Versicherungsunterlagen in einen Ordner, Strom, Telefon und Schnickischnacki in einen anderen. Zwei Ordner für die Arbeit mit Abrechnungen, Vertrag usw. Meine Fortbildungsunterlagen finden sich auch nur in irgendwelchen Haufen wieder. Und eigentlich wollte ich noch die Steuererklärung machen. Aber mit den Papieren, Wäsche waschen, Vorhänge wieder vernünftig aufhängen (ein paar Röllchen hatten sich quergestellt, diese Biester) und Landkarte aufhängen (war ein Geburtstagsgeschenk), habe ich doch lange gebraucht. Umso glücklicher bin ich gerade, etwas mehr Ordnung geschaffen zu haben. Irgendwie treibt mich das derzeit um. Ich klage ja immer wieder, meine Wohnung sei zu voll. Aber irgendwie steckt dann doch ein Oachkatzl in mir, denn ich muss immer horten. Wer weiß, wann der nächste Winter kommt?
Kennt Ihr das? Also, ich gebe zu, ich spreche vorwiegend die Frauen hierbei an: Habt Ihr auch Klamotten im Schrank, die Ihr noch nie getragen habt? Oder Schuhe? Oder Porzellan, Backutensilien und dergleichen mehr, was Ihr nie oder vor fünf Jahren zuletzt benutzt habt? Davon habe ich allerhand. Ach, meine Kontoauszüge reichen über zehn Jahre zurück. Das Doofe dabei ist nur: Wo und wie entsorge ich die? Mittlerweile sind die ja Gottseidank nur noch elektronisch. Was mache ich denn nun mit dem ganzen Papier? Einfach wegschmeißen, soll man das ja nicht. Ich habe aber auch keinen Aktenvernichter. Für das eine Mal in fünf Jahren, würde es hier auch nur Platz wegnehmen, wie all der andere Kram. So was kann ich ja leiden. Da entschließe ich mich, endlich mal was zu entsorgen, weiß aber nicht wohin damit. Vermutlich schmeiße ich es in eine Datentonne bei meiner Arbeit. Naja…zumindest gehe ich die ersten Schrittchen. Ich habe von vielen gehört, die das letztes Jahr gemacht haben, als das mit der Pandemie losgegangen ist. Da habe ich noch gedacht: Ha, würde mich mal so der Hafer stechen, dass ich da was mache. Jetzt scheint es soweit zu sein.

Entsprechend entspannt und „aufgeräumt“, kann ich mich gleich vor den Fernseher hauen und dazu Rhabarber-Kompott essen. Habe ich mir nämlich gestern Abend noch gekocht. Wenn ich überlege, wie der bei uns Zuhause nur so gesprossen ist und ich nie genug davon bekommen habe…puh, da denke ich, wie toll ein kleiner Garten doch wäre. Meine Mom war eher der Sklave ihres Gartens. Das wäre nichts für mich. Aber ein kleiner Nutzgarten, um ein bisschen Obst, Salat und Gemüse anzubauen, fänd ich schon schön. Auch damit bin ich gerade wohl voll im Trend, denn das geht vielen so, wie ich um mich herum wahrnehme. Naja…ich sag´s ja immer wieder gerne: Bei all dem nervigen Verzicht, hat Corona doch auch zum Nach- bzw. Umdenken angeregt.
Schauen wir mal, welche Ideen ich denn wirklich nachhaltig verfolgen werde. Es sind, wie so meist bei mir, zu viele. Aber besser so, als keine Träume, Ideen und Wünsche zu haben. Das stelle ich mir schrecklich vor. Da bin ich einfach mal wieder dankbar…kann ich ja auch, mit Rhabarber-Kompott.

6 Kommentare

  1. Rhabarberkompott … schickst du mir welches rüber? 😋Dazu gehört Vanillesoße, oder? Bei uns gibt es keinen Rhabarber, ich vermisse auch so den leckeren Streuselkuchen damit. Wenn ich in Deutschland bin, schaue ich immer beim Bäcker danach und dann macht der im positiven Fall das Geschäft seines Lebens 😉
    Aufräumen ist so gruselig und so befreiend, wenn man es geschafft hat. Ich denke wehmütig an meine Singlezeit zurück, da hatte ich noch alles so wie du unter Kontrolle, also immer mal Rundumschlag und dann ab aufs Sofa. Jetzt, mit meinen „Mitbewohnern“, habe ich es aufgegeben. Ich kann nicht den Kram von drei weiteren Personen wuppen, da habe ich keine Nerven zu. Das macht aber nervös, kann ich dir sagen. Zum Glück wird es mir nur ab und an bewusst, normalerweise blende ich es aus.
    Kalt duschen? Auch ich habe gehört, dass das gesund sein soll …

    Jetzt habe ich dich vollkommentiert, entschuldige, aber deine Themen gaben den Stoff. 😉
    Genieße, falls noch übrig, das Rhabarberkompott für mich mit und hab ein schönes Wochenende!🌞

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    1. Ach, Du Süße,

      das freut mich doch, wenn Du ausgiebig kommentierst. 😊

      Mir reicht es vollkommen, nur für mich auszusortieren. Für andere noch mit? Nee, da beneide ich Dich nicht. Aber…Du bist dafür nie allein. 🤷‍♀️ Hat alles seine Vor- und Nachteile. Ein Zuhause, wo auch Kinder rumspringen, muss nicht ordentlich sein. Ein liebevolles Chaos ist tausend Mal besser.

      Rhabarber ist einfach saulecker. Gibt es den bei Dir so gar nicht? Warum nicht? Kannst Du den nicht selbst anbauen? Hast Du etwa – wie ich – keinen Garten?

      Ich wünsche Dir eine tolle Zeit!!!

      Liebe Grüße
      Claudi

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      1. In Italien ist Rhabarber nicht so üblich, leider. Die mögen eher nur das süße Obst. Auch Johannisbeeren, und nur die roten, gibt es schweineteuer und sie werden nur zum Speisendekorieren genutzt.
        Nein, kein Garten. Rhabarber auf dem Balkon … könnte ich mal drüber nachdenken. 😉
        Du hast Recht, was du in Bezug aufs Nichtalleinsein sagst!
        Danke und liebe Grüße von Anke

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      2. Du lebst in Bella Italia? Ääääh… da hält sich mein Mitleid in Grenzen. 😋 Ihr habt dafür in nahezu allen anderen Belangen essenstechnisch die Nase vorn. Aber ich verstehe es trotzdem, dass Du manche Dinge vermisst. Meine Eltern haben Johannisbeeren im Überfluss. Fand ich immer eklig, weil a) zu sauer und b) Heimat für so viele Ohrenkneifer. Aber zur Herstellung von Likör, sind sie dann wieder gut.
        Ich wünsche Dir eine wunderschöne, aufregende, verrückte Zeit mit Deinen Lieben. Denk bei richtig gutem Büffel-Mozzarella an mich. 😊
        Ciao, Bella!

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      3. Und sind wir mal ehrlich: Wenn einer darin Weltmeister ist, dann wir Deutschen. 😂 Das soll mal einer besser machen als wir. Den meckern wir einfach in Grund und Boden. Basta!

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