Kennt Ihr das? Das Bett ist abgezogen. Ihr malocht den ganzen Tag über so sehr, dass Ihr Euch am Abend dann nur noch hinsetzen wollt. Aber Ihr wisst auch: Wenn Ihr jetzt das Bett nicht neu bezieht, seid Ihr nachher nicht mehr dazu in der Lage. So fühle ich mich gerade. Aber schön der Reihe nach.

Ich habe keinen Wecker gestellt und blinzle irgendwann auf die Uhr. Das kann nicht wahr sein. 8:31 Uhr! Krass. Ich hätte wetten können, ich werde wieder gegen sechs Uhr war. Herrlich. Ich fahre einkaufen und amüsiere mich mal wieder über die Hektik der Leute. Irgendwann lädt eine Frau einen Kasten Bier in den Einkaufswagen ihrer Mutter. Ihr eigener steht daneben – mit dem kleinen Rotzigen inklusive. Ist ja gleich erledigt, also warte ich kurz, denn so ist da kein Durchkommen. Dann nehmen mich Mutter und Tochter wahr und entschuldigen sich postwendend, sie seien sofort weg. Ich zucke mit den Schultern und sage: „Machen Sie mal langsam. Wer samstags einkaufen geht, sollte keine Ungeduld im Gepäck haben, oder?“ Die ältere Frau nickt: „Aber trotzdem sind alle motzig drauf und schnauzen einen sofort an.“ Ich zwinkere ihr ein Auge und sage: „Ach, einfach weglächeln. Das ärgert solche Deppen am meisten.“ Da meldet sich ihre Tochter zu Wort und kommentiert: „Mit Maske sehen die das doch nicht.“ Ich grinse und sage: „Doch. Ich sehe das ja jetzt auch an Ihren Augen.“ Sie lacht auf und sagt: „Ok, da haben Sie gewonnen.“ Da meldet sich der Rotzige aus dem Hintergrund und zeigt auf mich: „Eins zu Null für Dich!“ Da prusten wir dann alle los. Manche Menschen sind einfach nett. Und die Grummelpitter sterben eben nie aus. Also ignoriere ich sie einfach.

Zurück Zuhause, schmeiße ich die erste Waschmaschine an. Und dann geht´s auch schon den Taschen und Schuhen ans Leder – wortwörtlich. Bei den Taschen komme ich auf acht, die jetzt nicht mehr hier wohnen. Bei den Schuhen….ääääh…habe ich nicht gezählt. Da kam ein ganzer blauer Sack zusammen. Ich bin echt ein Hamster. Aber wer noch Briefe aus der Schulzeit aufbewahrt, bis er 44 Jahre alt wird, ist wohl mit allem so. Meine Cousine hat sich gestern angeboten, an meiner Stelle bei mir auszumisten. Äääääh, nö. Dann habe ich nachher nur noch ein Zehntel meiner Sachen. Aber sie hat mir einen Tipp gegeben: Die Sachen, die ich nicht der Caritas geben kann (weil die ja nur vollständige Service haben wollen), soll ich in eine Kiste packen und an die Straße stellen – mit einem Schild „zu verschenken“ versehen. Das kann ich ja nicht. Gut, als ich in meiner Butze in Aachen Sperrmüll angemeldet und am Abend vor der Abholung alles rausgestellt habe, war innerhalb von zwei Stunden alles weg. Da staune ich ja immer. Ich packe also vier Kisten für die Caritas und dann noch eine für die Straße. Aber alles packe ich nicht ins Auto. Zunächst mal nur Schuhe, Taschen und Bettzeug (nicht das frisch abgezogene!). Und dann die Kiste, die ich an die Straße stellen will. Ich komme mir wie ein Schwerverbrecher vor. Oh man, kann mal einer mein Über-Ich ausknipsen?! Zunächst bestücke ich den Altkleider-Container, bevor ich mich dann hektisch umschaue. Da kommt gerade keiner…doch, da hinten erblicke ich jemanden. Ich tu´ so, als müsste ich irgendwas am Auto nachschauen. Mit mir könnte man keine Bank überfallen – so viel steht mal fest. Irgendwann, als ich niemanden erblicken kann, packe ich die Kiste auf den Bürgersteig. Und dann fahre ich zügig weg. Hoffentlich regt sich keiner über die Sachen auf, sondern es findet jemand Gefallen an all den großen Schalen, Teelicht-Halterungen, Vasen usw. Meinen Kofferraum belade ich als Nächstes mit den Kisten für die Caritas. Ich mag es nicht, wenn dann tagelang alles hier vollsteht. Durchs Home Office würde es mir dann permanent ins Auge fallen.

Die Wäsche ist versorgt, noch mehr Papier in der Tonne verstaut, die Spülmaschine ausgeräumt, das Bett neu bezogen…und mein Rücken ächzt. Das euphorische Gefühl der letzten beiden Tage will sich nicht einstellen. Dafür bin ich wohl zu müde. Wer weiß, ob ich morgen noch ein bisschen krame und prusche oder ob ich einfach nur rumlungere? Wir werden sehen. Das entscheide ich, wenn ich weiß, was mein Rücken morgen sagt. Ja, meiner spricht zu mir. Eurer nicht zu Euch? Aber mehr Platz in den Schränken ist schon schön. Morgen freue ich mich auch wieder. Doch heute bin ich zu müde und erledigt dafür.

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