Was mich glücklich macht, ist die Tatsache, dass sich ein Van Halen-Spross auch mit Musik auseinandersetzt bzw. die Musik des Vaters und Onkels weiterführt. Ich höre mir über YouTube ein Live-Konzert an. Vermutlich sagt den Wenigsten hier Van Halen was. Aber bei Jump, das auf nahezu allen 80er Parties gespielt wird, flippen dann doch alle mit aus. Ach, ich glaube, ich kann dem Metal niemals ganz abschwören. Guter Rock ist schon auch was Feines. Doch so richtig fett auf die Ohren zu bekommen, gefällt mir echt sehr gut.
Da denke ich mal wieder an die „gute, alte Zeit“. Was bin ich gerne in die Rockfabrik gefahren. Bei uns gab es eigentlich nur zwei richtige Läden, in die man ging: Himmerich oder die Rockfabrik. Ich weiß noch, wie mein ältester Cousin zur Rocke gefahren ist und eine Tante völlig naiv fragte: „Wo geht der Jung denn jetzt noch nähen – um die Uhrzeit?“ Nee, mit Nähen hatte der Gute mal so gar nichts am Hut. Da er ein Junge war, konnte er sich in unserer Familie schon weit mehr erlauben als wir Mädels. Und es war ihm (und ist es, glaube ich, bis heute) völlig wurscht, was andere von ihm dachten. Er hat lange Jahre lange Haare getragen – sehr gewagt in einem kleinen, katholischen Dörfchen. Erst viel später bin ich mitgefahren – wenn auch unerlaubterweise. Während die andere Disco größer war und gleich mit drei Räumen aufwartete, bestand die Rockfabrik über viele Jahre nur aus einem größeren Raum. Und während man sich für Himmerich eher rausputzte, galt es für die Rocke, eher cool auszusehen. Es war ein wenig versifft, eher düster. Das passt ja auch besser zu Hard Rock und Metal. Meinem Vater war das mehr als suspekt, weil er Drogen witterte. Gab es da auch. Aber die reicheren Teenager haben weit mehr Drogen in Himmerich konsumiert. Da kamen dann auch Leute von über 100 km Entfernung angereist. Und das in unsere eher verschlafene Gegend.
Doch den schlechteren Ruf hatte die Rockfabrik und behielt ihn. Ist das nicht immer so? Wenn etwas düster aussieht, muss es gleich viel gefährlicher sein. Dabei können sich harte Drogen eher reiche Menschen leisten. Die lieben Klischees. Heute ist es noch schlimmer, doch auch früher gab es schon Drogen in der Schule. Ja, auch an einem bischöflichen Gynasium. Mich hat´s nie gereizt. Und es war bekannt, dass man auf die Nuss bekam, wenn man mir was anböte. Ich wusste eben immer schon, was ich nicht wollte. Ist ja auch leichter als umgekehrt.
Wenn ich die Musik höre, würde ich gerne wieder mal in die Rocke fahren und den ganzen Abend abzappeln. Vermutlich würden sie aber denken, ich sei aus dem Altenheim entflohen und nach meinen Pflegern Ausschau halten. Außer an Weihnachten. Da war es ein Brauch, noch mal dorthin zu pilgern und viele Leute von früher zu treffen. Doch die Discotheken sterben ja irgendwie aus, was ich echt schade finde. Wieviele Pärchen haben sich da gefunden? Gut, dafür gibt es heute Parship, Tinder & Co., denen ich nichts abgewinnen kann. Und mir fehlen wirklich Läden, in denen ich noch mal richtig abfeiern kann. In München gibt´s schon auch manchen Laden, doch keiner hat mich bisher richtig begeistern können. Kommt dann noch ein DJ hinzu, der sämtliche Lieder verhunzt, abkürzt oder gar andere Beats druntermischt, dann kriege ich so richtig schlechte Laune.
Mein Schwager wird dieses Jahr 50, vielleicht geht da ein bisschen was…also eine Möglichkeit, ein wenig zu tanzen. Allerdings wird es da eher Schwofmusik geben, die ich nicht wirklich mag. Paartanz sieht echt ganz nett aus, doch ich zapple lieber zu „richtiger“ Musik alleine ab. Ich weiß, das könnte ich in meiner Bude ja auch machen. Aber sind wir doch mal ehrlich: Da kommt doch keine Stimmung auf! Es braucht schon das Drumherum, das Lichtspiel, andere zappelnde, schwitzende Leute, die richtige Lautstärke…so was eben. Ist, wie im Kino. Zuhause ist es nicht dasselbe.

Ansonsten mache ich heute erstaunlich wenig. Ich müsste mir endlich mal meine Bücher schnappen und lernen. Leider liegt mir das Lernen so wenig. Hat da irgendwer eine Idee, wie man daran Spaß entwickeln kann? Ach, wenn wir schon mal dabei sind: Weiß einer die wirklich echte Formel, wie man Spaß am Sport generieren kann? Ich rede nicht vom Zuschauen, was mich auch eher wenig reizt, sondern schon vom aktiven Selbermachen. Naja, vielleicht wäre ja ein Hard Rock-Metal-Tanzkurs das Richtige. Ob ich da aber Leute gewinnen kann, die mitmachen, ist fraglich. Und Headbanging ist in meinem Alter jetzt auch nicht mehr soooo lustig. Ich werde berichten, sollte ich auf so ein Angebot stoßen. In diesem Sinne: Rockiges, zauberhaftes Wochenende Euch allen!

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